Rund herum ein Panzer

Rund herum ein Panzer,
doch keiner der beschützt,
kein Schild das abhält,
sondern eines das einlädt,
aber nichts, dass ich gerne eingeladen hätte,

rund herum ein Panzer,
aber alles trifft genau,
und Worte hallen nach,
sie rollen von allen Seiten an mich heran,
und sie stechen mich hier,
und sie schneiden mich da,

rund herum ein Panzer,
und ich bin immer sichtbar,
kann gar nicht anders sein,
kann mich nicht verstecken,
wie ein Berg, so riesig,
wie ein Meer, so weit,
wie die Sonne strahlend,
und das zu jeder Zeit,

rund herum ein Panzer,
und alles was mir bleibt sind meine Gedanken,
alles was mir bleibt bin ich selbst,
und ich denke gutes von mir,
denke gutes von meinem Panzer,
der kein Panzer ist,
ich entscheide mich zu lieben,
ich entscheide mich zu freuen,
ich entscheide keinen Panzer zu tragen,
sondern einfach dick und fett zu sein.
Und bin damit glücklich.

verfasst von Malena Glück

hard to be a self-loving fatty

„I’ve been working in the body  positive, Fat Acceptance and Health At Every Size movements for nearly 20 years now.  And while certain things have gotten better and certain things have gotten worse, one thing is consistent. It’s tough.  I mean really tough.  And I admit that I have certain privileges that many others in the space don’t have.  I’m sort of medium fat.  That means I face fat discrimination but nothing like as much as bigger fats.  I am white and cisgendered and heterosexual among my many, many other privileges.  And even with these privileges it’s hard to be a self-loving fatty in this world.“

Jeanette DePatie (AKA The Fat Chick)

Glückliches Leben – auf meinem Sofa

„Es reicht nicht mehr glücklich zu sein mit dem was ist und sich über das Zusammensein mit Freuden/Familie/geliebten Menschen zu freuen. Es scheint uns zu klein zu sagen, da haben wir gemeinsam einen schönen Film angesehen und gelacht, geweint und uns umarmt. Und weil uns das zu klein erscheint, zu wenig um vor anderen das eigene Leben darzustellen sagen wir naja wir haben ein bisschen Ferngesehen und mehr machen wir nicht. Es tut sich bei uns nichts und naja es ist halt nicht viel los aber ich arbeite daran. Irgendwie muss mensch immer an seinem Leben arbeiten, daran arbeiten großes zu Vollbringen – am besten Wunder. Wer kein Tatmensch ist sondern einfach das Sein so genießt wie es ist – der genießt eben nicht richtig. Schließlich kann das Sitzen im eigenen Heim ja nicht erfüllend und bereichernd sein – nein, es muss schon Fallschirmspringen, Bungee-Jumping, Billard spielen und der gleichen sein. Es muss aufregend sein und ein Erlebnis wo auch etwas getan wird und mit viel Anstrengung verbunden. Da muss jeden Tag eine Party steigen und ein Drama nach dem anderen überstanden werden. Dies ist als Idealbild einfach eingeimpft worden von einer Konsumgesellschaft, die immer mehr immer schneller konsumiert und mit nichts mehr ganz zufrieden ist und auch nicht sein darf. Da schämt mensch sich zu sagen – „du ich war zu Hause“ und macht daraus ein schuldbewusstes – „du ich war nur zu Hause“. Überall das Wörtchen „nur“, dass aus dem schönen Beisammensein und ruhigen, entspannenden Fernsehabend eine beschämende Angelegenheit macht. Und Menschen, die behaupten gern zu Hause zu sein und auf dem Sofa zu sitzen, bekommen herabwürdigende Beinamen wie Couch-Potato und die damit einhergehenden negativen Vorurteile und Verurteilungen inklusive dem mitschwingenden Vorwurf das Leben zu verschwenden, das einem geschenkt wird. Denn Leben darf nicht verschwendet werden, es darf nicht faul verbracht werden oder gar nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Es hat nach einem bestimmten Idealschema zu verlaufen oder mensch hat zumindest zu versuchen, das eigene Leben diesem Schema anzupassen. Glücklich zu sein hat auf eine ganz bestimmte Weise auszusehen und Zufriedenheit und Dankbarkeit sind unnütze, veraltete Dinge – deren Bedeutung mensch heute nicht mehr kennt. So ich gestehe: Ich liebe mein Sofa und ich sehe gerne Fern – und ja ich bin dick/fett – und ja ich liebe mein Leben und zwar ganz besonders an den Tagen wo ich zu Hause bin und mit meiner Familie lache, weine und fernsehe.

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Dickenbewegung

geschrieben von Malena Glück

Seit Gründung der ARGE Dicke Weiber im September 2009 entwickelte sich in mir ein Bewusstsein für die gesellschaftlichen Strukturen, die dicke/fette Menschen zu Menschen zweiter Klasse herabsetzten. Diese gesellschaftlichen Strukturen sorgen dafür, dass dicke/fette Personen zunehmend aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Verinnerlichte Gedankenstrukturen sorgen dafür, dass wir diese gesellschaftlichen Verhältnisse aufrechterhalten und immer wieder von neuem erschaffen und verschärfen. Weiterlesen

Dicksein / Fettsein und Gesundheit – aktuelle Situation

Zunächst wird von Medien Dicksein bzw. Fettsein als angsteinflößender Alptraum präsentiert und als Krankheit, Seuche oder Epidemie entmenschlicht zu einem Feindbild ummodeliert. Durch diese mediale Aufarbeitung „geschult“ wird „Jedermann“ (auch jede Frau) zum Experten über die Gesundheit von Dicken und Fetten – wobei die Gesundheit Dicken, Fetten prinzipiell einmal abgesprochen wird. Schlagzeilen über die Kosten des Gesundheitssystems machen die Gesundheit Dicker und Fetter zum „angeblichen Eigentum der Allgemeinheit“. Dicke, Fette müssen sich für ihr Dicksein/Fettsein „rechtfertigen“ bzw. ihre Gesundheit stets aufs Neue vorführen und beweisen. „Abnehmen“ wird zum Heilsversprechen – und das auch bei Schnupfen und Halsweh. Dabei gibt es keinerlei Beweis dafür, dass langanhaltende Gewichtsabnahme das Leben verlängert oder verbessert bzw. überhaupt für alle möglich ist. Weiterlesen

Einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017

Die ARGE Dicke Weiber wünscht allen Menschen einen wunderbaren Rutsch ins neue Jahr 2017. Möge es ein Jahr der Vielfalt und Freude sein. Möge es sich kennzeichnen durch gegenseitige Achtung und Wahrung der Menschenwürde und Menschenrechte. Möge es weitere Schritte zu einer veränderten Gesellschaft bereithalten, einer Gesellschaft in der Raum für alle ist. 20160923_1916390Möge es die Lebensqualität und Lebensfreude von allen mehren und ein raumgebendes Miteinander ermöglichen – eine Atmosphäre in welcher wir alle einander unterstützen und füreinander einstehen. Vielen Dank für alle Interessierten und für alle Unterstützer. Möge unsere Zusammenarbeit Früchte tragen und diese Welt für zukünftige Generationen nachhaltig und positiv verändern.

Mit ganz dicken Grüßen und den aller aller besten Wünschen für jede und jeden Einzelnen,

eure ARGE Dicke Weiber

Bewegung mit Freude

„Es fühlt sich gut an mich nach meinen eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten zu bewegen. Die Musik fließt richtig durch mich durch und ich bin ganz bei mir. Ich bewege mich nur soweit wie es mir gut tut und achte nur auf meinen eigenen Körper, auf dessen Signale von Freude und Glück. Ich spüre in mich hinein und es macht richtig viel Spaß in diesem dicken/fetten Körper der Musik in meinem eigenen Rhythmus zu folgen. Mein dicker/fetter Körper bewegt sich mit Liebe und wackelt voller Freude.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber