Dicksein / Fettsein und ungewollte Fotos

„Seit jedes Handy annehmbare Fotos machen kann ist es als Dicke manchmal recht unangenehm – jetzt folgt nicht ein Zeigefinger, ein starrer Blick des Entsetzens oder ein verstohlenes Kopfzeichen zum Nachbarn und hämisches Gelächter  sondern es wird einfach ein Foto geschossen und herzhaft und immer wieder von neuem über uns hergezogen. Eventuell landet es im Internet mit Spott, Hohn und Dickenhass versehenen Mitteilungen. Mein Körper gehört mir, er dient nicht eurem Begaffen, er dient nicht eure Hetze, er dient nicht eurer Belustigung und eurem Voyeurismus. Unsere dicken/fetten Körper gehören euch nicht, also schämt euch für eure Anmassung ein Foto von uns ohne unsere Erlaubnis zu machen. Wir schämen uns nicht für unsere Körper. Und wir lassen uns auch keine Scham mehr einreden. Wir erlauben es nicht, dass ihr uns zum Objekt eures Spottes und Hasses macht. Wir sind alle Menschen.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Es ist heiß und ich schwitze

Es ist heiß und ich schwitze,
meine Jacke fällt, kann sie nicht mehr tragen,
es ist heiß und ich schwitze,
meine Socken müssen fort, kann sie nicht mehr tragen,
es ist heiß und ich schwitze,
eine kurze Hose muss jetzt sein, und die Haare auf den Beinen?
es ist heiß und ich schwitze,
also meine dicken Arme zeigen, und die Haare unter den Achseln?
es ist heiß und ich schwitze,
also was soll es, es gibt nichts zu verstecken,
meine Warzen am Hals, meine Beulen am Bein,
meine Haare am Kinn, meine Streifen am Bauch,

es ist heiß und ich schwitze,
und ich zeige mich, meinen Körper,
ich verhülle mich nicht,
und ich ernte die Blicke, und ich ernte den Spott,
und ich ernte den Hass und die Worte und den Zorn,
es wird gepöbelt, wird gelästert, wird die Nase gerümpft,

es ist heiß und ich schwitze,
und ich lasse mich nicht in Kleider sperren,
und auch nicht in Konventionen oder in Modetrends,
also kurz und eng und knapp – bedecke ich was notwendig ist,
und kleide mich wie ich mich wohlfühle,
und zwar vor allem auch dem Wetter nach.

Es ist heiß und ich schwitze,
das bin ich und ich nehme mich so wie ich bin.
Ich lebe mit mir,
und ich nehme mir das was ich brauche,
auch die Freiheit mich so zu zeigen wie ich bin,
die Freiheit meinen Körper zu zeigen wie er eben ist.

Es ist heiß und ich schwitze,
und ich erfreue mich am Sommer,
an der Sonne und am Sonnenschein.

verfasst von Malena Glück

But it could be

„The world is not built for fat people, and the larger we are the more things are inaccessible (and this often intersects with the oppression of other marginalized identities that some fat people hold, including racism, ableism, healthism, ageism, classism, homophobia, transphobia and more.) Sometimes it’s annoying – like when there’s a restaurant we want to try, but they only have booths that are too small.  Sometimes it affects us professionally – like if a conference room only has chairs with arms that don’t accommodate us. Sometimes it limits our ability to move around our world – like fat people who aren’t able or are unwilling to pay twice as much as thin people for the same airline trip.  Sometimes it affects our health – like when the doctor doesn’t have the proper sized cuff to take our blood pressure. Sometimes it affects our survival – like when they don’t have an ambulance built to transport us or medical equipment made to save us, or we have surgeons who don’t have any training working on fat bodies.  Sometimes it affects our death, like when we find out that the reasons doctors don’t have training on fat bodies is that they won’t accept our donation of our bodies into medical programs.“

Ragen Chastain