Sie tanzt

Meine Füße berühren den Boden,
die Schwere meines Körpers drückt sie fest zur Erde,
doch ich hebe und senke sie
und schreite mit Schwung durch die Straße,
mein Fett wackelt und schwabbelt nur so dahin,
auf den Lippen trage ich ein Lächeln,
in meinem Herzen höre ich den Rhythmus,
den Rhythmus der Großen Mutter,
und sie tanzt mit mir,

dick und fett schwinge ich um die nächste Ecke,
fröhlich lache ich meinen Gegenübern ins Gesicht,
wer immer mir begegnet sieht mich beben,
spürt mich durch die Welt stampfen,
mit Freude bewege ich mich an staunenden Gesichtern vorbei,
ja mein Bauch hüpft auf und ab,
und ja mein Busen schwingt rechts und links von mir,
und ja meine Beine schwabbeln herum,
und ja ich brauche Platz, ich brauche Raum,
und ich nehme ihn mir.

Dick und Fett und voller Freude tanze ich durch mein Leben,
stampfend, laut schnaufend, den Boden erbebend,
und wisst ihr was, die Große Mutter,
Sie tanzt mit mir.

Ich bin einfach umwerfend,
mit all meiner Fülle kann ich einiges bewegen,
ich halte meinen Kopf hoch und trage mein Gewicht mit Leichtigkeit,
und wenn ich nicht mehr kann, dann mache ich Pause,
denn ich weiß Sie tanzt für mich weiter,
Sie tanzt für jeden von uns.

verfasst von Malena Glück

Erinnerung für andere

„Manchmal stelle ich fest, dass ich etwas aufgrund meiner Schwere und Fülle nicht kann und dann macht mich das traurig und wütend und ich fühle mich dann gefangen in mir drinnen. Und dann braucht es wieder bis ich auf meinen Körper sehe und begreife: ohne ihn wäre ich nicht hier. Ich könnte mich nicht einmal ärgern oder traurig sein. Und am besten ist es wenn mich jemand in den Arm nimmt und mich erinnert, dass ohne meinen Körper ich auch soetwas schönes wie eine Umarmung nicht fühlen könnte. Also wünsche ich euch allen auch jemanden, der dann für euch da ist und euch umarmt. Damit ihr nicht vergesst, dass euer Körper auch wunderbares kann.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber