CurVienna – Kleidertauschparty am 6.Mai 2018

Mit Freude dürfen wir diese wunderbare Kleidertauschparty ankündigen. Gerade richtig zum 6.Mai, dem Anti-Diät-Tag. Einen herzlichen Dank an die Organisatorinnen! Nähere Infos auf Facebook.

Dicke Grüße eure ARGE Dicke Weiber

Dicke Kleidung: Scarlett & Jo

geschrieben von Anita Drexler

Feminine Mode mit einem Vintage-Einschlag aus Großbritannien – so lässt sich das Label „Scarlett & Jo“ wunderbar beschreiben. Aber damit ist noch nicht alles gesagt.

Wie ich auf diesen Anbieter gestoßen bin, ist eine seltsame Geschichte. Eigentlich war ich auf der Suche nach hübscher vintageinspirierter Kleidung für einen Disneyland-Ausflug. Leider musste ich dann feststellen, dass viele im deutschsprachigen Raum ansässige Marken sich zwar „bis in große Größen“ auf die Fahnen schreiben (und auch großspurig auf Plus-Size-Blogs dementsprechend Werbung machen), tatsächlich aber oft bei Größe 48 Schluss ist. Nach langem Suchen bin ich also in den Wirren des Internets auf Scarlett & Jo gestoßen und war mit dem, was ich vorgefunden habe, recht zufrieden.

Es handelt sich hierbei, man kann es sich denken, um einen Onlineshop für Damenmode und teilweise auch Schmuck, die man wohl gut mit „Modern Vintage“ beschreiben könnte. Was bedeuten soll, dass die Schnitte klar an Vorbildern besonders aus den 1940er- und 1950er- Jahren orientiert sind, während die Muster eher zeitgenössisch gehalten werden.

Dabei ist die Mode von „Scarlett & Jo“  im Regelfall eher körperbetont und gut dekolletiert. Die Designs fallen eher unter die Kategorie „eigener Stil“ als „High Fashion“ – wobei durchaus auch gängige Trends in Farbgebung und Mustern herausgegriffen und eigenständig interpretiert werden.

Die Zielgruppe für diese Mode würde ich altersmäßig irgendwo  zwischen 20 und 60 Jahren ausmachen. Stilistisch werden die Designs zwar unterschiedlichen Kategorien wie „Work Wear“, „Casual Wear“ oder „Occasion Wear“ zugeordnet, jedoch empfinde ich die Unterschiede zwischen den Stücken aus den einzelnen Kategorien als eher marginal. Ist die angebotene Kleidung auch gut für Freizeit und den Abend geeignet; wirklich bürotaugliche Designs konnte ich nur äußerst begrenzt ausfindig machen.

Sehr gut gefällt die Präsentation der Kleidungsstücke im Online-Shop. So werden alle Designs an verschiedenen Models mit verschiedenen Figurtypen und verschiedenen Ethnien präsentiert. Zusätzlich werden Videos angeboten, um die Kleidung in Bewegung erleben zu können. Als Kundin hat man außerdem die Möglichkeit, Feedbacks mit Fotos zu hinterlassen, für die es oftmals einen Preisnachlass bei kommenden Bestellungen gibt.

Was mir an Scarlett & Jo wirklich Freunde macht und womit dieser Anbieter  sich von anderen Labels deutlich abheben kann, ist die Tatsache, dass man dort tatsächlich für ein breites Spektrum an Konfektionsgrößen produziert. Die Größentabelle reicht von UK 10 – UK 32, das entspricht unseren Größen 38-60.

Auch die Verarbeitung der Stücke würde ich als sehr ordentlich einstufen. Die Stoffqualität als guten Durchschnitt, die Schnitte variieren qualitativ zwischen, gerade für diese Preisklasse, „absolut großartig“ bis „etwas knapp bemessen“.

Wie oben angedeutet, ist die Preisgestaltung für die man sich bei „Scarlett & Jo“ entschieden hat, sehr attraktiv. Kleider habe ich regulär in der Preisklasse zwischen 50 und 80 Pfund gesehen (das Brautkleid um 200 Pfund einmal ausgenommen), im Sale oft auch um 20 Pfund und weniger, Oberteile kosten etwa 30 Pfund, die Leggings sind mit 12-20 Pfund spottbillig, Hosen sucht man leider oftmals vergeblich.

Kommen wir zu den Schattenseiten dieses eigentlich sehr guten Anbieters. Zwar legt man auf der Website des Unternehmens großen Wert darauf, zu betonen, dass viele der hauseigenen Produktionsstätten in Europa liegen, jedoch wurde zumindest jedes Produkt, das ich bisher die ich erstanden habe, außerhalb Europas produziert. Natürlich kann man außereuropäische Produktionsstätten nicht alle über einen Kamm scheren, aber Kundinnen, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen, könnte das stören.

Die Versandkosten nach Österreich entfallen derzeit bei einem Bestellwert ab €115.- und sind auch bei kleineren Lieferungen mit etwa €10.- nicht zu hoch angesetzt. Retouren sind zwar bei einem Wohnsitz außerhalb Großbritanniens nicht kostenlos, gingen aber schnell und reibungslos vonstatten wie selten bisher – innerhalb zweier Wochen hatte ich das Geld für die zurückgeschickte Ware wieder auf dem Konto.

Zusammengefasst gesagt:
Pro: eigenständiger Stil, gutes Preis-/ Leistungsverhältnis, gute Größenauswahl

Contra: wenig formelle Kleidung und Hosen, teilweise etwas unmodisch, wenig europäische Produktionsstätten

Kaufempfehlung für: alltagstaugliche Kleidung im Vintage-Stil, alternative Kleidung, Kleider allgemein

Dicke Kleidung: Anna Scholz

geschrieben von Anita Drexler

Manchmal braucht man Kleidung, die nicht gar zu viel über einen selbst aussagt. Die nicht gewagt wirkt, sondern stilsicher, hochwertig und konservativ. Stücke, mit denen nichts schief gehen kann. Genau das verkörpert das Label „Anna Scholz“ für mich.

Über „Anna Scholz“  wurde schon viel geschrieben. Die Marke ist ein großer Name in der Plus-Size-Szene, bekannt für exzellent geschnittene Kleider und die gekonnte Verwendung von Farben und Mustern. Im Wesentlichen kann ich die Reputation der Marke nur bestätigen.

Die Designerin Anna Scholz designet für zwei Linien – einmal die mit den regulären Stücken in Premiumqualität, die in ihrem eigenen Onlineshop angeboten werden und zusätzlich seit dem Jahr 2014 eine Kollektion für den bekannten Online-Shop „sheego“, die insgesamt etwas konventioneller und preisgünstiger ausfällt.

Dieser Artikel bezieht sich vornehmlich auf meine Einkaufserfahrungen im regulären „Anna Scholz“ –Shop; sollte ich einmal bei sheego bestellen, wird ein Artikel darüber nachgereicht bzw. dieser hier ergänzt.

Das Angebot auf der Website ist übersichtlich aufgeteilt in einen Bereich für die Abverkaufs-Artikel und einen für jene Stücke mit den regulären Preisen – praktisch, wenn man schon vorher weiß, dass man aufs Geld wird achten müssen/wollen. Auf der Shopseite befindet sich außerdem ein kleiner Blog mit Blicken hinter die Kulissen des Designprozesses,, den ich sehr lesenswert fand.

Kommen wir zum Wichtigsten, zur Kleidung.

Der Onlineshop bietet eine feine Auswahl an Business- Abend- Freizeit und Sportmode. Dabei dürften vor allem Liebhaberinnen von Röcken und Kleidern fündig werden – die Auswahl an Hosen ist hingegen etwas zu limitiert und sollte noch erweitert werden. Als Zielgruppe würde ich Frauen ab 30 Jahren erkennen, die an femininer Mode mit eher konventionellen Schnitten und eher unkonventionellen Mustern Spaß haben.

Zur Auswahl an Konfektionsgrößen lässt sich sagen: Auf der regulären Website findet sich Kleidung von den UK-Größen 16 (hierzulande Größe 42) bis 28 (bei uns Größe 54), sheego bieten ihre „Anna Scholz“- Linie in den deutschen Konfektionsgrößen 40 – 58 an. Wie immer möchte ich anmerken, dass diese Auswahl, gerade bei sheego, eigentlich schon ganz gut ist, man aber bitte auch einmal an die Damen mit Konfektionsgröße 60 und mehr denken sollte, die ebenfalls gut gekleidet sein wollen.

Die Verarbeitung der Produkte ist sehr gut, die Stoffqualität schön und anhand der Fotos gut abzuschätzen. Die Produkte, die ich besitze, wurden allesamt nicht in Dumpinglohnländern wie Kambodscha oder Vietnam produziert, sondern in Polen – was  durchaus für das soziale Gewissen des Labels spricht und für mich immer ein Grund ist, etwas tiefer ins Portemonnaie zu greifen. Auch die Passform hat bisher 1:1 mit den Größentabellen auf der Website übereingestimmt – man muss sich keine Sorgen machen, dass die Notwendigkeit bestehen könnte, eine Größe rauf- oder runterzubestellen. Das ist sehr angenehm, aber auch etwas, das man in diesem Qualitätsbereich erwarten darf.

Preislich bewegen wir uns im unteren bis mittleren oberen Segment. Für eine Jacke zahlt man schon einmal €500.-, für ein Kleid €300.-. Selbst im Abverkauf kosten die Stücke dann noch so viel, wie ähnliche Produkte in etablierten (Mittelklasse-) Kaufhäusern zum Regulärpreis. Eine Alternative ist sicher die günstigere sheego – Linie, wo ein Kleid regulär um die  €130.- (im Abverkauf aber auch deutlich darunter) zu haben ist. Wie diese Preisdifferenz sich erklärt, konnte ich bis dato nicht genau ermitteln, ich tippe auf Faktoren wie größere Stückzahl, höhere Reichweite, weniger komplexe Muster, andere Stoffwahl und eventuell auch Unterschiede in den Produktionsstätten. Designtechnisch lässt sich jedoch sowohl bei der sheego- wie auch bei der  Premiumlinie der Stil der Designerin Anna Scholz ganz klar erkennen und es sind in beiden Kollektionen sehr schöne Stücke dabei.

Die Präsentation der Kleidung im „Anna Scholz“- Onlineshop zeigt sich ethnisch divers, durch altersmäßige Streuung der Models konnte sie sich jedoch leider nicht hervortun [1]. Hilfreich für die Kaufentscheidung wäre auch, wenn man die Kleidung an verschiedenen Körpertypen zeigen würde, da ein und dasselbe Stück an einer kleinen Frau einfach anders sitzt als an einer mittelgroßen oder großen Trägerin derselben Konfektionsgröße.

Physische Läden gibt es von „Anna Scholz“ leider keine mehr, nachdem der deutsche Flagshipstore mangels Rentabilität wieder geschlossen werden musste, allerdings gibt es einige große Kaufhäuser, die die Linie führen. Sollte es technisch und logistisch möglich sein, wäre es begrüßenswert, würde man einen Shopfinder in die Website integrieren.

Versandkosten fallen  im „Anna Scholz“- Onlineshop bis zu einem Einkaufswert von £125.- an – derzeit in der Höhe von €13.-. Bei sheego zahlt man laut Website eine versandkostenunabhängige Lieferpauschale von €6,95.-. Mit Retouren musste ich bisher zwar  noch keine Erfahrungen machen, allerdings hat man mit einem Wohnsitz außerhalb Großbritanniens die Kosten dafür selbst zu tragen.

Zusammengefasst gesagt:
Pro: hochwertige Verarbeitung, durchdachte Designs, zwei unterschiedliche Preiskonzepte
Contra: Premiumlinie selbst im Sale teilweise unerschwinglich, keine physischen Läden (mehr), Produktpräsentation könnte inklusiver sein
Kaufempfehlung für: elegante, konservative Mode, Businessmode für Frauen ab 30,  Kleider und Röcke

[1] Es ist sicher nicht die primäre Aufgabe von Modelabels politisch korrekt zu sein, aber schön zu sehen ist es dennoch, weswegen in diesem Blog darauf Wert gelegt werden soll.

Dicke Kleidung: Zu Besuch im Stocksale Pop-up-Store

geschrieben von Anita Drexler

 

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Pop-up-Stores boomen ja zur Zeit, Lagerabverkäufe sind generell eine gute Sache und nachhaltig produzierte Mode, so wichtig sie ist, immer noch viel zu selten – und in Plusgrößen leider sowieso kaum vorhanden.

Stocksale kombiniert seit 2013 diese drei magischen Ingredienzien, abwechselnd bei Verkaufsevents für Kinder- und für Erwachsenenmode.

Nach dem Lesen der Anzeige auf der Webpräsenz der Zeitschrift „Woman“, war ich aber erst einmal frustriert.  „ Für Frauen in den Größen 34-44 und Männer in den Größen 48-54“ schmetterte mir der Artikel entgegen. Das machte mich ein bisschen traurig, denn ich mag Lagerabverkäufe sehr und nachhaltige Mode würde ich auch gerne viel mehr kaufen.

Da ich im Händler_innenverzeichis aber auch auf Labels gestoßen bin, deren Mode ich selbst regelmäßig kaufe, habe ich, obwohl ich längst keine 44 mehr trage, den Versuch gewagt, hinzugehen und die Veranstaltung gleich auf ihre Dickenfreundlichkeit zu prüfen.

Der Pop-up-Store findet in wechselnden Locations statt, diesmal in der Schloßgasse im 5.Bezirk. Der Veranstaltungsort, ein an der Baufälligkeit schrammendes Gebäude, liegt etwas versteckt in einer Seitengasse. Auf Grund des regen Besucher_innenandranges  wurde ich gleich vom Strom der Meute ans Ziel gespült, was sehr praktisch war.

Über die Treppe hinauf gelangte man in den zweiten Stock. Dort reihten sich dann, auf zwei mittelgroße Räume verteilt, ganz puristisch Kleidungsstücke auf etwas abgenutzten Stangen aneinander. Die Ware wurde sowohl nach Größen, als nach Kategorien und nach Geschlecht unterteilt, nicht jedoch nach Herstellerfirmen. Dabei war das Publikum bürgerlich-alternativ, darunter viele junge Leute. Trotz des Andranges war die Stimmung sehr freundlich, Gepöbel habe ich während meiner Zeit dort nicht erlebt.

Größenmäßig fand ich im Wesentlichen das Erwartete vor – vornehmlich kleine Größen. Allerdings wurde ich dann, unter Berücksichtigung der folgenden beiden Punkte, auch mit meiner größeren Kleidergröße fündig:

  1. Es gab eine gute Auswahl an „One Size“-Stücken – die Schnitte und Passform unterscheiden sich von Marke zu Marke, aber bis etwa Größe 52 wird frau ( die Männergrößen habe ich mir nicht im Detail angeschaut) dort sehr wahrscheinlich etwas finden können.
  1. „Kenne dein Label“ – einige der angebotenen Herstellerfirmen produzieren auch in Größen jenseits der Kleidergröße 44- meinen Recherchen nach bis zur Größe 52. Genau so war das Kleidungsangebot auch im Stocksale vertreten. Allerdings leider oft versteckt in der One-Size-Sektion oder hinter nichtnumerischen Größenangaben, daher musste man einiges an Zeit zum Suchen aufwenden. Dazu sollte man auch wissen, dass eine Größe XL bei einem Label eher einer 44 enstsprechen kann, während es beim anderen einer Konfektionsgröße 52 gleichkommt.Vorabrecherche ist der Schlüssel – das klingt mühsam und ist es auch – aber es lohnt sich.

Generell sollte man für einen Besuch beim Stocksale  Zeit und Muße mitbringen. Wo der Andrang groß ist, können Gänge eng werden und um Kleidung probieren zu können steht man gut und gerne 30 Minuten an. Dafür steht man dann in einer großen, mit Tüchern abgetrennten Massenkabine, was bedeutet: keine Privatsphäre, aber dafür viel Platz.

Am Ende habe ich für mich,  einer gewissen Frustration zum Trotz, 11 Teile gefunden und bin bei der Gelegenheit auch gleich auf ein, zwei Labels gestoßen, die ich im Auge behalten werde. Es hat sich also ausgezahlt.Unterm Strich war mein Eindruck der, dass es sich beim Stocksale um eine gelungene Veranstaltung handelt.

Aus Sicht einer dicken Frau wäre es jedoch wünschenswert, in Zukunft verstärkt auch Mode in Größen jenseits der 50 kaufen zu können.  Natürlich kann es gut sein, dass diese Lücke einfach einem Mangel an geeigneten Herstellern geschuldet ist. Meiner Erfahrung nach versteifen sich gerade junge, kleine Labels oft ausschließlich auf die Größen 36-44; vermutlich, weil die das als die wirtschaftlichste Lösung ansehen. Dass der Markt in diesem Segment ziemlich gut gesättigt ist und es durchaus geschickt sein könnte, auf  individualisierbare Konzepte oder gleich auf große Größen zu setzen, weil der Mangel an Angebot auf diesem Sektor eklatant ist , wird oft übersehen. So betrachtet ist der Stocksale einfach Spiegel einer nicht sehr dickenfreundlichen Branche. Allerdings gibt es vereinzelt Hersteller, die mit inklusiveren Größenmodellen aufwarten. In diesem Sinne die Anregung an die Veranstalter_innen, bewusst Kontakte zu Herstellern zu suchen, die auch große Größen anbieten. So könnte diese, ohnehin schon sehr gute, Veranstaltung noch mehr an Reiz gewinnen.

Zusammengefasst gesagt:

Pro: nachhaltig produzierte, hochwertige Mode zum leistbaren Preis

Contra: ziemliches Gedränge, definitiv nur für kleine Übergrößen bis max. Größe 52

Kaufempfehlung für: Büro- und Freizeitmode, nachhaltig und fair produzierte Stücke – preislich im unteren bis oberen Mittelmaß angesiedelt

Die Seite von Stocksale findet ihr hier.

Der derzeitige Verkauf geht noch bis 23. April.

Dicke Kleidung: Lascana

geschrieben von Anita Drexler

Unterwäsche kauft man zwar nicht allzu oft,  aber wenn, muss sie besser passen als normale Kleidung. Im Übergrößenbereich kann das in physischen Geschäften ziemlich mühselig werden, also muss mal wieder das Internet herhalten.

Bei einer Recherche, die den Suchbegriff „Pagenhosen“ beinhaltete, bin ich auf Lascana gestoßen – und fand das Einkaufserlebnis gar nicht so schlecht. Gleich vorweg: Es handelt sich dabei um KEINEN reinen Plussize-Anbieter. Allerdings verfügt er über ein breites Angebot an klassischer Unterwäsche über Badekleidung bis hin zu Nachtwäsche. Es handelt sich dabei um ein Label mit Multi-Brand-Konzept, daher um einen Anbieter, der verschiedene Marken im Sortiment hat und zur OTTO-Gruppe gehört. In Deutschland schon seit 2006 und auch mit physischen Geschäften am Markt, startete man Mai 2015 einen Online-Shop für Kund_innen aus Österreich.

Das Unterwäschesegment war für mich das Hauptargument, bei Lascana einzukaufen. Die Auswahl ist gut, der Anbieter listet BHs mit Unterbrustumfang bis 120 und bis Cup F und auch ungewöhnliche Größen wie 95 AA kann man hier kaufen. Weiterer Vorteil: Selbst Produkte in „Randgrößen“ sehen meistens gut aus. Im Bereich Slips/Strings/Panties hat mich gefreut, dass auch Produkte in größeren Größen, sowie weniger beliebte Kategorien wie Panties in verschiedenen Stilen angeboten werden. Der Produktbereich „Unterwäsche“ wird bis Größe 58 geführt –  das ist mehr, als üblich ist, jedoch ist für Übergrößen jenseits der 60 leider einmal mehr nichts dabei.

Bademoden wären sicher ein weiterer Grund, eine Bestellung zu wagen, wobei ich mit einer Sache sehr unglücklich bin. Während Tankinis und Badeanzüge bis Größe 54 bzw. 58 reichen bzw. bis zu den Körbchengrößen E/F, ist bei Bikinis schon bei Kleidergröße 52 Schluss. Eigentlich ist das nicht nachvollziehbar, denn Hersteller, die entsprechende Größen produzieren, gibt es. Nachtwäsche und Homewear werden bis Größe 58 geführt; die Designs reichen hier von niedlich bis klassisch. Nichts Außergewöhnliches, aber für den Hausgebrauch durchaus in Ordnung.

Die Verarbeitung der Produkte ist dabei sehr unterschiedlich. Neben Erzeugnissen für die Hausmarke finden sich auch solche namhafte Anbieter wie Schiesser, Sloggy oder Mey, wobei für mich die größte Überraschung war, dass ich mit den Produkten der Hausmarke bzw. No-Name-Artikeln deutlich besser gefahren bin als mit dem Großteil der Markenprodukte.

Preislich bewegt man sich bei Lascana innerhalb einer recht weiten Spanne – von eher günstig bis zum mittleren Preissegment ist alles vertreten.

Die Versandkosten entfallen regulär ab einem Bestellwert von €75, darunter zahlt man €5,95.- wobei es immer wieder Aktionen gibt, in deren Rahmen diese Regelung aufgeweicht wird. Die Versandgeschwindigkeit ist durchschnittlich schnell, retournieren musste ich bisher noch nichts.

Wenig erfreulich, neben der Problematik mit den großen Übergrößen, fand ich den Umstand, dass ich seit meiner ersten Bestellung nach so gut wie jedem Besuch der Seite unaufgefordert Werbematerial von OTTO zugesendet bekomme. Zwar lässt sich das sicher irgendwie abstellen, aber lästig ist es allemal.

Ein weiterer Punkt, über den man vielleicht nachdenken sollte, sind die Fotomodelle. Während lobenswerterweise auch nicht-kaukasische Models für die Shootings verwendet wurden, konnte ich niemanden finden, der nicht jung und sehr schlank war. Natürlich ist klar, dass gerade bei Katalogshootings auch immer ganz praktische Überlegungen dahinter stehen: Wer kostet wenig, wer ist verfügbar, wer repräsentiert am ehesten die Zielgruppe, ohne zu sehr von der Kleidung abzulenken, wer passt überall rein und kann daher am vielfältigsten verwendet werden. Trotzdem wäre es begrüßenswert, würde man es schaffen, Vielfalt besser abzubilden. Das fängt bei Hautfarbe an und geht über verschiedene Körpertypen, bis hin zu Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Auch wenn es auf den ersten Blick nichts als Nachteile und Kontroversen zu bringen scheint: Inklusivität macht die Gesellschaft besser und im Kleinen kann man beginnen, Zeichen zu setzen. Das gilt natürlich nicht nur für die OTTO-Gruppe und ihre Ableger, aber als eines der größten Versandhäuser weltweit hätte man vermutlich die Ressourcen, dahingehend zumindest mehr zu versuchen.

Zusammengefasst gesagt:

Pro: leistbar, ansprechende Designs, breites Spektrum an Produkten, bei Unterwäsche und Nachtwäsche zumindest bis Größe 58 gute Auswahl

Contra: Größensegment gerade im Bademoden-Bereich nicht ausreichend, zumindest vereinzelt große Übergrößen wären wünschenswert, Präsentation könnte inklusiver sein

Kaufempfehlung für: Unterwäsche und Nachtwäsche – für Konfektionsgrößen bis 58

 

Zur österreichischen Seite kommt man hier.

 

 

 

 

Plus-Size Modevent am 24.4.2016

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Das Plus-Size-Modeevent findet heuer zum ersten Mal statt. Veranstalterinnen sind Bobby Be von der österreichischen Plus-Size-Plattform curvect.at, Venus in echt-Autorin Rhea Krcmárová und die Performancekünstlerin Veronika Merklein, die 2016 die Initiative CurVienna ins Leben gerufen haben.

Wo: Tourotel Seminarzentrum Mariahilf
Mariahilfer Straße 156 • 1150 Wien
(Rollstuhlgerechter Seiteneingang)

Eintritt frei! Weitere Informationen & Anmeldung zum Modemarkt unter CurVienna!

Dicke Kleidung: Carmakoma

geschrieben von Anita Drexler

Kleidung finden im Plussize-Bereich ist per se schwierig. Darum möchten wir unsere Rubrik „Dicke Kleidung“ nutzen, um euch Labels und Geschäfte vorzustellen, in denen man fündig werden kann – oder euch, sollten wir danebengelangt haben, auch diesbezüglich mit Erfahrungswerten zu versorgen.

Liest man sich einschlägige Modeblogs durch, fallen einem einige Marken auf, die immer wieder genannt werden. Carmakoma ist eine davon. Mich begleitet die Mode dieses Erzeugers schon seit vielen Jahren – trotz ihrer Schwächen. Aber zäumen wir das Pferd nicht von hinten auf… Weiterlesen