„Der Körper ist ein wesentlicher Faktor bei der Identitätskonstituierung und ein wichtiges Moment der Identität. Die Identifizierung mit dem eigenen Körper macht ihn zu einem Teil der Identität, die durch die Abgrenzung gegenüber einem anderen Körper gestärkt wird: Der ›Körper des Anderen‹ oder der ›andere Körper‹ scheint das zu sein, was der eigene Körper nicht ist.“

Klaus Hödl

(‘Der ›jüdische Körper‹ in seiner Differenz’ in Marginalisierte Körper – Beiträge zur Soziologie und Geschichte des anderen Körpers, Torsten Junge/ Imke Schminke Hg., UNRAST-Verlag, Münster, Mai 2007, S.63)

„Man kann solche Phänomene aber auch als Symptome einer Entwicklung deuten, die nicht nur den weiblichen Körper, ja nicht nur den Körper überhaupt, sondern den Menschen in all seinen Facetten als eine Kampfzone definiert, in der es ausschließlich um Fragen der Optimierung und Perfektionierung, der Verbesserung, Normierung und Kontrolle um fast jeden Preis geht.“

Konrad Paul Liessmann

(Philosophicum Lech. Neue Menschen! Bilden, optimieren, perfektionieren. Konrad Paulk Liessmann Hg., Paul Zsolnay Verlag, Wien 2016, S.7f)

body activism

„All body issues (we’re talkin‘: race, ability, gender, age etc etc etc) must be included in our body activism if we want to create change. All of them. Because, even if you are not invested in other people’s safety in this world (I hope that changes for you, but even if it doesn’t) all oppression is connected. And as long as one group is being harmed, none of us will ever see real safety in our future.“

Jes Baker

„Da die Züchtigungsziele auf maximale Leistungsfähigkeit und Produktivität ausgerichtet sind, wurde die Frage nach der Gesundung des ‘geschädigten Volkskörpers’ im Zusammenhang mit den dafür notwendigen allgemeinen Erhaltungskosten gestellt: ’Was kosten die schlechten Elemente dem Staat?‘(…)Arbeitsunfähige Personen, Invalide, Kranke oder Alte stellen nach diesem Kalkül als ‘Unproduktive’ eine Belastung für den Staat und die öffentlichen Einrichtungen dar. Ihre Denunziation als ’leere Menschenhüllen‘ oder ‘Balllastexistenzen’ legitimiert den Diskurs um deren Ausschaltung aus dem Fortpflanzungsgeschehen. Das idealisierte Bild des perfekten Volkskörpers verlangte nach Opfern.“

Lisbeth N. Trallori

(Der Körper als Ware, mandelbaum kritik und utopie, Wien 2015, S.113f)

I don’t like being the victim of fatphobia

„As a queer woman I’ve been told that if I don’t like being the victim of homophobia I should date a dude. As a fat woman I’ve been told that if I don’t like being the victim of fatphobia I should become thin.  In both cases it doesn’t actually matter if it’s possible to change myself, because the cure for social stigma is ending social stigma – not for stigmatized people to try to squeeze ourselves in a mold someone else created for us. I will not try to manipulate my body size for some kind of twisted victim-blaming concept of “revenge.” I will wield my beautiful fat body like a weapon.  I will love it, I will care for it, I will move it, I will show it in public, I will viciously defend my body against anyone who seeks to classify it as anything but amazing. The problem here isn’t how we look, it’s that people bully us for how we look. I don’t care about revenge, but I do demand social change.“

Ragen Chastain

Ich, der Kinderwagen!

„Ja ich bin ein Fass und ja ich kann mich nicht auflösen und ja der Kinderwagenplatz, diese kleine Nische ist wunderbar für mich und bietet mir genug Platz zum Stehen und ja ich verfalle wenn ich sehe dass jetzt ein Kinderwagen bei mir einsteigt und ich weiß nicht wohin ich verschwinden soll – ich kann mich nicht auflösen, ich kann mich nicht kleiner machen, ich kann mich nicht zusammenfalten oder was einziehen, das hat bei mir gar keinen Sinn – und nein ich kann mich nicht in den Spalt zwischen den sitzen auf der einen Seite und Kinderwagen auf der anderen Seite zwängen. Und wenn ich in dem Gelenk stehe, dann habe ich Angst wenn vor mir und hinter mir ein Kinderwagen am Kinderwagenplatz steht, dass ich nicht daran vorbei komme und aussteigen kann – ich sitze fest. also was tun wenn ein Kinderwagen doch einsteigt – flüchten nur wohin?“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

hard to be a self-loving fatty

„I’ve been working in the body  positive, Fat Acceptance and Health At Every Size movements for nearly 20 years now.  And while certain things have gotten better and certain things have gotten worse, one thing is consistent. It’s tough.  I mean really tough.  And I admit that I have certain privileges that many others in the space don’t have.  I’m sort of medium fat.  That means I face fat discrimination but nothing like as much as bigger fats.  I am white and cisgendered and heterosexual among my many, many other privileges.  And even with these privileges it’s hard to be a self-loving fatty in this world.“

Jeanette DePatie (AKA The Fat Chick)