Sometimes brushing it off is all we have.

„We can withstand almost anything. These comments — just put a smile on your face and know they’re wrong — disregard the degree to which we already do. Being a fat person requires a generosity of spirit at all times, under all circumstances. Fat people can be astonishingly tough, emotionally strong, resilient people. Many of us have been hardened by daily indignities, sidelong glances, implicit and explicit exclusion. We know how to brush it off. Sometimes brushing it off is all we have.“

Your Fat Friend

Dicksein / Fettsein und Unsterblichkeitswahn

„Manchmal macht mir all dieses Gerede von Adipositas Angst. Niemand möchte sterben. Das Gerede tut so als ob es in der eigenen Hand läge unsterblich zu werden. Das stimmt aber nicht. Wir werden alle sterben und niemand von uns hat in der Hand wann das sein wird – außer ein Selbstmörder. Und NEIN Adipositas ist nicht eine langsame Version eines Selbstmordes. Dicksein/Fettsein heißt einfach mit anderen Lebensumständen zu leben als andere, bzw. mit anderen Körpereigenschaften als andere. Es kann sein das man fürs Leben andere Bedürfnisse hat und an das Leben andere Erwartungen stellt bzw. stellen muss. Der Tod und das Sterben machen aber keinen Unterschied – es trifft uns alle mal.“ Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Medialer Raum

Wo ist wilde dicke Rotzgöre in den Filmen,
die auf all die Klischees scheißt,
wo ist das dicke, fette Vorbild für einen Körper,
wie den meinen,
wo sind die reichen, starken und unabhängigen Filmfiguren,
die dick ihr Leben meistern,
wo sind die dicken, fetten Menschen in Serien,
die ein positives Körperbild und Körpergefühl vermitteln,
keine selbstzerfleischenden und selbstverzweifelnden
unglücklichen Trauergestalten, keine selbstmitleidigen Witzfiguren,
keine selbsthassenden Persönlichkeiten und Nebensächlichkeiten,
sondern selbstbewusste, lebendige Rollen für dicke, fette Menschen,
die uns auch gerecht werden?

Wir sind keine weinerlichen Jammerer, wir sind keine vorurteilbeladene Klischees,
wir haben Partner, wir haben Kinder, wir haben Berufe, wir sind Menschen,
keine Nebenrollen sondern auch Hauptfiguren,
keine der Diätkeule ausgelieferten Selbstzweifler sondern starke Persönlichkeiten,
wir sind mehr als eure Vorurteile,
wir verdienen mehr als verächtliche Gesten,
dummes Gerede und die bildliche Manifestation des Dickenhasses,
wir haben auch Liebesbeziehungen, wie haben auch Sex,
wir haben auch Erfolg, wir haben auch ein Leben,
wir sind nicht nur lieb oder freundlich oder traurig oder witzig,
wir sind nicht nur die böse, hässliche oder skurrile Gestalt,
wir können alle Rollen spielen und wir können alle Rollen verkörpern,
und das wollen wir auch sehen,
– wir wollen mehr Dicke, Fette mit positiven Körperbezug in Medien sehen.

Dicke/Fette, die sich eben nicht ihres Körpers schämen,
sondern die zu sich stehen,
Dicke/Fette, denen ihr Gewicht egal ist,
denen egal ist ob sie ab oder zunehmen,
die sich so annehmen wie sie sind,
Dicke/Fette, die sich verlieben, die Beziehungen haben,
die geliebt werden, die stark sind, erfolgreich sind,
die frech sind und alle möglichen Rollen spielen,
nicht nur eine beschränkte, sehr diskriminierende Darstellung ständig wiederholen.

Und wir wollen eine Berichterstattung, die sich nicht den Klischees bedient,
die keine Panikmache oder Dickenhetze darstellt,
wir wollen keine manipulierenden und populistischen Artikel über angebliche „Epidemien“,
die das Feindbild des Dicken/Fetten schaffen,
der kein Mensch mehr ist
sondern je nach Belieben der Nachrichten
nur mehr eine Krankheit, Dummheit oder Disziplinlosigkeit,
wir wollen Medien, die unsere Menschenwürde achten und vertreten,
die uns nicht aus der Gesellschaft ausschließen sondern Dicke/Fette inkludieren,
die Raum geben: jedem Körper, jedem Menschen.
Wir wollen eine Gemeinschaft, ein raumgebendes Miteinander.
Und Medien können viel dazu beitragen ein solches zu erschaffen.
Also wo ist die wilde dicke Rotzgöre?

verfasst von Malena Glück

Dicksein / Fettsein und die eigene innere Einstellung

Es liegt viel an der eigenen Einstellung und die kann ich selbst entscheiden: will ich mein Leben damit verbringen über mich zu urteilen und mich zu kritisieren oder will ich versuchen mich so anzunehmen wie ich jetzt gerade bin. Das heißt auch sich immer wieder dazu zu entscheiden jetzt nicht schlecht von mir zu denken und auch nicht schlecht von anderen zu denken. Ich kann nicht wissen was andere von mir denken, selbst wenn es noch so offensichtlich scheint. Ich entscheide also davon auszugehen, dass es die meisten einfach nicht interessiert wie ich Aussehe. Das hilft. Nicht ständig zu denken: der schaut mich so an – der verurteilt mein Aussehen – der denkt ich sollte lieber die Treppe nehmen. Damit verurteilt man sich nur selbst. Das muss aufhören. Und dazu entscheidet man sich und es ist sehr mühsam, diesen inneren negativen Dialog abzustellen. Und es klappt nicht immer aber ich probier es weiter und es hilft. Mir geht es besser und ich denke immer weniger, dass die ganze Welt gegen mich ist.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Dicksein / Fettsein und ungewollte Fotos

„Seit jedes Handy annehmbare Fotos machen kann ist es als Dicke manchmal recht unangenehm – jetzt folgt nicht ein Zeigefinger, ein starrer Blick des Entsetzens oder ein verstohlenes Kopfzeichen zum Nachbarn und hämisches Gelächter  sondern es wird einfach ein Foto geschossen und herzhaft und immer wieder von neuem über uns hergezogen. Eventuell landet es im Internet mit Spott, Hohn und Dickenhass versehenen Mitteilungen. Mein Körper gehört mir, er dient nicht eurem Begaffen, er dient nicht eure Hetze, er dient nicht eurer Belustigung und eurem Voyeurismus. Unsere dicken/fetten Körper gehören euch nicht, also schämt euch für eure Anmassung ein Foto von uns ohne unsere Erlaubnis zu machen. Wir schämen uns nicht für unsere Körper. Und wir lassen uns auch keine Scham mehr einreden. Wir erlauben es nicht, dass ihr uns zum Objekt eures Spottes und Hasses macht. Wir sind alle Menschen.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

But it could be

„The world is not built for fat people, and the larger we are the more things are inaccessible (and this often intersects with the oppression of other marginalized identities that some fat people hold, including racism, ableism, healthism, ageism, classism, homophobia, transphobia and more.) Sometimes it’s annoying – like when there’s a restaurant we want to try, but they only have booths that are too small.  Sometimes it affects us professionally – like if a conference room only has chairs with arms that don’t accommodate us. Sometimes it limits our ability to move around our world – like fat people who aren’t able or are unwilling to pay twice as much as thin people for the same airline trip.  Sometimes it affects our health – like when the doctor doesn’t have the proper sized cuff to take our blood pressure. Sometimes it affects our survival – like when they don’t have an ambulance built to transport us or medical equipment made to save us, or we have surgeons who don’t have any training working on fat bodies.  Sometimes it affects our death, like when we find out that the reasons doctors don’t have training on fat bodies is that they won’t accept our donation of our bodies into medical programs.“

Ragen Chastain