Erinnerung für andere

„Manchmal stelle ich fest, dass ich etwas aufgrund meiner Schwere und Fülle nicht kann und dann macht mich das traurig und wütend und ich fühle mich dann gefangen in mir drinnen. Und dann braucht es wieder bis ich auf meinen Körper sehe und begreife: ohne ihn wäre ich nicht hier. Ich könnte mich nicht einmal ärgern oder traurig sein. Und am besten ist es wenn mich jemand in den Arm nimmt und mich erinnert, dass ohne meinen Körper ich auch soetwas schönes wie eine Umarmung nicht fühlen könnte. Also wünsche ich euch allen auch jemanden, der dann für euch da ist und euch umarmt. Damit ihr nicht vergesst, dass euer Körper auch wunderbares kann.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

No public proberty

„So when fat people go out in public, people often confuse us for public property presented for their judgments and comments.  If we aren’t exercising they tell us what we should be, if we are exercising, they say that we’re doing it wrong (or they just moo from their car, or throw eggs,) if we’re eating a salad they congratulate us, if we are’t eating a salad they chide us as if our food is any of their damn business.“

Ragen Chastain

Platz haben, Raum haben

Ich entscheide mich das Lachen zu erwidern,
doch zum Lachen ist mir nicht,
ich entscheide mich ruhig zu bleiben,
doch ruhig bin ich nicht,
ich höre den Hass, ich höre die Worte,
und die die nicht betroffen sind sagen leicht dahin:
„das betrifft mich nicht,
es kann mich nicht treffen,
es hat nichts mit mir zu tun,
lass sie doch reden“
aber es macht etwas mit mir,
es macht mich traurig,
es macht mich wütend.

Ich gehe hinaus und kann so vieles nicht tun,
bin in so vielem beschränkt,
da ist kein Platz im Bus,
kein Platz im Theater,
kein Platz im Kino,
keiner im Café,
da ist kein Platz im Kleidergeschäft,
kein Platz für einen Körper wie meinen,
selbst beim Gehen auf der Straße,
wo ist Platz für mich?
Platz für meinen dicken/fetten Körper?
und ich atme durch und schaffe mir Platz.

Doch das ist harte Arbeit,
das ist ein echter Kampf,
einfach nur hier zu stehen und
den Raum einzunehmen, den mensch braucht,
mit der Anfeindung fertig zu werden,
und mit den eigenen Gefühlen,
das ist echt harte Arbeit,
und sie beginnt jeden Tag von neuem.

Meinen Raum zu haben,
ihn zu erfüllen, ihn auszufüllen,
dass gehört zum Menschsein dazu,
und ich lasse mir mein Menschsein nicht nehmen.

verfasst von Malena Glück

Wertschätzender Umgang mit dem Körper

„Als Kind einer dicken Mutter und selbst dicke Mutter interessiere ich mich dafür meinem Kind grundlegende Werte von Würde und Achtung einem jedem Mitmenschen gegenüber zu vermitteln. Ich versuche meinem Sohn Selbstliebe und Freude am eigenen Leben vorzuleben und sein eigenes Körpergefühl zu stärken – damit er selbst ein positives Körperbild entwickeln kann. Als Mutter interessiere ich mich auch dafür was Kindern beigebracht wird und wie wir Kindern einen liebevollen, wertschätzenden und würdevollen Umgang mit ihrem eigenen Körper und aber auch mit den Körpern anderer beibringen können.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

„Man kann solche Phänomene aber auch als Symptome einer Entwicklung deuten, die nicht nur den weiblichen Körper, ja nicht nur den Körper überhaupt, sondern den Menschen in all seinen Facetten als eine Kampfzone definiert, in der es ausschließlich um Fragen der Optimierung und Perfektionierung, der Verbesserung, Normierung und Kontrolle um fast jeden Preis geht.“

Konrad Paul Liessmann

(Philosophicum Lech. Neue Menschen! Bilden, optimieren, perfektionieren. Konrad Paulk Liessmann Hg., Paul Zsolnay Verlag, Wien 2016, S.7f)

body activism

„All body issues (we’re talkin‘: race, ability, gender, age etc etc etc) must be included in our body activism if we want to create change. All of them. Because, even if you are not invested in other people’s safety in this world (I hope that changes for you, but even if it doesn’t) all oppression is connected. And as long as one group is being harmed, none of us will ever see real safety in our future.“

Jes Baker