Die Erforschung des Dickseins

verfasst von Christine Abdel Maguid-Fiedler

In den letzten Jahren beschäftigt sich die medizinische Wissenschaft intensiver mit der Erforschung der „Volksseuche Nr.1“. Es scheint in das Bewusstsein der Forschung eingedrungen zu sein, dass nicht alle dicken Menschen einfach undisziplinierte Fresssäcke sind, deren Mägen man verkleinern muss, um sie der gültigen Körpernorm anzupassen. Natürlich wird auch das immer noch gemacht, und es gibt weltweit viele Institutionen, die Übergewichtschirurgie als das alleinige Lösungsmittel für Adipositas propagieren.

Allerdings stellt sich den Forschern immer mehr die Frage, warum es immer noch so viele dicke Menschen gibt. Von einer Endemie ist sogar die Rede, da muss es doch auch andere Ursachen geben, als nur unkontrolliertes Essen.

Ich möchte hier einen kurzen Überblick geben, was die Wissenschaft im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren so alles herausgefunden hat. Weiterlesen

Dicksein / Fettsein und Gesundheit – aktuelle Situation

Zunächst wird von Medien Dicksein bzw. Fettsein als angsteinflößender Alptraum präsentiert und als Krankheit, Seuche oder Epidemie entmenschlicht zu einem Feindbild ummodeliert. Durch diese mediale Aufarbeitung „geschult“ wird „Jedermann“ (auch jede Frau) zum Experten über die Gesundheit von Dicken und Fetten – wobei die Gesundheit Dicken, Fetten prinzipiell einmal abgesprochen wird. Schlagzeilen über die Kosten des Gesundheitssystems machen die Gesundheit Dicker und Fetter zum „angeblichen Eigentum der Allgemeinheit“. Dicke, Fette müssen sich für ihr Dicksein/Fettsein „rechtfertigen“ bzw. ihre Gesundheit stets aufs Neue vorführen und beweisen. „Abnehmen“ wird zum Heilsversprechen – und das auch bei Schnupfen und Halsweh. Dabei gibt es keinerlei Beweis dafür, dass langanhaltende Gewichtsabnahme das Leben verlängert oder verbessert bzw. überhaupt für alle möglich ist. Weiterlesen

Gewicht und Gesundheit?

ARGE Dicke Weiber Positionspapier

Eines unserer laufenden Projekte ist die Arbeit an einem Positionspapier. Dazu zählt auch die Beschäftigung mit der Frage:

Warum ist die ARGE Dicke Weiber der Überzeugung „Gewicht und Gesundheit hängen nicht miteinander zusammen“?

Zu allererst bedarf es hierfür eine genauere Definition was Gesundheit ist. Für die Mitglieder der ARGE Dicke Weiber ist Gesundheit eine persönliche Empfindung (Selbstwahrnehmung) – ein Wohlgefühl. Empfindungen sind schwierig in Worte zu fassen. Schmerzempfinden, Hitzeempfinden, Kälteempfinden und Wohlgefühl sind bei allen Menschen ganz unterschiedlich. Beim Wohlgefühl steht im Mittelpunkt gut mit sich selbst leben zu können – sich in sich selbst und mit sich selbst wohl zu fühlen – egal in welchem „gesundheitlichen Zustand“ (hier im schulmedizinischen Sinne) frau sich befindet. Für das persönliche Wohlgefühl bedarf es: Lebensfreude, Lebensliebe, Vertrauen und Hoffnung, sowie einen positiven stabilen Selbstwert. Alle menschlichen Grundbedürfnisse sollen erfüllt werden: neben Wärme, Essen, Schlafen, Trinken, Hygiene – haben wir auch ein Bedürfniss nach einem Sinn im Leben, Interessen und Leidenschaften, soziale Kontakte, Teilhabe an der Gesellschaft, nach Liebe und Anerkennung, respektvoller Umgang, Sicherheit und Geborgenheit. Die Erfüllung der Bedürfnisse ist leider nicht immer gegeben und liegt nicht immer unter eigener Kontrolle –so hängt es auch vom Geld ab ob ich Essen und Heizen kann etc. Es liegt nicht im eigenen Ermessen wo wir geboren werden, in welchen sozialen Verhältnissen wir leben, mit welchen körperlichen Bedingungen wir ausgestattet sind (wie groß wir werden, wie unsere Knochen geformt werden, ob wir eine Behinderung haben bzw. bekommen).

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