Kein Kommentieren mehr

„Als individuelle Entscheidung einer jeden einzelnen bedarf Abnehmen keiner weiteren Anerkennung, Bestätigung oder Beratschlagung anderer. Diese individuelle Entscheidung muss auch nicht öffentlich breitgetreten werden bzw. öffentlich diskutiert, dokumentiert und bewertet werden. Einzig und allein der Umstand das Abnehmen so eine öffentliche Zustimmung erfährt und gesellschaftlich mehr als erwünscht sogar erzwungen wird (durch den Druck auf Dicke sich zum Beispiel einer chirurgischen Maßnahme zu unterziehen) macht es notwendig unsere Einstellung des NICHT-Abnehmen-Wollens ÖFFENTLICH auszubreiten. Hören wir auf eine Körperform zu bevorzugen so gibt es überhaupt keinen Grund für irgendwelche Lobeshymnen auf das Abnehmen. Es gibt dann nicht einmal einen Grund das individuelle Ab- oder Zunehmen zu kommentieren.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Methoden zum Abnehmen?

„Die vielen verschiedenen Methoden zum Abnehmen führen sich selbst ab absurdum. Schließlich wenn auch nur eine davon bei einer Vielzahl von Dicken langfristig Erfolge erzielen würde gäbe es die anderen Methoden nicht. Auf kurze Sicht funktioniert abnehmen (schließlich sind die ersten fünf Kilos meist Wasser innerhalb einer Woche weg, danach wird als zweites Muskelmasse abgebaut und darauf folgt dann der Fettabbau) – der Langzeiterfolg ist lediglich meist eine stärkere Gewichtszulage als das Ausgangsgewicht betrug, Folgeschäden, die kaum erforscht sind – da sie nur Allzu gerne einfach der ‚Adipositas‘ zugerechnet werden – und das Gefühl selbst versagt zu haben.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Passende Sitzgelegenheit

„Nichts kann eine Feier im Familienkreis so nachhaltig ruinieren wie ein schlechtes Sitzmöbel. So wie ein dünner Mensch sich ein Sitzkissen bei einem sehr harten Stuhl wünscht, wird sich ein hochgewichtiger Mensch einen breiteren Stuhl wünschen. Im Restaurant lässt sich das oft in Form einer Bank realisieren, doch das Eis im Sommer mit Freunden ist dicken Menschen oft nur möglich, wenn sie auf allen Komfort verzichten und auf der vordersten Kanten des Stuhls Platz nehmen – sofern es sich nicht ohnehin um einen viel zu instabilen Stuhl mit dünnsten Beinchen handelt.“

Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V.

„Plus-Size-Models werden immer noch anders behandelt als dünne Models“

– eine Replik auf den Vice-Artikel von Ina Holub

geschrieben von Anita Drexler

Liebe Ina Holub,

ich habe deinen Artikel in der „Vice“ gelesen und konnte dir in einigen Punkten zustimmen. Die schwierige, uneinheitliche Definition von „Plus-Size“ etwa – Stichwort „wo beginnt Dicksein“. Auch, dass eine Schieflage herrscht was die Darstellung dicker Frauen in den Medien, so sie überhaupt präsent sind, im Vergleich zu ihren dünnen Kolleginnen anbelangt, beleuchtest du durchaus objektiv – dass es Neid und Intoleranz auf beiden Seiten gibt, ebenso.

Dann wird der Artikel für mich schwierig. Du beklagst dich darüber, dass dicke Models anders behandelt werden als dünne. Dicke würden meist weniger digital aufgehübscht, müssten stets bereit sein, vor der Kamera „das Authentische“ zu geben, auch in all seiner Hässlichkeit, und bekämen einfach andere und weniger vielfältige Aufträge als ihre gertenschlanken Kolleginnen.

Liebe Ina, das liegt ganz einfach daran, dass sie dicke Frauen sind und Ungleichbehandlung dicker und dünner Menschen in unserer Gesellschaft absolut salonfähig ist. Leider trägst auch du mit deinen Positionen in einigen Punkten nicht unbedingt dazu bei, dass sich an diesem Umstand etwas ändert.

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Dicke Kleidung: Plus-Size-Flohmarkt Wien am 5.7.2015

PlusSizeFlohmarkt1

Liebe Plus-Size-Freund*innen!

Lasst uns uns kurz vorstellen: Wir, Veronika und Rhea, sind zwei kurvige Künstlerinnen, die sich seit langem mit Body-Positivity beschäftigen. Ein wichtiger Teil davon ist „Fatshion“. – In diesem Bereich hapert‘s in Österreich leider gewaltig, weswegen wir beschlossen haben, dass wir die Sache selbst in die Hand nehmen und unsere kurvigen Artgenoss*innen zum allerallerersten informellen Plus-Size-Flohmarkt (Verkaufen/Tauschen/Verschenken) einladen.

Mistet also euren Kleiderkasten aus, und bringt euer Gewand, Wide-width-Schuhe, Accessoires, thematische Bücher, etc. (gerne auch eine Kleiderstange) ins Atelier 15. Tische und Sesseln sind vorhanden. Ab 13Uhr sind wir vor Ort (für alle, die etwas aufbauen möchten), ab 14Uhr geht‘s dann so richtig los.

Um Anmeldung („Aussteller*innen“) bis zum 4.7.2015 wird gebeten unter: rhea@venusinecht.com

Wir freuen uns auf Austausch in einer netten Runde mit Snacks und Getränken. Über Weiterleitung an Interessierte würden wir uns freuen!

Dicke Grüße, Veronika & Rhea“

Infos über uns findet ihr unter: www.venusinecht.com und www.veronikamerklein.com

Dicker Erfahrungsbericht: 100kg

Ich bin gerade auf dem Heimweg. Ein ungefähr zwölfjähriger Junge kommt mir entgegen. Er schaut mich an und sagt provokant: „Boah ey du 100kg Fass, hast du dich schon mal angeschaut“ Ich beginne innerlich zu lachen, denkt er doch wirklich ich wiege nur 100kg.

100kg sind keine Beleidung mehr sobald frau sie mal überschritten hat. Es ist teilweise sogar witzig wie wenig wir Menschen uns unter bestimmten kg Angaben vorstellen können. Da wird einfach jede die dicker ist als 100kg schwer abgestempelt. Hat vielleicht auch damit zu tun, dass wir so selten die Wahrheit über unser Gewicht sagen: es gilt als schick die Kilos runter zu reduzieren – denn es wäre ja peinlich zu sagen wie viel frau wirklich wiegt. Dabei verliert die Zahl genau durch dieses offen zu ihr stehen aber ihre bedrohliche und angst-einflößende Wirkung.

Anti-Diät-Tag 2015

 

Gewicht und Gesundheit?

ARGE Dicke Weiber Positionspapier

Eines unserer laufenden Projekte ist die Arbeit an einem Positionspapier. Dazu zählt auch die Beschäftigung mit der Frage:

Warum ist die ARGE Dicke Weiber der Überzeugung „Gewicht und Gesundheit hängen nicht miteinander zusammen“?

Zu allererst bedarf es hierfür eine genauere Definition was Gesundheit ist. Für die Mitglieder der ARGE Dicke Weiber ist Gesundheit eine persönliche Empfindung (Selbstwahrnehmung) – ein Wohlgefühl. Empfindungen sind schwierig in Worte zu fassen. Schmerzempfinden, Hitzeempfinden, Kälteempfinden und Wohlgefühl sind bei allen Menschen ganz unterschiedlich. Beim Wohlgefühl steht im Mittelpunkt gut mit sich selbst leben zu können – sich in sich selbst und mit sich selbst wohl zu fühlen – egal in welchem „gesundheitlichen Zustand“ (hier im schulmedizinischen Sinne) frau sich befindet. Für das persönliche Wohlgefühl bedarf es: Lebensfreude, Lebensliebe, Vertrauen und Hoffnung, sowie einen positiven stabilen Selbstwert. Alle menschlichen Grundbedürfnisse sollen erfüllt werden: neben Wärme, Essen, Schlafen, Trinken, Hygiene – haben wir auch ein Bedürfniss nach einem Sinn im Leben, Interessen und Leidenschaften, soziale Kontakte, Teilhabe an der Gesellschaft, nach Liebe und Anerkennung, respektvoller Umgang, Sicherheit und Geborgenheit. Die Erfüllung der Bedürfnisse ist leider nicht immer gegeben und liegt nicht immer unter eigener Kontrolle –so hängt es auch vom Geld ab ob ich Essen und Heizen kann etc. Es liegt nicht im eigenen Ermessen wo wir geboren werden, in welchen sozialen Verhältnissen wir leben, mit welchen körperlichen Bedingungen wir ausgestattet sind (wie groß wir werden, wie unsere Knochen geformt werden, ob wir eine Behinderung haben bzw. bekommen).

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