Die 400-Kilo-Frage

In der Gruppe sind wir uns nicht immer einig. Trotzdem möchte ich meinen Eindruck zu einem intern viel und oft diskutierten Thema geben.

Eine Obergrenze wird dieser Tage heiß diskutiert in der Politik. Für uns ist sie aber schon ein alter Hut, da wir sie schon seit 2009 immer wieder am Tisch haben.

Uns stellen sich diverse Fragen in diesem Zusammenhang. Wann ist es genug? Wann ist jemand zu dick? Manche meinen mit 400 kg ist es aus. Andere meinen, wenn man nicht mehr aus eigener Kraft aus dem Bett kommt.

Wir wissen, dass Menschen im Laufe ihres Leben immer schwerer werden. In der Regel ist dieser Anstieg graduell. Bei Leuten, die schon dick sind, ist dieser Anstieg steiler, als bei dünneren. Dicke nehmen im Schnitt also jährlich mehr zu.

Was ist nun, wenn uns die jährliche Zunahme nun an die theoretische Obergrenze geführt hat?

Manche würde sagen, jetzt muss was unternommen werden. Bleiben wir also theoretisch und fragen uns, was getan werden kann. So könnte frau vielleicht als nächsten Schritt die Ursache für ihr Fettsein erkunden. Womöglich ist es organisch oder hormonell?

Oh, der Gang zum Arzt ist ohnehin schon schwierig, aber wie kommt man dort hin, wenn man gar nicht mehr aus dem Bett kommt?

Mal abgesehen davon, dass die Medizin heute noch nicht so weit ist, sagen zu können, warum die eine sich den ganzen Tag vollstopfen kann und dabei gertenschlank  bleibt und die andere trotz Sport und guter Ernährung dick ist, so haben die meisten Ärzte gar kein Interesse  daran herauszufinden, warum Frau dick ist – weder im Gespräch, noch durch Tests. Gerne werden aber Pauschaltipps abgegeben, die auf Essen und Bewegung abzielen. Viele sind sich auch für passiv-aggressive Spitzen nicht zu schade oder geben Tipps wie ”Essen Sie nicht so viele Wurstsemmel”, ohne zu wissen, ob so etwas von der betreffenden Person überhaupt gegessen wird.

Den theoretischen Arzt haben wir also nun abgehakt. Leider(?) haben wir unseren Glauben an Ernährungsumstellungen noch immer nicht gefunden, denn wir haben nicht vergessen dass es keine Möglichkeit gibt, Gewicht zu verlieren und dieses niedrigere Gewicht auch fünf Jahre später noch zu halten. Im Gegenteil wird man nach jeder Diät sogar noch dicker.

Was stört uns also so sehr? Dass man sehr in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird mit 400 kg? Vielleicht! Doch das kann einer jeden durch Krankheit, Behinderung, Unfall, etc. genauso passieren. Diese Schicksale kann man sich genauso wenig aussuchen, wie das Gewicht.

Natürlich kann frau aktiv werden. Ich möchte dazu raten, sein Leben im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten so zu leben, wie frau es für gut befindet. Egal bei welchem Gewicht. Bedürfnisse können sich ändern. Auf die sollten wir eingehen.

Denn jeder Körper ist ein guter Körper.

 

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