access

„Nobody is required to practice HAES or any other health practice, but if you want to practice habits that you believe will support your health then there shouldn’t be barriers to that – you should have access to the foods you choose, movement options that you enjoy that are both physically and psychologically safe (so that you can, for example, go swimming at your gym’s pool without any fear of being shamed), and affordable evidence-based healthcare (so your doctor listens to you and gives you interventions proven to help your symptoms and does not bring up weight other than if there are unexplained gains or losses, or to prescribe a proper dose of medication.)  There is tons of work and activism to be done around access and it’s really important work.“

Ragen Chastain

Methoden zum Abnehmen?

„Die vielen verschiedenen Methoden zum Abnehmen führen sich selbst ab absurdum. Schließlich wenn auch nur eine davon bei einer Vielzahl von Dicken langfristig Erfolge erzielen würde gäbe es die anderen Methoden nicht. Auf kurze Sicht funktioniert abnehmen (schließlich sind die ersten fünf Kilos meist Wasser innerhalb einer Woche weg, danach wird als zweites Muskelmasse abgebaut und darauf folgt dann der Fettabbau) – der Langzeiterfolg ist lediglich meist eine stärkere Gewichtszulage als das Ausgangsgewicht betrug, Folgeschäden, die kaum erforscht sind – da sie nur Allzu gerne einfach der ‚Adipositas‘ zugerechnet werden – und das Gefühl selbst versagt zu haben.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

Keine Beschränkungen mehr!

„Die Rollen, die wir einnehmen, dürfen uns nicht länger beschränken und überfordern. So darf zum Beispiel: eine gute Mutter sein nicht zur Ausbeutung meines Körpers führen – zu Schuldzuweisungen wenn mein Körper müde und erschöpft ist, wenn er nach einem anstrengenden Tag nicht noch zum Spielplatz gehen möchte. Oder auch eine gute Freundin sein darf nicht heißen: Schuldgefühle zu bekommen, wenn man mal einen geplanten Besuch absagen muss um sich auszuruhen. Wir gönnen unseren lebenswichtigen Körpern oft nicht genug Ruhe und Erholung – weil wir glauben etwas tun zu müssen um unsere Rollen auch ja gut erfüllen zu können. Wir gestehen uns nicht zu krank zu sein, müde oder erschöpft zu sein, denn wir müssen dieses und jenes tun damit wir unsere Pflichten anderen gegenüber erfüllen und sie nicht von uns enttäuscht sind, damit wir den Anforderungen an uns auch gerecht werden können. Und wir schämen uns viel zu sehr dafür uns einzugestehen, dass wir eben nicht mehr können – das wir müde sind, krank sind, erschöpft sind und Zeit für uns brauchen. Ich nehme mir jetzt die Zeit für mich. Mein Körper braucht das. Wenn ich dadurch keine gute Freundin bin, keine gute Mutter, keine gute Tochter, keine gute Schwester, keine was auch immer – dann ist es eben so.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

„Plus-Size-Models werden immer noch anders behandelt als dünne Models“

– eine Replik auf den Vice-Artikel von Ina Holub

geschrieben von Anita Drexler

Liebe Ina Holub,

ich habe deinen Artikel in der „Vice“ gelesen und konnte dir in einigen Punkten zustimmen. Die schwierige, uneinheitliche Definition von „Plus-Size“ etwa – Stichwort „wo beginnt Dicksein“. Auch, dass eine Schieflage herrscht was die Darstellung dicker Frauen in den Medien, so sie überhaupt präsent sind, im Vergleich zu ihren dünnen Kolleginnen anbelangt, beleuchtest du durchaus objektiv – dass es Neid und Intoleranz auf beiden Seiten gibt, ebenso.

Dann wird der Artikel für mich schwierig. Du beklagst dich darüber, dass dicke Models anders behandelt werden als dünne. Dicke würden meist weniger digital aufgehübscht, müssten stets bereit sein, vor der Kamera „das Authentische“ zu geben, auch in all seiner Hässlichkeit, und bekämen einfach andere und weniger vielfältige Aufträge als ihre gertenschlanken Kolleginnen.

Liebe Ina, das liegt ganz einfach daran, dass sie dicke Frauen sind und Ungleichbehandlung dicker und dünner Menschen in unserer Gesellschaft absolut salonfähig ist. Leider trägst auch du mit deinen Positionen in einigen Punkten nicht unbedingt dazu bei, dass sich an diesem Umstand etwas ändert.

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Wohlfühlen

„Ich fühl mich einfach nicht mehr wohl!“

Als arges dickes Weib, stößt frau im Privatfeld immer wieder auf die abnehmwillige Freundin. Nun möchte diese, ich möchte das Wort kein zweites Mal schreiben, also ihr wisst schon … , weil sie sich nicht mehr wohl fühlt in ihrem Körper. Es sei mal dahin gestellt, warum sie sich nicht mehr wohl fühlt, aber wir als arge dicke Weiber können dabei helfen, diesem Gefühl Abhilfe zu schaffen.

Wir möchten nämlich, dass sich alle Wohl fühlen.

Also was kannst du tun, wenn dich mal dieses Umfassende Gefühl des Unwohlseins packt?

Kauf dir neue Kleidung! oder ertausche sie dir. Vielleicht beim nächsten Kleiderflohmarkt oder -tausch. Wenn nichts zwickt und zwackt, so fühlt frau sich gleich viel besser. Vielleicht brauchst du einfach nur ein bisschen Inspiration?

Unternimm etwas mit Freundinnen! Den Freundschaft macht das leben schöner.

Mach es dir gemütlich! Streck dich ruhig so richtig, man könnte es auch Stretching nennen.

Oder vielleicht willst du einfach mal jede Faser deiner Körpers spüren? Geh vielleicht mal Tanzen, oder einfach nur spazieren. Vielleicht sehnst du dich auch nach einem imposanten Gegengewicht? Die Möglichkeiten sind unzählig.

Denn jeder Körper, ist ein guter Körper.

Wie wünschen wir uns:

dass mit Dicken im Gesundheitsbereich umgegangen wird?

Zunächst sollte die Grundvoraussetzung einer Behandlung geschaffen werden indem passendes Mobiliar in Arztpraxen, Krankenhäusern etc., welches auch das Gewicht aushält, zur Verfügung gestellt wird. Dazu zählen Wartesessel, Behandlungstische, Blutdruckmanschetten, etc.

Ärzte/Ärztinnen müssen die Würde und den Respekt ihrer Patientinnen wahren. Eine Verurteilung von Dicken wie sie derzeit von viel zu vielen Ärzten/Ärztinnen betrieben wird, sowie die Verachtung mit der einige Ärzte/Ärztinnen Dicke „behandeln“ ist strikt abzulehnen. Bei jedem Arztbesuch darauf hingewiesen zu werden wie „gefährlich“ und „tödlich“ das Dicksein ist schürt lediglich Todesangst und ist keinesfalls hilfreich. Die Bezeichnung „Übergewicht“ oder „Adipositas“ – die Dicksein prinzipiell zur Krankheit abstuft – beraubt jeglicher Würde. Der prinzipielle Zwang abnehmen zu müssen und die Angstkampagne sind menschenverachtend. Andere Menschen zu diskriminieren und herabzusetzen um sie dazu zu bringen abzunehmen weil man angeblich so besorgt um ihre Gesundheit ist – ist Machtmissbrauch und Gewalt.

Um eine Aussage machen zu können inwiefern Dicksein sich auf die Gesundheit auswirkt bräuchte es eine Kontrollgruppe Dicker, die noch nie dem Schlankheitsterror und dem Diätwahn ausgesetzt waren. Es ist nicht bewiesen, dass Maßnahmen zum Abnehmen zu medizinischen Vorteilen für die Gesundheit, Lebensqualität und Lebensverlängerung führen. Dick zu sein und dick zu bleiben hindert nicht daran sich selbstständig um die eigene Gesundheit zu kümmern und gesund zu sein.

Die Einstellung der Ärzte/Ärztinnen zum Dicksein ist gefährlich, denn sie vermag Dicke davon abzuhalten zum Arzt/Ärztin zu gehen. Dicke verlangen von Medizinern/Medizinerinnen menschenwürdig „behandelt“ zu werden und das auch bei einem Leiden, dass möglicherweise durch ihr Gewicht verursacht wurde. Sie brauchen keine Schuldzuweisung oder Ermahnung zum Abnehmen. Ärzte/Ärztinnen haben die Selbstbestimmung des Menschen zu wahren. Frau darf auch dick ihr Leben leben. Sie darf sich auch gegen gesundheitliche Maßnahmen entscheiden und sie darf vor allem selbstbestimmen ob sie mit dem Arzt über ihr Dicksein sprechen möchte oder nicht.

Gewicht und Gesundheit?

ARGE Dicke Weiber Positionspapier

Eines unserer laufenden Projekte ist die Arbeit an einem Positionspapier. Dazu zählt auch die Beschäftigung mit der Frage:

Warum ist die ARGE Dicke Weiber der Überzeugung „Gewicht und Gesundheit hängen nicht miteinander zusammen“?

Zu allererst bedarf es hierfür eine genauere Definition was Gesundheit ist. Für die Mitglieder der ARGE Dicke Weiber ist Gesundheit eine persönliche Empfindung (Selbstwahrnehmung) – ein Wohlgefühl. Empfindungen sind schwierig in Worte zu fassen. Schmerzempfinden, Hitzeempfinden, Kälteempfinden und Wohlgefühl sind bei allen Menschen ganz unterschiedlich. Beim Wohlgefühl steht im Mittelpunkt gut mit sich selbst leben zu können – sich in sich selbst und mit sich selbst wohl zu fühlen – egal in welchem „gesundheitlichen Zustand“ (hier im schulmedizinischen Sinne) frau sich befindet. Für das persönliche Wohlgefühl bedarf es: Lebensfreude, Lebensliebe, Vertrauen und Hoffnung, sowie einen positiven stabilen Selbstwert. Alle menschlichen Grundbedürfnisse sollen erfüllt werden: neben Wärme, Essen, Schlafen, Trinken, Hygiene – haben wir auch ein Bedürfniss nach einem Sinn im Leben, Interessen und Leidenschaften, soziale Kontakte, Teilhabe an der Gesellschaft, nach Liebe und Anerkennung, respektvoller Umgang, Sicherheit und Geborgenheit. Die Erfüllung der Bedürfnisse ist leider nicht immer gegeben und liegt nicht immer unter eigener Kontrolle –so hängt es auch vom Geld ab ob ich Essen und Heizen kann etc. Es liegt nicht im eigenen Ermessen wo wir geboren werden, in welchen sozialen Verhältnissen wir leben, mit welchen körperlichen Bedingungen wir ausgestattet sind (wie groß wir werden, wie unsere Knochen geformt werden, ob wir eine Behinderung haben bzw. bekommen).

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ARGE Dicke Weiber im Oktober 2014

ARGE Dicke Weiber LogoZur Info:
Die ARGE Dicke Weiber hat eine neue Emailadresse: argedickeweiber Klammeraffe gmx Punkt net – also statt AT einfach NET.

Zusätzlich zu unseren regelmäßigen Treffen im Frauenzentrum Wien werden wir am 23. Oktober bei »Brazilian Identities« im WUK mit einem Infotisch vertreten sein. Wir freuen uns über Besuch!

Unsere Oktober Termine:

ARGE Dicke Weiber Treffen
Freitag, 10.10.2014, 17 Uhr

FZ-Bar, Währinger Straße 59 – Eingang Prechtlgasse, 1090 Wien

Infotisch bei Brazilian Identities
Donnerstag, 23.10.2014, 14 – 24 Uhr

WUK Projektraum, Währinger Straße 59, 1090 Wien
facebook.com/events/305380399651661/
Infotisch der ARGE Dicke Weiber von 15 – ca. 19 Uhr

ARGE Dicke Weiber Treffen
Freitag, 24.10.2014, 17 Uhr

FZ-Bar, Währinger Straße 59 – Eingang Prechtlgasse, 1090 Wien


Die ARGE Dicke Weiber ist eine feministische Initiative dicker Frauen, die sich gegen Gewichtsdiskriminierung und Schlankheitsterror – für Vielfalt und positive Selbstbilder stark macht. Wir treffen uns jeden 2. und 4. Freitag des Monats im Frauenzentrum Wien. Jede dicke Frau ist herzlich willkommen!

Um Anmeldung per Email wird gebeten.

Video: 6. Mai in der Grünen Bildungswerkstatt

Am 6. Mai 2014 lud die Grüne Bildungswerkstatt Wien anlässlich des Internationalen Anti-Diät-Tages zu einer Veranstaltung, bei der wir die ARGE Dicke Weiber vorgestellt haben.

Der Anfang unseres Vortrags wurde aufgezeichnet.