Every Size Space

„People are allowed to want to, and try to, lose weight. However, where people get tripped up is in the belief that they should be allowed to talk about that in Fat Activist, Size Acceptance, and Health at Every Size spaces.  Nope nope nope. It is ok to have spaces that don’t allow diet or weight loss talk, it is ok to have 100% body positive spaces, it’s ok to have a policy of “absolutely no diet talk” or “absolutely no negative body talk.”  The spaces that we create – be they our homes, blogs, Facebook Pages, Twitter, Youtube, Instagram, Snapchat or other social media – are ours.  They exist because we created them and we have every right in the world to moderate them.“

Ragen Chastain

Sie tanzt

Meine Füße berühren den Boden,
die Schwere meines Körpers drückt sie fest zur Erde,
doch ich hebe und senke sie
und schreite mit Schwung durch die Straße,
mein Fett wackelt und schwabbelt nur so dahin,
auf den Lippen trage ich ein Lächeln,
in meinem Herzen höre ich den Rhythmus,
den Rhythmus der Großen Mutter,
und sie tanzt mit mir,

dick und fett schwinge ich um die nächste Ecke,
fröhlich lache ich meinen Gegenübern ins Gesicht,
wer immer mir begegnet sieht mich beben,
spürt mich durch die Welt stampfen,
mit Freude bewege ich mich an staunenden Gesichtern vorbei,
ja mein Bauch hüpft auf und ab,
und ja mein Busen schwingt rechts und links von mir,
und ja meine Beine schwabbeln herum,
und ja ich brauche Platz, ich brauche Raum,
und ich nehme ihn mir.

Dick und Fett und voller Freude tanze ich durch mein Leben,
stampfend, laut schnaufend, den Boden erbebend,
und wisst ihr was, die Große Mutter,
Sie tanzt mit mir.

Ich bin einfach umwerfend,
mit all meiner Fülle kann ich einiges bewegen,
ich halte meinen Kopf hoch und trage mein Gewicht mit Leichtigkeit,
und wenn ich nicht mehr kann, dann mache ich Pause,
denn ich weiß Sie tanzt für mich weiter,
Sie tanzt für jeden von uns.

verfasst von Malena Glück

Platz haben, Raum haben

Ich entscheide mich das Lachen zu erwidern,
doch zum Lachen ist mir nicht,
ich entscheide mich ruhig zu bleiben,
doch ruhig bin ich nicht,
ich höre den Hass, ich höre die Worte,
und die die nicht betroffen sind sagen leicht dahin:
„das betrifft mich nicht,
es kann mich nicht treffen,
es hat nichts mit mir zu tun,
lass sie doch reden“
aber es macht etwas mit mir,
es macht mich traurig,
es macht mich wütend.

Ich gehe hinaus und kann so vieles nicht tun,
bin in so vielem beschränkt,
da ist kein Platz im Bus,
kein Platz im Theater,
kein Platz im Kino,
keiner im Café,
da ist kein Platz im Kleidergeschäft,
kein Platz für einen Körper wie meinen,
selbst beim Gehen auf der Straße,
wo ist Platz für mich?
Platz für meinen dicken/fetten Körper?
und ich atme durch und schaffe mir Platz.

Doch das ist harte Arbeit,
das ist ein echter Kampf,
einfach nur hier zu stehen und
den Raum einzunehmen, den mensch braucht,
mit der Anfeindung fertig zu werden,
und mit den eigenen Gefühlen,
das ist echt harte Arbeit,
und sie beginnt jeden Tag von neuem.

Meinen Raum zu haben,
ihn zu erfüllen, ihn auszufüllen,
dass gehört zum Menschsein dazu,
und ich lasse mir mein Menschsein nicht nehmen.

verfasst von Malena Glück

Wertschätzender Umgang mit dem Körper

„Als Kind einer dicken Mutter und selbst dicke Mutter interessiere ich mich dafür meinem Kind grundlegende Werte von Würde und Achtung einem jedem Mitmenschen gegenüber zu vermitteln. Ich versuche meinem Sohn Selbstliebe und Freude am eigenen Leben vorzuleben und sein eigenes Körpergefühl zu stärken – damit er selbst ein positives Körperbild entwickeln kann. Als Mutter interessiere ich mich auch dafür was Kindern beigebracht wird und wie wir Kindern einen liebevollen, wertschätzenden und würdevollen Umgang mit ihrem eigenen Körper und aber auch mit den Körpern anderer beibringen können.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

body activism

„All body issues (we’re talkin‘: race, ability, gender, age etc etc etc) must be included in our body activism if we want to create change. All of them. Because, even if you are not invested in other people’s safety in this world (I hope that changes for you, but even if it doesn’t) all oppression is connected. And as long as one group is being harmed, none of us will ever see real safety in our future.“

Jes Baker

Rund herum ein Panzer

Rund herum ein Panzer,
doch keiner der beschützt,
kein Schild das abhält,
sondern eines das einlädt,
aber nichts, dass ich gerne eingeladen hätte,

rund herum ein Panzer,
aber alles trifft genau,
und Worte hallen nach,
sie rollen von allen Seiten an mich heran,
und sie stechen mich hier,
und sie schneiden mich da,

rund herum ein Panzer,
und ich bin immer sichtbar,
kann gar nicht anders sein,
kann mich nicht verstecken,
wie ein Berg, so riesig,
wie ein Meer, so weit,
wie die Sonne strahlend,
und das zu jeder Zeit,

rund herum ein Panzer,
und alles was mir bleibt sind meine Gedanken,
alles was mir bleibt bin ich selbst,
und ich denke gutes von mir,
denke gutes von meinem Panzer,
der kein Panzer ist,
ich entscheide mich zu lieben,
ich entscheide mich zu freuen,
ich entscheide keinen Panzer zu tragen,
sondern einfach dick und fett zu sein.
Und bin damit glücklich.

verfasst von Malena Glück