Zeit ist wertvoll

„Zeit ist sehr wertvoll und viel zu wertvoll um sie an Menschen zu verschwenden, die einen immer nur anders haben wollen als mensch ist. Seid mir das bewusst wurde habe ich mich von Menschen getrennt, die mich nicht unterstützt und angenommen haben wie ich war. Mein Dicksein/Fettsein war für sie immer ein Problem – in ihren Augen disqualifizierte es mich. Immer tarnten sie ihre Vorurteile unter dem Deckmantel der Gesundheit wie es heute sooft passiert. Es gab mir immer das Gefühl nicht ganz dazuzugehören, nicht ganz angenommen zu werden und vorallem auch nicht ganz gesehen zu werden. Also ein Tipp falls Du deine dicken/fetten Freunde nicht kränken, verletzen, abwerten oder gar verlieren willst – hör auf sie verbiegen zu wollen nur weil du dir so große Sorgen um ihre Gesundheit machst.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Spiegelbilder

Momentaufnahme 11 (06.06.2015 18-54)

ARGE Dicke Weiber

self care ?

„The truth is: you can’t „love“ your body into thinness. But then it really hit me. Thinness is not only seen as a guarantee of access to romance, success, and happiness. It is also culturally seen as the ultimate way to show that you CARE about and LOVE your body. Maybe I was being naive or had my head under a rock. Maybe this has been going on for a long ass time and I just totally missed the way that body love/body acceptance language was being used to promote what I am against. (…)But let me be clear: trying to force your body to be a certain size isn’t self love.“

Virgie Tovar

Das Leben genießen!

Momentaufnahme 6 (14.12.2015 10-47)

ARGE Dicke Weiber

Keine Beschränkungen mehr!

„Die Rollen, die wir einnehmen, dürfen uns nicht länger beschränken und überfordern. So darf zum Beispiel: eine gute Mutter sein nicht zur Ausbeutung meines Körpers führen – zu Schuldzuweisungen wenn mein Körper müde und erschöpft ist, wenn er nach einem anstrengenden Tag nicht noch zum Spielplatz gehen möchte. Oder auch eine gute Freundin sein darf nicht heißen: Schuldgefühle zu bekommen, wenn man mal einen geplanten Besuch absagen muss um sich auszuruhen. Wir gönnen unseren lebenswichtigen Körpern oft nicht genug Ruhe und Erholung – weil wir glauben etwas tun zu müssen um unsere Rollen auch ja gut erfüllen zu können. Wir gestehen uns nicht zu krank zu sein, müde oder erschöpft zu sein, denn wir müssen dieses und jenes tun damit wir unsere Pflichten anderen gegenüber erfüllen und sie nicht von uns enttäuscht sind, damit wir den Anforderungen an uns auch gerecht werden können. Und wir schämen uns viel zu sehr dafür uns einzugestehen, dass wir eben nicht mehr können – das wir müde sind, krank sind, erschöpft sind und Zeit für uns brauchen. Ich nehme mir jetzt die Zeit für mich. Mein Körper braucht das. Wenn ich dadurch keine gute Freundin bin, keine gute Mutter, keine gute Tochter, keine gute Schwester, keine was auch immer – dann ist es eben so.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Wertschätzung

„In der Gemeinschaft mit anderen dicken Frauen gemeinsam für das eigene Wohlergehen zu sorgen, sich selbst zu umpflegen und die Fürsorge und Wertschätzung der anderen Frauen zu erleben ist ein wahrlich bestärkendes Erlebnis. Es ist so wichtig etwas für sich selbst zu tun. Zu merken: es ist gut und richtig etwas für sich selbst zu tun, sich selbst Raum zu geben und die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Und auch zu sich selbst zu finden, wieder ganz Selbst zu sein – keine Rolle, keine Aufgabe, keine Pflicht – sondern Mensch zu sein so wie mensch eben ist. Das gehört für mich zur Selbstliebe.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Neue Rubrik: Dicke Kleidung

Wir wissen alle, dass es problematisch ist, einen vollen Körper zu haben. Nicht, weil es per se ein Makel wäre, sondern vielmehr, weil die Gesellschaft, in der wir leben, ihn dazu macht.

In vielen zahlreichen internen Diskussionen sind wir immer wieder zum Schluss gekommen, dass es, neben den herrschenden Vorurteilen in Bezug auf Gesundheit und Charakter, vor allem die Gestaltbarkeit des Alltags ist, die dicken Menschen Probleme bereitet. Zentrales Thema dabei ist die Kleidung.

Wir wollen dieses Thema daher zu einem wichtigen Punkt in der nächsten Zeit werden lassen. Mit Reflexionen über Einkaufserlebnisse, über das Verhältnis Dicker zu Phänomenen wie Kleidung, Mode und Konsum, aber auch über ganz konkrete Aktionen, die wir vorhaben zu setzen.

Eine davon soll die kritische Auseinandersetzung mit diversen Kleidungsgeschäften für Übergrößen sein. Im Zuge dessen werden wir euch in gewissen, vorerst noch unregelmäßigen, Abständen unsere ganz persönlichen Einkaufserlebnisse schildern.

Momentaufnahme 10 (06.06.2015 18-53)

Neben der Auseinandersetzung mit genutzten und versäumten Möglichkeiten was Sortiment, Raumgestaltung  und den respektvollen Umgang mit dicken Körpern angeht, wollen wir diese Rubrik auch nützen, um für unsere Leserinnen und uns selbst ein detaillierteres Bild davon zu erarbeiten, wie sich die „Karte der dicken Kleiderwelt“ derzeit zusammensetzt, wo Raum genutzt wird und wo Platz nach oben ist. Dabei wollen wir uns klar von der kapitalistischen Sichtweise der meisten, wenn nicht aller, bestehenden Modeblogs abgrenzen und eine eigene, reflektierte Perspektive zu diesem Thema aufzeigen.

Dicker Erfahrungsbericht: Sitzen?

Im Turnsaal, Dezember 2010, 5

© ARGE Dicke Weiber

Ich bin eingeladen zu einer Party. Kaum dort angekommen stelle ich fest, dass das kleine Sofa leider schon besetzt ist. Ich schaue mich um, da sind noch so Korbsesseln, die aber schon krachen bei meinem leichtgewichtigen Sohn und mit deren Lehnen ich sicher meine Probleme hätte. Ich schaue weiter da sind Hocker aus Bambus mit Bambusmatten, ziemlich filigran aussehend und klein. Da passt nicht einmal die Hälfte meines Hinterns drauf. Gut, dann gibt es noch so alte Holzsesseln mit samtbezogenen Sitzflächen aus ich weiß nicht welchem Jahrhundert (ziemlich alt, ziemlich schmal, ziemlich dünn und nicht sehr robust). Ich komm mir leicht komisch vor – das einzige wo ich mit meinem Gewicht sitzen könnte ohne es zu ruinieren wäre das Sofa. Doch gerade da sitzen zwei dünne Personen. Ich überlege eine Weile und bleibe stehen – ist nur komisch, wenn die meisten sitzen und ich von oben auf sie herab blicke. Also entscheide ich mich doch wieder mal für den Boden. Witzig dabei ist nur, dass mir da ich das sehr oft tun muss auch schon unterstellt wird ich säße aus voller Überzeugung und mit Freude auf dem Boden. So kam es, dass mir mal jemand angeboten hat für mich aufzustehen und mir den Platz am Sofa zu überlassen und dann gleich von jemand anderem die Aussage kam: „Ach lass nur sie sitzt lieber am Boden“ (Und das war nicht böse gemeint – das meinte diese Person wirklich mit guter Absicht ernst).

Weiterlesen