Dickenfreundliche Ärzt_innen gesucht!

Liebe Leser_innen, eure Unterstützung ist gefragt!

Wir als ARGE Dicke Weiber versuchen, neben Öffentlichkeitsarbeit auch gezielt Informationen zu erschließen, die dicken und fetten Menschen eine Hilfestellung im täglichen Leben bietet.

Ein wichtiges Anliegen ist es uns, Daten zu dickenfreunlichen¹ Ärzt_innen zu sammeln. Viel zu viele von uns schieben Arztbesuche auf Grund tatsächlicher oder befürcheter Diskriminierungserfahrungen bis zur äußersten Schmerzgrenze hinaus oder vermeiden sie sogar gänzlich.

Das Unterfangen, eine Ärzteliste zu erstellen, die dann unseren Leser_innen zur Verfügung gestellt werden soll,  wurde unsererseits schon vor Jahren initiiert, bisher mit eher mäßigem Erfolg.Um es nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, möchten wir noch einmal einen Aufruf starten.

Wir suchen dezidiert dickenfreundliche Mediziner_innen, egal welchen Faches! Besonders gefragt sind aber sicher Gynäkolog_innen, die unter diese Kategorie fallen, weil es als ganz besonders entwürdigend wahrgenommen wird, sich auf dem Gynstuhl sitzend sexistischen und / oder dickendfeindlichen Kommentaren aussetzen zu müssen.

Sehr gerne nehmen wir auch Tipps für Mediziner_innen aus den Bundesländern entgegen. Da unsere gestaltenden Mitglieder alle in Wien wohnen, sind unsere Aktivitäten meistens sehr auf Wien fokussiert, aber wir freuen uns über Tipps andere Bundesländer betreffend mindestens genauso.

Wenn du also ein besonders positive Erfahrung mit einer Ärzt_in gemacht haben solltest und diese Info auch anderen zur Verfügung stellen würdest, schick uns bitte eine E-Mail an argedickeweiber@gmx.net oder über eine PN auf Facebook mit einer Angabe von Name der Mediziner_in, Adresse der Ordination und ggfs. einigen Zeilen darüber, warum du diese Praxis empfehlen kannst. Die Einsender_innen bleiben selbstverständlich komplett anonym.

Kurze Fußnote zu¹: Was zeichnet dickenfreundliche Ärzt_innen aus? Untenstehend ein paar Anregungen – es kann auch noch um ganz andere Dinge dabei gehen :

  • Gründliche Untersuchung, ohne gleich vorweg Gewicht als Ursache anzussehen
  • Ernstnehmen des Patientenanliegens, ohne Rücksicht auf den BMI
  • Verzicht auf abschätzige Blicke oder beiläufige Kommentare zum Körpergewicht
  • Verzicht auf Abwiegen, wenn nicht zwingend nötig
  • Verzicht auf „gute Ratschläge“ bez. Gewichtsabnahme ( es sei denn, ausdrücklich von der Patientin gewünscht) oder auf Versuche, hauseigene Diätprodukte oder -behandlungen an die frau* zu bringen

Dicke Kleidung: Swimsuits for all

geschrieben von Anita Drexler

Noch ist Sommer, also nehmen wir uns die Zeit, wieder einmal über Bademode zu sprechen.

Dass es einen Mangel an ansprechendem Angebot auf diesem Sektor für dicke und fette Menschen gibt, ist uns allen bekannt. Sucht man nach positiven Beispielen dafür, wie es auch gehen könnte, stößt man immer wieder auf einen ganz bestimmten Anbieter aus den USA, auf „Swimsuits for all“. Ich habe mir nun etwas Zeit genommen, diesen großen Namen zu testen und war durchaus zufrieden mit dem, was ich erlebt habe.

Klickt man sich durch die Website, ist etwas, das sofort ins Auge sticht, das übergroße Angebot: Von  Bikinis, Tankinis, Badeanzügen bis hin zu Schwimmoberteilen mit Ärmeln hat S4A wirklich alles im Sortiment, was das Herz begehrt.
Auch was den Stil angeht, ist Vielfalt vertreten – vom klassischen Badeanzug mit Blumenmuster über den gewagten (und meistens wirklich gut designeten!) Zweiteiler bis hin zur schnörkellosen Badeshort wird alles abgedeckt.

Auch was die Auswahl an Konfektionsgrößen angeht, kann man mit dem, was geboten wird, unterm Strich zufrieden sein:  Das Sortiment reicht von US- Größe 8 (was bei uns einer Größe 36 entspricht)  bis zur US-Größe 34 ( bei uns Größe 62). Dabei gehen die Normalgrößen bis US-Größe 26 ( = Größe 54 in Österreich). In Sachen Körbchengrößen werden kleinere Größen sich schwer tun, denn unter C-Cup wird Vieles aus, vermutlich wirtschaftlichen Gründen, gar nicht hergestellt. Mit Körbchengröße B und darunter kann frau* maximal auf die Softshell-Designs zurückgreifen. Dafür findet man nach oben hin bis zur (US-) Körbchengröße H ein sehr breit gestreutes Angebot.

Mit der Verarbeitung der Produkte habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht – gut vernäht, strapazierbar, leicht zu trocknen. Fairerweise sollte aber erwähnt werden, dass ich niemand bin, der seine Bademode exzessiv nützt – ich gehe, wenn es hoch kommt, drei Mal die Woche ins Schwimmbad – die Ansprüche einer Person, die ihre Badedressen nahezu täglich benutzt, vielleicht noch bei starker Sonneneinstrahlung oder im Salzwasser, weichen von den meinen sicherlich ab.

Preislich bewegen sich einzelnen Stücke im soliden Mittelfeld – dank der diversen, eigentlich fast laufenden, Promotionsangebote und im Abverkauf, der sowieso fast das ganze Jahr über geht, findet man immer wieder auch recht günstige Bademoden.

Besonders positiv herausstreichen möchte ich die Produktpräsentation. Hier bietet S4A mehr als nur ein Gustostückerl. Nicht nur, dass die auf der Website verwendeten Fotos teilweise schon fast ikonenhaft anmuten – sie sind geschmackvoll, gut gewählt und zudem und sehr inklusiv. Zusätzlich zu den Präsentationsfotos hat man auch noch die Möglichkeit, sich die Stücke auf von  Kund_innen eingereichten Fotos, quasi „am echten Körper“ noch einmal anzusehen, was bei einer Kaufentscheidung sehr nützlich ist. Chapeau, genau so sollte es sein!

Negativ am Einkaufserlebnis aufgefallen ist mir das außergewöhnlich hohe Maß an Spam, meist Gutscheincodes für Aktionsangebote, die nach einer Bestellung ins digitale Postfach flatterten. Auch hier glaube ich zwar, dass man das irgendwie abstellen könnte, aber allein die Tatsache, dass man, wenn man dies nicht tut, mehrmals die Woche Werbepost eines einzigen Anbieters zugeschickt bekommt,halte ich für lästig bis an die Grenze zur Dreistigkeit gehend.

Abschließend noch ein Wort zu Lieferung und Versandkosten. Wie sich diese gestalten, ist bei Käufen aus Drittländern immer schwierig vorherzusehen. Bleibt das Stück im Zoll hängen, kann man, zumindest derzeit, gut und gerne 5 Wochen auf ein Paket warten und hat, je nach Höhe der Bestellung, mit zusätzlichen Kosten von etwa 20% des Einkaufspreises als Zollabgabe zu rechnen. Geht hingegen alles glatt, hat man die Lieferung in etwa 14 Tagen in seinem Postkasten liegen und kann sich, je nach Wechselkurs, auch über günstige Preise freuen. Die reinen Versandkosten betrugen immer um die €20.- .

 

 

 

 

Zusammengefasst gesagt:
Pro: leistbar, ansprechende Designs, breites Spektrum an Stilen und Funktionen
Contra: keine physischen Läden, Versand aus den USA ( wenn man Pech hat, bleibt das Paket lange im Zoll), dieser elende Spam
Kaufempfehlung für: Bademoden aller Art für Konfektionsgrößen bis 62

 

Zur Website von Swimsuits for all gelangt ihr hier.

 

fat furniture

„When a fat person asks for furniture that accommodates us or enough room to sit on a plane or plus sizes (or, as I like to call them, sizes) this is not asking for something special – it’s asking for what others already have.  If the other patients at your doctor’s office walk into the office and sit down, but you can’t because the chairs all have arms and don’t work for you, then when you ask for an armless chair you’re not asking for something special – you’re asking for what the other patients already have.“

Ragen Chastain