„Körper verkörpert und verweist auf Differenz und Dualismen: Es ist davon auszugehen, dass der Körper selbst und die Vorstellung von dem und über den Körper eine Geschichte haben, er also vom kulturellen Kontext, seiner historischen Bedingtheit geformt wurde und geformt wird. Der Körper steht in dieser Historizität immer auch in Machtverhältnissen, die Geschichte des Körpers ist demzufolge auch immer eine Geschichte des ›anderen‹ Körpers, des marginalisierten Körpers.“

Torsten Junge/ Imke Schmincke

(‘Marginalisierte Körper eine Einleitung’ in Marginalisierte Körper – Beiträge zur Soziologie und Geschichte des anderen Körpers, UNRAST-Verlag, Münster, Mai 2007, S.5f)

Entscheidung zur positiven Einstellung dem eigenen Körper gegenüber

„Es ist wichtig immer und immer wieder sich dafür zu entscheiden, jetzt nicht schlecht oder kritisch von sich zu denken. Und ja das ist eine Entscheidung: Ich entscheide mich nur gutes von mir zu denken. Ich halte mich nicht an meinen Grenzen auf sondern rufe mir immer wieder all die Möglichkeiten in meinen Kopf zurück. All das was mir dieser Körper ermöglicht und nicht all das was mir dieser Körper verwehrt. Das eigene Lebensgefühl hat viel damit zu tun für welche Einstellung ich mich entscheide.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Every Size Space

„People are allowed to want to, and try to, lose weight. However, where people get tripped up is in the belief that they should be allowed to talk about that in Fat Activist, Size Acceptance, and Health at Every Size spaces.  Nope nope nope. It is ok to have spaces that don’t allow diet or weight loss talk, it is ok to have 100% body positive spaces, it’s ok to have a policy of “absolutely no diet talk” or “absolutely no negative body talk.”  The spaces that we create – be they our homes, blogs, Facebook Pages, Twitter, Youtube, Instagram, Snapchat or other social media – are ours.  They exist because we created them and we have every right in the world to moderate them.“

Ragen Chastain

„In Prozessen der Marginalisierung und Selbstmarginalisierung von Körpern scheinen mir die Beschämung und die Scham von zentraler Bedeutung zu sein. Sie stellen besonders effektive Machtmechanismen dar, die das Individuum dem normalisierenden Blick des Anderen – egal, ob in Form eines tatsächlichen oder eines generalisierten Anderen – unterwerfen. (…) Dies lässt sich in den FKK-Texten um 1900 nachlesen. Die beschriebene Umdeutung des Schambegriffs, der nun nicht mehr mit Nacktheit als solcher, sondern mit dem Verstoß gegen Körpernormen verknüpft war, macht die Scham für Prozesse der Normalisierung verfügbar. Dieser neue Schambegriff hat sich meines Erachtens letztlich durchgesetzt; ist es doch heute weniger der nackte Körper an sich als vielmehr der nicht schöne, nicht durchtrainierte, nicht bearbeitete Körper, der als peinlich empfunden wird.“

Maren Möhring

(‘››Natürliche Scham‹‹’ in Marginalisierte Körper – Beiträge zur Soziologie und Geschichte des anderen Körpers, Torsten Junge/ Imke Schminke Hg., UNRAST-Verlag, Münster, Mai 2007, S.129f)