„Man kann solche Phänomene aber auch als Symptome einer Entwicklung deuten, die nicht nur den weiblichen Körper, ja nicht nur den Körper überhaupt, sondern den Menschen in all seinen Facetten als eine Kampfzone definiert, in der es ausschließlich um Fragen der Optimierung und Perfektionierung, der Verbesserung, Normierung und Kontrolle um fast jeden Preis geht.“

Konrad Paul Liessmann

(Philosophicum Lech. Neue Menschen! Bilden, optimieren, perfektionieren. Konrad Paulk Liessmann Hg., Paul Zsolnay Verlag, Wien 2016, S.7f)

body activism

„All body issues (we’re talkin‘: race, ability, gender, age etc etc etc) must be included in our body activism if we want to create change. All of them. Because, even if you are not invested in other people’s safety in this world (I hope that changes for you, but even if it doesn’t) all oppression is connected. And as long as one group is being harmed, none of us will ever see real safety in our future.“

Jes Baker

Rund herum ein Panzer

Rund herum ein Panzer,
doch keiner der beschützt,
kein Schild das abhält,
sondern eines das einlädt,
aber nichts, dass ich gerne eingeladen hätte,

rund herum ein Panzer,
aber alles trifft genau,
und Worte hallen nach,
sie rollen von allen Seiten an mich heran,
und sie stechen mich hier,
und sie schneiden mich da,

rund herum ein Panzer,
und ich bin immer sichtbar,
kann gar nicht anders sein,
kann mich nicht verstecken,
wie ein Berg, so riesig,
wie ein Meer, so weit,
wie die Sonne strahlend,
und das zu jeder Zeit,

rund herum ein Panzer,
und alles was mir bleibt sind meine Gedanken,
alles was mir bleibt bin ich selbst,
und ich denke gutes von mir,
denke gutes von meinem Panzer,
der kein Panzer ist,
ich entscheide mich zu lieben,
ich entscheide mich zu freuen,
ich entscheide keinen Panzer zu tragen,
sondern einfach dick und fett zu sein.
Und bin damit glücklich.

verfasst von Malena Glück

„Da die Züchtigungsziele auf maximale Leistungsfähigkeit und Produktivität ausgerichtet sind, wurde die Frage nach der Gesundung des ‘geschädigten Volkskörpers’ im Zusammenhang mit den dafür notwendigen allgemeinen Erhaltungskosten gestellt: ’Was kosten die schlechten Elemente dem Staat?‘(…)Arbeitsunfähige Personen, Invalide, Kranke oder Alte stellen nach diesem Kalkül als ‘Unproduktive’ eine Belastung für den Staat und die öffentlichen Einrichtungen dar. Ihre Denunziation als ’leere Menschenhüllen‘ oder ‘Balllastexistenzen’ legitimiert den Diskurs um deren Ausschaltung aus dem Fortpflanzungsgeschehen. Das idealisierte Bild des perfekten Volkskörpers verlangte nach Opfern.“

Lisbeth N. Trallori

(Der Körper als Ware, mandelbaum kritik und utopie, Wien 2015, S.113f)

I don’t like being the victim of fatphobia

„As a queer woman I’ve been told that if I don’t like being the victim of homophobia I should date a dude. As a fat woman I’ve been told that if I don’t like being the victim of fatphobia I should become thin.  In both cases it doesn’t actually matter if it’s possible to change myself, because the cure for social stigma is ending social stigma – not for stigmatized people to try to squeeze ourselves in a mold someone else created for us. I will not try to manipulate my body size for some kind of twisted victim-blaming concept of “revenge.” I will wield my beautiful fat body like a weapon.  I will love it, I will care for it, I will move it, I will show it in public, I will viciously defend my body against anyone who seeks to classify it as anything but amazing. The problem here isn’t how we look, it’s that people bully us for how we look. I don’t care about revenge, but I do demand social change.“

Ragen Chastain