„The way fat women are talked about is terrible; the way we’re treated is worse. We know the sinking feeling of grab them by the p***y. Because some fat women have been, and upon reporting our assaults, have been met with disbelief — who would want you? The horrifying logic of who would rape a fat woman is so ubiquitous that some of us never report at all. Others of us haven’t been assaulted, and somehow feel invisible in a culture that conflates groping and rape with affirmation. All kinds of women are sexually assaulted; fat women are told we’re too disposable to be raped, even after it’s happened.“

Your Fat Friend

No public proberty

„So when fat people go out in public, people often confuse us for public property presented for their judgments and comments.  If we aren’t exercising they tell us what we should be, if we are exercising, they say that we’re doing it wrong (or they just moo from their car, or throw eggs,) if we’re eating a salad they congratulate us, if we are’t eating a salad they chide us as if our food is any of their damn business.“

Ragen Chastain

„Erst im Verhältnis zu den Anforderungen und Erwartungen des jeweiligen Kontextes werden Körper als ›problematisch‹ wahrnehmbar.“

Torsten Junge/ Imke Schmincke

(‘Marginalisierte Körper eine Einleitung’ in Marginalisierte Körper – Beiträge zur Soziologie und Geschichte des anderen Körpers, UNRAST-Verlag, Münster, Mai 2007, S.7)

Platz haben, Raum haben

Ich entscheide mich das Lachen zu erwidern,
doch zum Lachen ist mir nicht,
ich entscheide mich ruhig zu bleiben,
doch ruhig bin ich nicht,
ich höre den Hass, ich höre die Worte,
und die die nicht betroffen sind sagen leicht dahin:
„das betrifft mich nicht,
es kann mich nicht treffen,
es hat nichts mit mir zu tun,
lass sie doch reden“
aber es macht etwas mit mir,
es macht mich traurig,
es macht mich wütend.

Ich gehe hinaus und kann so vieles nicht tun,
bin in so vielem beschränkt,
da ist kein Platz im Bus,
kein Platz im Theater,
kein Platz im Kino,
keiner im Café,
da ist kein Platz im Kleidergeschäft,
kein Platz für einen Körper wie meinen,
selbst beim Gehen auf der Straße,
wo ist Platz für mich?
Platz für meinen dicken/fetten Körper?
und ich atme durch und schaffe mir Platz.

Doch das ist harte Arbeit,
das ist ein echter Kampf,
einfach nur hier zu stehen und
den Raum einzunehmen, den mensch braucht,
mit der Anfeindung fertig zu werden,
und mit den eigenen Gefühlen,
das ist echt harte Arbeit,
und sie beginnt jeden Tag von neuem.

Meinen Raum zu haben,
ihn zu erfüllen, ihn auszufüllen,
dass gehört zum Menschsein dazu,
und ich lasse mir mein Menschsein nicht nehmen.

verfasst von Malena Glück

Die Erforschung des Dickseins

verfasst von Christine Abdel Maguid-Fiedler

In den letzten Jahren beschäftigt sich die medizinische Wissenschaft intensiver mit der Erforschung der „Volksseuche Nr.1“. Es scheint in das Bewusstsein der Forschung eingedrungen zu sein, dass nicht alle dicken Menschen einfach undisziplinierte Fresssäcke sind, deren Mägen man verkleinern muss, um sie der gültigen Körpernorm anzupassen. Natürlich wird auch das immer noch gemacht, und es gibt weltweit viele Institutionen, die Übergewichtschirurgie als das alleinige Lösungsmittel für Adipositas propagieren.

Allerdings stellt sich den Forschern immer mehr die Frage, warum es immer noch so viele dicke Menschen gibt. Von einer Endemie ist sogar die Rede, da muss es doch auch andere Ursachen geben, als nur unkontrolliertes Essen.

Ich möchte hier einen kurzen Überblick geben, was die Wissenschaft im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren so alles herausgefunden hat. Weiterlesen

„Da die Züchtigungsziele auf maximale Leistungsfähigkeit und Produktivität ausgerichtet sind, wurde die Frage nach der Gesundung des ‘geschädigten Volkskörpers’ im Zusammenhang mit den dafür notwendigen allgemeinen Erhaltungskosten gestellt: ’Was kosten die schlechten Elemente dem Staat?‘(…)Arbeitsunfähige Personen, Invalide, Kranke oder Alte stellen nach diesem Kalkül als ‘Unproduktive’ eine Belastung für den Staat und die öffentlichen Einrichtungen dar. Ihre Denunziation als ’leere Menschenhüllen‘ oder ‘Balllastexistenzen’ legitimiert den Diskurs um deren Ausschaltung aus dem Fortpflanzungsgeschehen. Das idealisierte Bild des perfekten Volkskörpers verlangte nach Opfern.“

Lisbeth N. Trallori

(Der Körper als Ware, mandelbaum kritik und utopie, Wien 2015, S.113f)

I don’t like being the victim of fatphobia

„As a queer woman I’ve been told that if I don’t like being the victim of homophobia I should date a dude. As a fat woman I’ve been told that if I don’t like being the victim of fatphobia I should become thin.  In both cases it doesn’t actually matter if it’s possible to change myself, because the cure for social stigma is ending social stigma – not for stigmatized people to try to squeeze ourselves in a mold someone else created for us. I will not try to manipulate my body size for some kind of twisted victim-blaming concept of “revenge.” I will wield my beautiful fat body like a weapon.  I will love it, I will care for it, I will move it, I will show it in public, I will viciously defend my body against anyone who seeks to classify it as anything but amazing. The problem here isn’t how we look, it’s that people bully us for how we look. I don’t care about revenge, but I do demand social change.“

Ragen Chastain