Positionspapier

ARGE Dicke Weiber Positionspapier

in progress

1. Dicksein ist Teil menschlicher Vielfalt.
2. Gewicht und Ernährung hängen nicht miteinander zusammen.
3. Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen.
4. Gewicht und Gesundheit hängen nicht miteinander zusammen.
5. Die ARGE Dicke Weiber ist gegen Diäten zur Gewichtsreduktion.
6. Die ARGE Dicke Weiber ist gegen Übergewichtschirurgie.
7. Die ARGE Dicke Weiber ist eine feministische Initiative.
8. Die ARGE Dicke Weiber ist nur für Frauen.
9. Die ARGE Dicke Weiber ist autonom.
10. Die ARGE Dicke Weiber ist ein basisdemokratisches Kollektiv.
11. Die ARGE Dicke Weiber ist politisch links.


Warum ist die ARGE Dicke Weiber folgender Überzeugung: „Gewicht und Ernährung hängen nicht miteinander zusammen“?

Über dieses Thema  haben wir sehr lange und ausführlich diskutiert,  sind zu keiner endgültigen Lösung gekommen und so wird es uns noch länger beschäftigen …

Sich dem Thema Essen als dicke Frau zu stellen ist nicht einfach und löst vielfacherweise verschiedene Strategien aus: bei manchen den Versuch vorzuführen stets weniger zu essen als alle anderen, bei anderen das ständige Thematisieren der neuesten Diätvorschläge, bei wieder anderen die Vermeidung in der Öffentlichkeit zu essen oder auch essend gesehen zu werden. Dahinter liegt der innige Wunsch von allen Menschen weder als Vielfraß noch als faul oder gar als undiszipliniert wahrgenommen zu werden bzw. sich selbst so wahrzunehmen. Hiermit hängt auch ein oft ausgesprochener ethischer Vorwurf zusammen: „Iss doch den Armen nichts weg!“ Die Schuld, die Scham und die Schande, die Dicken damit aufgebürdet werden führt zu Selbstekel und Selbsthass. Die ARGE Dicke Weiber will mit dieser Hetzkampagne gegen Dicke brechen. Dazu muss das Wort Vielfraß eine neue Bewertung erfahren: „Ja und? Ich bin ein Vielfraß!“ Es muss soweit kommen, dass frau Vielfraß sein kann und darf.

Also: Wenn du glaubst wir sind Vielfraße  und wir scheißen auf Gesundheit, dann ist uns das WURSCHT – Denn MENSCH darf Vielfraß sein und MENSCH darf auf Gesundheit scheißen. Wir müssen das nicht widerlegen. Wir haben uns entschieden keine Ursachenforschung zu betreiben, denn wir brauchen keine Rechtfertigung und keine Entschuldigung dafür dick zu sein. Dicksein ist in Ordnung. Wir brauchen auch keine Glaubenssätze, die uns suggerieren wir können und müssten anders sein als wir sind „und zwar dünn“.

Neben dem ungerechtfertigten Vorwurf der ethischen Verfehlung, kommt meist noch der Vorwurf der „Esssucht“, also der Pathologisierung, sobald frau sich nicht mehr bereit erklärt Diät (bzw. neuerdings Ernährungsumstellung genannt) zu halten. Wir lassen uns nicht länger geißeln oder zu „Süchtigen“ erklären. Essen als „Sucht“ übersieht die Lebensnotwendigkeit von Essen. Eine „Sucht“ wird durch absoluten Verzicht auf das Suchtmittel bezwungen. Schon bei  dem kleinsten Nichteinhalten des Verzichts schaffen es viele nicht und werden sofort wieder abhängig. Doch Essen ist lebensnotwendig – jeder Mensch muss essen sonst stirbt er. Essen ist ein Grundbedürfnis. ESSEN ist weder „SUCHT“ noch Krankheit.

Adipositas Selbsthilfegruppen, die sich als Hilfe für „ESSSÜCHTIGE“ oder „Essgestörte“ ausgeben, haben das ABNEHMEN zum Ziel– und zwar weil ihr Glaubenssatz ist: DICKSEIN IST SCHLECHT.

Wir rollen das von der anderen Seite auf und sagen DICKSEIN ist GUT, es gibt keinen Grund abzunehmen oder es auch nur zu wollen – es gibt weiters keinen Grund unbedingt eine Ursache zu finden und diese Ursache zu bekämpfen um anders zu werden. Damit gibt es auch keinen Grund einen Zusammenhang zwischen Essen und Gewicht herzustellen. Wir haben also einen ganz anderen Ansatz. Dieser Ansatz fußt auf unserer eigenen Erfahrung: seitdem wir uns entschieden haben, selbstbestimmt zu Essen, ohne jegliche Vorschriften – sondern nach unserem eigenen Körpergefühl und Willen, haben wir nicht signifikant zugenommen – sowie es überall mit Schrecken behauptet wird. Unsere Erfahrung zeigt, dass eine positive Einstellung zum Dicksein sehr viel zu einer besseren Lebensqualität beiträgt und ein eventueller „Einfluss“ von Essen auf Gewicht nicht dem behaupteten Schreckensmythos entspricht.

Die Behauptung „Essen und Gewicht hingen miteinander zusammen“, wird dazu benutzt Druck auszuüben um Schuld und Scham zu erzeugen und Menschen gefügig zu machen. Hierbei geht es um Macht und Kontrolle. Durch den hergestellten Zusammenhang von Essen und Gewicht kann man alle Dicken verteufeln, beschuldigen und beschämen und zudem viel Geld mit diversen Diätprodukten verdienen.

Doch nicht das Essen ist unser Problem, sondern die Scham davor und diese Scham muss aufhören. Wir müssen uns wieder trauen alles zu tun, auch zu essen,  was wir wollen.

Die Frauen der ARGE Dicke Weiber haben entschieden polemische Hetzkampagnen, diskriminierende Vorurteile und zu Selbsthass führende Darstellungen nicht länger hinzunehmen.

Es gibt unterschiedliche Körper. Jeder Körper verarbeitet die Nahrung anders. Jeder Körper hat andere Bedürfnisse. Unser Tipp: Lerne deinen eigenen Körper kennen und spüren. Die ARGE Dicke Weiber steht ein für bedingungslose Selbstliebe. Du bist gut so wie du bist – egal wie viel oder wenig, was, wie oft, etc. du isst.


Warum ist die ARGE Dicke Weiber folgender Überzeugung „Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen“?

Beim Thema Gewicht und Bewegung müssen wir die eigenen, inneren Vorurteile und Tabus brechen – um uns offen und frei dem Thema zu nähern. Diese Befreiung von jeglichen assoziativen Verknüpfungen die bisher zwischen Gewicht und Bewegung hergestellt wurden – ermöglicht uns Schuldzuweisungen, Scham und Selbsthass zu stoppen.

Das Vorurteil „BEWEGUNG = GewichtsREDUKTION“ ist selbst unter Ärzten weit verbreitet. Unser Erfahrungswissen zeigt, dass GewichtsREDUKTION und BEWEGUNG nichts miteinander zu tun haben. Um mit diesem Vorurteil zu brechen hat die ARGE Dicke Weiber beschlossen: GEWICHT und BEWEGUNG in einem ersten Schritt zu trennen.

In einem zweiten Schritt und aufgrund dieser Diskussion haben wir uns dem wesentlichen Zusammenhang von Gewicht und Bewegung ohne Vorurteile gewidmet. Bewegungen mit einem höheren Gewicht oder anderem Körpervolumen sehen anders aus, als das was unseren Sehgewohnheiten  vertraut und alltäglich ist. Die Bewegungsabläufe dicker Körper werden aufgrund mangelnder Sehgewohnheit auch ganz anders bewertet als die dünner Körper. Hinzu kommt, dass Dicken prinzipiell abgesprochen wird beweglich/sportlich zu sein und sie mit Spott und Hohn rechnen müssen falls sie doch Bewegung/Sport betreiben.

Ab einem gewissen Gewicht sind verschiedene Bewegungen nur mehr eingeschränkt möglich bzw. gar nicht mehr. Hier überschneidet sich die Dickenbewegung mit der Behindertenbewegung und steht ein für barrierefreies und selbstbestimmtes Leben – Leben mit persönlicher Assistenz. Denn selbst mit schwersten körperlichen Einschränkungen ist ein menschwürdiges und glückliches Leben möglich.

Der Bewegungsbegriff ist heutzutage aber sehr eng gefasst und steht für Sport und „Fitness“. Damit einher geht oft der Zwang zur Bewegung mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger in Richtung Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Diese Form von Bewegung (der Sport) wird eingesetzt um moralische Urteile über Menschen zu fällen und ihnen Schuld- und Schamgefühle einzureden. Hierbei hat Glück wer wirklich Spaß am Sport hat aber Spaß am Sport ist nicht der eigentliche Grund hier Sport zu betreiben. Sport soll, so der weitverbreitete Irrglaube, zur Gewichtsreduktion führen. Die ARGE Dicke Weiber ist der Überzeugung, dass jeglicher Grund für Bewegung die eigene Freude daran sein sollte. Jede/r hat unterschiedliche Bewegungsbedürfnisse.

Neben dem gleichzeitigen, gesellschaftlichen Zwang zum Sport als angebliches Mittel zur Gewichtsreduktion werden Dicke vom Sport mittels mangelnder oder gänzlich fehlender Sportbekleidung und Sportgeräte (die für hohes Gewicht geeignet sind) ausgeschlossen. Auch der Spott und Hohn, der Dicke trifft sobald sie sich bewegen also schwimmen, tanzen, etc. grenzt Dicke aus. Dieser Widerspruch: einerseits Sport zu betreiben um angeblich Dünn zu werden und andererseits Dicke aber von der Möglichkeit Sport zu betreiben auszuschließen – erhöht den Druck, die Scham, die Schuldgefühle bei dicken Menschen. Dieser Widerspruch ist gewollt um gut an Dicken verdienen zu können.

Um den moralischen Druck, der auf uns ausgeübt wird aufzuheben müssen wir uns erlauben auch faul sein zu dürfen. Jegliche Bewertung unserer eigenen Faulheit muss aufhören. Es gilt sich selber zu befreien von jeglichen Vorwürfen – frau ist wie sie ist – und sie kann auch faul sein und es genießen!

Wir nehmen uns das Recht auch faul sein zu dürfen und das gut zu finden. Wir nehmen uns das Recht uns nur dann zu bewegen wenn wir es wollen – selbst wenn es „ungesund“ ist. Kurz gesagt: “Wir dürfen Faultiere sein!“


Warum ist die ARGE Dicke Weiber der Überzeugung „Gewicht und Gesundheit hängen nicht miteinander zusammen“?

Zu allererst bedarf es hierfür eine genauere Definition was Gesundheit ist. Für die Mitglieder der ARGE Dicke Weiber ist Gesundheit eine persönliche Empfindung (Selbstwahrnehmung) – ein Wohlgefühl. Empfindungen sind schwierig in Worte zu fassen. Schmerzempfinden, Hitzeempfinden, Kälteempfinden und Wohlgefühl sind bei allen Menschen ganz unterschiedlich. Beim Wohlgefühl steht im Mittelpunkt gut mit sich selbst leben zu können – sich in sich selbst und mit sich selbst wohl zu fühlen – egal in welchem „gesundheitlichen Zustand“ (hier im schulmedizinischen Sinne) frau sich befindet. Für das persönliche Wohlgefühl bedarf es: Lebensfreude, Lebensliebe, Vertrauen und Hoffnung, sowie einen positiven stabilen Selbstwert. Alle menschlichen Grundbedürfnisse sollen erfüllt werden: neben Wärme, Essen, Schlafen, Trinken, Hygiene – haben wir auch ein Bedürfniss nach einem Sinn im Leben, Interessen und Leidenschaften, soziale Kontakte, Teilhabe an der Gesellschaft, nach Liebe und Anerkennung, respektvoller Umgang, Sicherheit und Geborgenheit. Die Erfüllung der Bedürfnisse ist leider nicht immer gegeben und liegt nicht immer unter eigener Kontrolle –so hängt es auch vom Geld ab ob ich Essen und Heizen kann etc. Es liegt nicht im eigenen Ermessen wo wir geboren werden, in welchen sozialen Verhältnissen wir leben, mit welchen körperlichen Bedingungen wir ausgestattet sind (wie groß wir werden, wie unsere Knochen geformt werden, ob wir eine Behinderung haben bzw. bekommen).

Insofern ist Gesundheit teilweise auch eine Entscheidung und Einstellungssache: wie gehe ich jetzt mit den Gegebenheiten (auch mit Einschränkungen, Grenzen) in meinem Leben um? Ich habe diesen Körper, ich habe dieses Leben, was mache ich daraus damit ich jetzt und hier glücklich damit bin? Wie sorge ich dafür dass es mir gut geht? Es gilt alles was mir persönlich unter Gesundheit wichtig ist in meinem eigenen Leben zu verwirklichen. Ich mache also Sachen, die mir persönlich gut tun – vollkommen wertfrei ob sie auch als gesund anerkannt werden zum Beispiel: Zigaretten rauchen, heißes Bad nehmen, Aufzug fahren statt Treppensteigen. Dafür ist folgendes wichtig: Selbstliebe, Entspannen, Grenzen kennen und einhalten: eigene Bedürfnisse achten und wahren, keine Schuldgefühle, kein schlechtes Gewissen, nach Möglichkeit Stressvermeidung, bewusstes Wahrnehmen des Augenblicks, das Wissen wie ich meine Energien und Kräfte einteile, Prioritäten setzen: was muss getan werden und was nicht,  Hilfe suchen und annehmen können sowie Hilfe erhalten, den eigenen inneren negativ Dialog hinterfragen, tiefe innere Überzeugung aufbauen: etwas zu schaffen sowohl als Fertigkeit als auch als Fähigkeit, Humor, Spaß, Blödeln können, über sich selber lachen können, Lachen, etc.

Im Gegensatz dazu beschränkt sich die Schulmedizin auf Symptombekämpfung. Der Mensch wird hier zu quantitativen Daten wie  Blutdruck, Blutzucker, Leberwert, BMI, etc. – die statistisch aufgeschlüsselt werden um Auskunft über Gesundheit und Krankheit zu geben. Gesundheit und Krankheit sind somit messbar und verallgemeinerbar. Das hat auch seine guten Seiten – Schulmedizin ist in vielen Bereichen hilfreich wie bei Operationen (neues Knie, Grauer Star, Blinddarm, etc. aber ausdrücklich nicht bei Adipositas-chirurgischen Eingriffen), Wundversorgung, Verbänden, etc. Leider kommen die Würde des Menschen, sowie der ganze Mensch an sich, in der Schulmedizin allzu oft zu kurz.

Krankheit, als absoluter und von außen aufgesetzter Begriff, wird in einer von Leistung angetriebenen Gesellschaft zum Stigma, auf das betroffene Menschen nicht oder nur wenig einwirken können. Dies hat zur Folge, dass viele Betroffene vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Eben diese Exklusion führt zu einer Einschränkung der Lebensfreude und dadurch zu einer Verminderung der Gesundheit. Die ARGE Dicke Weiber geht sogar so weit zu sagen, dass der soziale Stress, dem Dicke ausgeliefert sind, sie krank macht.

Gerade im Bereich Gewicht vor allem „Übergewicht“ liegt der Schwerpunkt der Schulmedizin an völlig anderer Stelle als beim individuellen Wohlgefühl und der Würde jedes Menschen. Hier wird Dickenhass hinter Begriffen wie Aufklärung, Wahrheit und Wissenschaft getarnt. Mittels dieser Dickenfeindlichkeit, Demütigung, Herabwürdigung, Belustigung und Angstmache werden Dicke dazu getrieben willenlos den Göttern in Weiß zu gehorchen. Beim Abnehmen um jeden Preis spielen das individuelle Wohlgefühl und die Menschenwürde keine Rolle mehr. Wissenschaftliche Beweise dürfen nicht hinterfragt werden sonst wird frau gleich abgestempelt als weltfremd und realitätsfern. Aufklärung besteht dann darin Warnungen über erhöhtes Risiko von Diabetes, Herzkrankheit und den baldigen Tod auszusprechen. Jegliches Aufbegehren und kritisches Nachfragen wird im Keim erstickt. Die dicke, dumme Masse ist anscheinend zu blöd um „die Wahrheit“ zu begreifen. Gesundheitliche Risiken des Dickseins werden übertrieben dramatisch dargestellt. Dicke Menschen werden entmündigt und unter absolute Fremdbestimmung von außen gestellt. Doch das alles geschieht nicht aus Nächstenliebe und Achtung vor dem Leben sondern einzig und allein aus Profitgier.

In der heutigen Gesundheitsdebatte spielen wirtschaftliche Interessen eine große Rolle: Konsum und konsumieren wird als Heilsversprechen eines glücklichen, gesunden Lebens vermarktet. Werbungen suggerieren, dass beim Kauf verschiedenster Produkte Gesundheit, Lebenserwartung und Lebensfreude steigen und dauerhaft erhalten bleiben. Die medial verbreitete Botschaft: „Dicksein ist schlecht, krank und muss um jeden Preis mittels Maßnahmen zur Gewichtsreduktion bekämpft werden“ verschweigt: dass Maßnahmen zur Gewichtsreduktion (Übergewichtschirurgie, der Berufszweig der Ernährungswissenschaften, Diätpillen, etc.) viel Geld kosten – sogar mehr als würden Dicke einfach dick bleiben dürfen.

Bei den Kosten des Gesundheitssystems und der Krankenversicherungen endet oft die Solidarität von Menschen, da ihnen vorgegaukelt wird, Dicke würden das Gesundheitssystem zu sehr belasten. Diese angeblichen Kosten des Dickseins für Krankenversicherungen sind dann die Rechtfertigung von Diskriminierung und Dickenhass. Dies dient als Hauptargument dafür, dass die individuelle Gesundheit und der individuelle Lebensstil plötzlich alle etwas angeht. Man gönnt den Dicken nicht die gleiche medizinische Versorgung, da sie es ja nicht verdienen. „Die Dicken sollen selbst zahlen, sind ja auch selbst schuld“ – so die Parole. Dabei gibt es eine riesige Dunkelziffer jener Dicker, die sich gar nicht zum Arzt trauen und damit obwohl sie „fleißig einzahlen“ nichts dafür zurückbekommen. Dicke sind keine Räuber, die sich etwas einverleiben das ihnen nicht zusteht.

Gesundheit ist nicht verallgemeinerbar. Gesundheit ist kein Durchschnittswert.

Die ARGE Dicke Weiber ist der Überzeugung: Dicksein ist keine Krankheit!  

Die ARGE Dicke Weiber lehnt jegliche Ausübung von psychischem Druck und Zwang auf dicke Menschen ab – für uns stellen solche Maßnahmen für die Gesundheit gewaltsame Übergriffe dar, die die Würde und Selbstbestimmung des Menschen untergraben. Dazu zählen nicht nur medizinische Fachkräfte und Privatpersonen, die sich erdreisten dicken das Leben schwer zu machen, sondern auch Versicherungsanstalten, die Extrazahlungen für „Übergewichtige“ verlangen und medialen Hetzkampagnen wie: „Dicke kosten das Gesundheitssystem zu viel Geld“.

Wir sind der Überzeugung, dass nicht jeder gesund sein muss. Es kann auch nicht jeder gesund sein bzw. gesund werden. Der Zwang zur Gesundheit untergräbt jedwede Menschenwürde und Selbstbestimmung. Gesundheit, Krankheit oder Behinderung dürfen nicht über den Wert eines Lebens entscheiden. Das Gesundheitsdiktat muss aufhören!

Wie wir uns wünschen, dass mit Dicken im Gesundheitsbereich umgegangen wird?

Zunächst sollte die Grundvoraussetzung einer Behandlung geschaffen werden indem passendes Mobiliar in Arztpraxen, Krankenhäusern etc., welches auch das Gewicht aushält, zur Verfügung gestellt wird. Dazu zählen Wartesessel, Behandlungstische, Blutdruckmanschetten, etc.

Ärzte/Ärztinnen müssen die Würde und den Respekt ihrer Patientinnen wahren. Eine Verurteilung von Dicken wie sie derzeit von viel zu vielen Ärzten/Ärztinnen betrieben wird, sowie die Verachtung mit der einige Ärzte/Ärztinnen Dicke „behandeln“ ist strikt abzulehnen. Bei jedem Arztbesuch darauf hingewiesen zu werden wie „gefährlich“ und „tödlich“ das Dicksein ist schürt lediglich Todesangst und ist keinesfalls hilfreich. Die Bezeichnung „Übergewicht“ oder „Adipositas“ – die Dicksein prinzipiell zur Krankheit abstuft – beraubt jeglicher Würde. Der prinzipielle Zwang abnehmen zu müssen und die Angstkampagne sind menschenverachtend. Andere Menschen zu diskriminieren und herabzusetzen um sie dazu zu bringen abzunehmen weil man angeblich so besorgt um ihre Gesundheit ist – ist Machtmissbrauch und Gewalt.

Um eine Aussage machen zu können inwiefern Dicksein sich auf die Gesundheit auswirkt bräuchte es eine Kontrollgruppe Dicker, die noch nie dem Schlankheitsterror und dem Diätwahn ausgesetzt waren. Es ist nicht bewiesen, dass Maßnahmen zum Abnehmen zu medizinischen Vorteilen für die Gesundheit, Lebensqualität und Lebensverlängerung führen. Dick zu sein und dick zu bleiben hindert nicht daran sich selbstständig um die eigene Gesundheit zu kümmern und gesund zu sein.

Die Einstellung der Ärzte/Ärztinnen zum Dicksein ist gefährlich, denn sie vermag Dicke davon abzuhalten zum Arzt/Ärztin zu gehen. Dicke verlangen von Medizinern/Medizinerinnen menschenwürdig „behandelt“ zu werden und das auch bei einem Leiden, dass möglicherweise durch ihr Gewicht verursacht wurde. Sie brauchen keine Schuldzuweisung oder Ermahnung zum Abnehmen. Ärzte/Ärztinnen haben die Selbstbestimmung des Menschen zu wahren. Frau darf auch dick ihr Leben leben. Sie darf sich auch gegen gesundheitliche Maßnahmen entscheiden und sie darf vor allem selbstbestimmen ob sie mit dem Arzt über ihr Dicksein sprechen möchte oder nicht.


Warum ist die ARGE Dicke Weiber gegen Diäten zur Gewichtsreduktion?

Wir sind aus ethischen, gesundheitlichen und erfahrungsbedingten Gründen gegen Diäten zur Gewichtsreduktion.

Diäten sind mit dem Denken verbunden, dass frau ihren Körper an eine »Norm« anpassen muss. Diese Norm wird von einem kapitalistischen, patriarchalen System festgelegt, dem es um Leistungsfähigkeit, Unterwerfung, Unsterblichkeit, Ersetzbarkeit etc. geht.

Zunächst ist die medial verbreitete, gesellschaftlich oktroyierte Vorstellung eines perfekten, genormten Körpers, der beliebig formbar, kontrollierbar und herstellbar ist, abzulehnen. Solche Vorstellungen entsprechen nicht der natürlichen Vielfalt und können auch nicht real existierenden Gegebenheiten gerecht werden. Das Weltbild, welches vorschreibt, den eigenen Körper zu normieren, zu trimmen und an ein bestimmtes Ideal anzupassen, untergräbt jegliche Individualität und Selbstbestimmung. In einer solchen Vorstellung werden Menschen zu Maschinen, wodurch die Ausbeutung ihrer Körper gerechtfertigt erscheint: einzig und allein Herstellung und Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit der Frauen-Körper zählt. Frauen-Körper sind diesem Leistungsprinzip in vielfachem Sinne ausgeliefert unter anderem als »Brutmaschinen« um für eine nächste Generation zu sorgen, als »Sexsklavinnen« zur Befriedigung von Männern oder auch als »Arbeitskräfte« im Dienste der Wirtschaft.

Unsere Körper sind naturgegeben, sie sind von Natur aus unterschiedlich und vielfältig – wir haben alle individuelle Stoffwechsel, einen individuellen Hormonhaushalt, individuelle Körperformen, individuelle Persönlichkeiten aber auch ganz unterschiedliche Lebensweisen, Lebensvorstellungen und Bedürfnisse. Wir sind menschliche Individuen und keine Maschinen und als solchen menschlichen Individuen kommt jeder von uns ihre eigene Würde zu. Diese Würde gilt es vor gesellschaftlichen, kapitalistischen, ausbeutenden, patriarchalen und leistungsorientierten Denkweisen zu schützen.

Diäten werden heutzutage immer noch als »gesund« postuliert und die Risiken werden dabei oft ganz verschwiegen. Hier ist für uns besonders die Aufklärungsarbeit über die gesundheitlichen Risiken von Diäten wichtig. Eine bewusste, selbstbestimmte Entscheidung ist erst möglich, wenn frau auch die Risiken kennt nicht nur die »angeblichen Vorteile«. Ebenso wird überall der Erfolg solcher Diäten bescheinigt und fehlerhaftes Bemühen oder Disziplinlosigkeit unterstellt, wenn nach einem anfänglichen Erfolg (der Großteils nur durch Wasserverlust entstanden ist) wieder zugenommen wird, meist sogar mehr als das Ursprungsgewicht. Neuerdings wird das Wort Diät durch das neue Modewort »Ernährungsumstellung« vertauscht und damit die Machbarkeit bei genügend Willensstärke nochmals unterstrichen. Unsere langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass Diäten sowie Ernährungsumstellungen keinen dauerhaften Erfolg haben!

Was bedeutet das für Frauen, die zu uns kommen wollen und die Diäten machen? Sie sind herzlich willkommen, solange sie uns nicht von Diäten überzeugen wollen. Sie müssen sich aber darauf gefasst machen, dass sie über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt werden.

Warum ist die ARGE Dicke Weiber gegen Übergewichtschirurgie?

Übergewichtschirurgie ist ein Experimentieren am Körper, das schwerwiegende Folgen für Gesundheit und Lebensqualität mit sich führt, die eine lebenslange medizinische Nachbetreuung erforderlich machen. Getarnt als endgültige und einfache Heilsversprechung und unter dem Druck ärztlicher Empfehlungen werden Dicke überall dazu aufgefordert. Dabei handelt es sich um eine ähnliche Geschäftemacherei wie bei Schönheitschirurgie, Gebärmutterentfernungen und Kaiserschnitten.

Es wird weder gesagt welche Lebenseinschränkungen frau nach so einer Operation erwarten kann noch, dass frau trotzdem dick bleiben kann oder nach anfänglichem Abnehmen wieder dicker werden kann. Es wird nicht aufgeklärt darüber, dass frau sich ständig mit Essen befassen muss (vor allem mit dem, was frau noch essen kann und in welcher Form, vor allem wie viel) – die gesamte Denkweise wird dann zunehmend eingenommen von diesem Thema (Dünn bleiben, Essen). Ebenso wenig wird darüber informiert, dass, wenn frau abnimmt die überzählige Haut operativ entfernt werden sollte, da ansonsten unter den Hautlappen Ekzeme, Pilze, etc. entstehen können, die ebenfalls einer lebenslangen Behandlung bedürfen. Eine solche Hautreduktion muss selbst bezahlt werden und ist ebenso riskant wie eine Magenverkleinerung. Weitere Ausführungen zu den gesundheitlichen Gefahren von Übergewichtschirurgie findet ihr in unserem eigenen Artikel.

Jedes Individuum hat das Recht für sich zu entscheiden, wie sie mit sich umgeht und was sie mit sich macht und machen lässt. Eine freie Entscheidung innerhalb einer kapitalistischen Gesellschaft zu treffen, deren Hauptziele »Schönheit, Normierung und Leistung« geworden sind, ist aber nahezu unmöglich. Die prinzipielle Verpflichtung sich bariatrischen Operationen zu unterziehen um sich einer Konvention anzupassen, die uns von außen auferlegt wird, ist Körperverstümmelung und Gewalt an Frauen auf Krankenschein.

Natürlich verstehen wir auch die Verzweiflung, die Frauen dazu verleitet zu sagen: Ich will nicht mehr dick sein, ich würde alles tun um nicht mehr dick zu sein. Der soziale Druck auf Dicke ist so enorm, dass frau sich kaum in ihrer Haut wohl fühlen kann. Doch die Versprechungen: wenn du dünn würdest, dann würden wir dich mögen/lieben, dann würdest du Arbeit finden, dann wärst du schön, dann wärst du glücklich, dann wärst du gesund, dann wärst du beweglich, sind Lügen, denn sobald frau abgenommen hat, wird ihr etwas Neues eingeredet, mit dem sie unzufrieden zu sein hat (Körperbehaarung, Cellulite, unreine Haut, Zähne). Probleme und Unwohlsein kommen nicht vom tatsächlichen Gewicht oder dem tatsächlichen Äußeren, sondern durch das Umfeld, die Art wie ich lebe, wie ich sozialisiert werde. Auch davon, dass ich mir selbst alles Mögliche im Leben verbiete, weil ich mich schäme. Diese Scham wird von außen angeregt. Auch dünne Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden – diese Unzufriedenheit ist angelernt um der Wirtschaft zu dienen.

Wir wären selbst wenn es keine gesundheitlichen Nebenwirkungen bzw. Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen hätte gegen Übergewichtschirurgie. Denn Übergewichtschirurgie wie sie derzeit von unserem kapitalistischen System ausgeübt wird, erzeugt den Druck und den Zwang sich anzupassen. »Sei fit« – der neueste Slogan unserer Gesellschaft heißt nichts anderes als »Beuge dich der Norm und mach dich brauchbar für die Wirtschaft«. Hier berührt unsere Diskussion die Behindertenbewegung, die sich gegen die Vereinnahmung durch die Gesellschaft wehrt.

Übergewichtschirurgie steht auch als Symbol für die Pathologisierung von dicken Frauen und ihren Körpern sowie der damit verbundenen Abwertung. Weder betrachten wir Dicksein als »krankhaft/pathologisch« noch als etwas das der »Heilung« bedarf. Wir sind der Meinung, dass jedes Leben lebenswürdig ist und dass wir als Gesellschaft nicht beschließen dürfen, dass eine »Körperform bzw. Körpernorm« ausschlaggebend ist, ob ein Leben lebenswürdig ist oder nicht. Auch der derzeitige Jargon von »Krank und Gesund« darf nicht ausschlaggebend sein, ob ein Leben lebenswürdig ist oder nicht. Die Würde eines jeden einzelnen Lebens darf nicht bemessen werden und schon gar nicht aufgrund von Leistung, Aussehen, Fitness, Nützlichkeit/Brauchbarkeit, Gesundheit des einzelnen Menschen.

Wir lehnen Übergewichtschirurgie ab, da sie mit zum großen Industriezweig geworden ist, der sich an der Diskriminierung von dicken Frauen bereichert – einerseits finanziell andererseits mittels der Möglichkeit an Frauenkörpern herumzuexperimentieren. Solange diese Gesellschaft den Normierungs- und Schönheitszwang nicht aufgibt, solange wird Übergewichtschirurgie ein Mittel bleiben um Menschen insbesondere Frauen zu unterdrücken.


Warum ist die ARGE Dicke Weiber eine feministische Initiative?

Feministisch heißt für uns Solidarität unter Frauen, ihre Lebenssituation soll verbessert, ihr Selbstwertgefühl gestärkt werden. Wir schließen alle Frauen* mit ein, die sich als solche verstehen. Feminismus beginnt für uns im privaten Bereich und erstreckt sich von dort in die öffentliche, politische Dimension.  Der Appelle, schlank zu sein, ist zum größten Teil an Frauen gerichtet und ein wirksames Mittel ihr Selbstwertgefühl zu erschüttern. Schlank sein heißt, weniger Platz einzunehmen, damit können Frauen klein gehalten werden, sie sollen in der Öffentlichkeit möglichst wenig sichtbar sein und wenn, dann entsprechend den genormten Maßen. Frauen soll klar sein, daß sie das Andere, das Ungenügende sind.

Jede Frau, sei sie noch so schlank, ist zunächst mit dem Schlankheitswahn konfrontiert, dann gelangt sie zum Schönheitszwang. Dazu zählt die Schönheitschirurgie mit Fettabsaugung, Falten glätten, Magen-Bypass. Beinahe schon Pflicht ist das Entfernen von Körperbehaarung, am Ende steht die Altersdiskriminierung. Eine weitere Stufe stellt die Gesundheitsindustrie dar mit dem Zwang zur Gesundheit. Das Motto lautet: „Schön, schlank, gesund und glücklich“. Abmagerungsdiäten werden heute mit Ernährungsumstellung vertauscht. Aggressives Verhalten von ÄrztInnen und ärztlichem Personal dürfte jede von uns schon erlebt haben.

Die Frau ist ein Körper, der Mann ist Geist und Stärke, die Doppelmoral gibt es auch in diesem Bereich – frau ist dick, mann ist stattlich. Der Körper der Frau ist ein Gegenstand, er muß unterdrückt und kontrolliert werden. Frau muß so beschäftigt mit ihrem Körper sein, daß sie sonst an kaum etwas anderes denkt, nicht daran, warum sie als Frau in einer patriarchalen Gesellschaft gering geschätzt wird, Frauenarbeit wenig wert ist und gar nicht soll sie politisch tätig sein. Für schlank/schön/gesund soll sie viel Geld ausgeben, das dient der Wirtschaft.

Wir betrachten es als eine unserer Aufgaben zu vermitteln, dass der Wert einer Frau in ihr selbst liegt, „hör auf, gefallen zu wollen“.

Damit ist die politische Dimension erreicht. Schlankheitsterror, Schönheitszwang und Gesundheitsindustrie hängen zusammen, wir analysieren das und versuchen, Strategien dagegen zu entwickeln.

Wir stellen die gängigen Schönheitsideale in Frage.
Wir lassen Übergewicht nicht als Krankheit gelten.
Wir lehnen die Geschlechterrollen ab.
Wir analysieren die Sprache – wird man/frau verwendet, wird gendergerecht formuliert.
Die Kontrolle des weiblichen Körpers liegt im Interesse des Patriarchats, die mangelnde Anerkennung von Frauenarbeit liegt im Interesse von Wirtschaftsökonomie und Kapitalismus.

Wir lehnen Patriarchat, Wirtschaftsökonomie und Kapitalismus ab.

Warum ist die ARGE Dicke Weiber nur für Frauen?

In einer Welt, die von Männern und patriarchalen Ideologien dominiert wird, sind unterschiedliche Geschlechter mit jeweils unterschiedlichen Lebensbedingungen konfrontiert. Männer besitzen Raum, Frauen und andere Geschlechter müssen ihn sich erst erkämpfen. Männer geben vor, Frauen und andere Geschlechter müssen sich anpassen. Aufgrund ihrer Gebärfähigkeit, ihrem hohen Anteil an der unentgeltlichen Reproduktionsarbeit und ihrer ökonomischen Abhängigkeit werden Frauen darüberhinaus vielfach ausgebeutet, sexualisiert und zum Objekt gemacht. Der Frauenkörper dient als Ware, die ausgestellt, verkauft, benutzt und kontrolliert wird. Deshalb sind Frauen dem Schönheitsdiktat von »schlank – jung – unbehaart« ganz besonders stark ausgeliefert.

Um uns von diesem Schönheitsdiktat zu befreien, glauben wir, dass es notwendig ist, sich erstmal mit Geschlechtsgenossinnen über die eigenen Lebensbedingungen auszutauschen und in einem geschützten Rahmen Mut und Strategien zu entwickeln, wie wir diesen Herrschaftsverhältnissen etwas entgegensetzen können. Frauen müssen sich mit Frauen verbünden, um den sexistischen Blick auf den weiblichen Körper abzulegen und sich selbst bedingungslos lieben zu lernen.


Warum ist die ARGE Dicke Weiber autonom?

Unter Autonomie verstehen wir Unabhängigkeit von Religionen, politischen Parteien, staatlichen Subventionen und privaten Geldgebern. Für eine selbstorganisierte Gruppe wie die ARGE Dicke Weiber bedeutet das, Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung in allem was wir tun. Wir sind niemandem außer uns selbst Rechenschaft schuldig. Womit wir uns beschäftigen und womit nicht, mit wem wir kooperieren und mit wem nicht, was wir bewerben und was nicht, ist das Resultat von gemeinsamen Auseinandersetzungen innerhalb unserer Gruppe. Diese Auseinandersetzungen können, dürfen und sollen immer wieder hinterfragt, neu geführt und gegebenenfalls auch verändert werden – für eine größtmögliche Freiheit und Ehrlichkeit uns selbst und unseren FreundInnen gegenüber.

Warum ist die ARGE Dicke Weiber ein basisdemokratisches Kollektiv?

Mit dem Begriff Basisdemokratie verbinden wir eine direkte Demokratie, bei der die Entscheidungsfindung auf dem Konsensprinzip beruht – im Gegensatz zur Mehrheitsentscheidung in einer repräsentativen Demokratie. Das heißt, es wird nicht abgestimmt, sondern es werden Lösungen gesucht, mit denen alle leben können. Damit streben wir nicht nur Hierarchiefreiheit an, die einen gleichberechtigten Umgang miteinander gewährleistet, sondern auch eine Diskussionskultur, die es ermöglicht, sich mit (kontroversen) Themen tiefgehender auseinanderzusetzen. In unserem basisdemokratischen Kollektiv gibt es daher den Anspruch, dass sich alle, je nach ihren Fähigkeiten und Ressourcen, aktiv beteiligen und Gruppenentscheidungen von allen getroffen werden. Wir finden, dies ist die respektvollste Art miteinander umzugehen.

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