Dicksein / Fettsein und die eigene innere Einstellung

Es liegt viel an der eigenen Einstellung und die kann ich selbst entscheiden: will ich mein Leben damit verbringen über mich zu urteilen und mich zu kritisieren oder will ich versuchen mich so anzunehmen wie ich jetzt gerade bin. Das heißt auch sich immer wieder dazu zu entscheiden jetzt nicht schlecht von mir zu denken und auch nicht schlecht von anderen zu denken. Ich kann nicht wissen was andere von mir denken, selbst wenn es noch so offensichtlich scheint. Ich entscheide also davon auszugehen, dass es die meisten einfach nicht interessiert wie ich Aussehe. Das hilft. Nicht ständig zu denken: der schaut mich so an – der verurteilt mein Aussehen – der denkt ich sollte lieber die Treppe nehmen. Damit verurteilt man sich nur selbst. Das muss aufhören. Und dazu entscheidet man sich und es ist sehr mühsam, diesen inneren negativen Dialog abzustellen. Und es klappt nicht immer aber ich probier es weiter und es hilft. Mir geht es besser und ich denke immer weniger, dass die ganze Welt gegen mich ist.“

Mitglied der ARGE Dicke Weiber

EINFACH GÖTTLICH

„NEHMEN WIR MAL DIE SCHILDKRÖTE UND DEN ADLER. Die Schildkröte lebt nahe am Boden. Noch näher dran wäre schon fast unterirdisch. Der Horizont der Schildkröte beschränkt sich auf wenige Zentimeter, und ihre Höchstgeschwindigkeit reicht locker aus, um ein Salatblatt zu jagen und zu erlegen. Während die übrige Evolution an ihr vorbeigezogen ist, hat sie überlebt, indem sie – im Großen und Ganzen – für niemanden eine Bedrohung darstellte und ziemlich umständlich zu verspeisen war. Auf der anderen Seite der Adler. Ein Geschöpf der luftigen Höhen, dessen Horizont sich bis zum Rand der Welt erstreckt. Sein Blick ist so scharf, dass ihm selbst aus einer halben Meile Entfernung nicht die kleinste Bewegung eines noch so winzigen Pelztierchens entgeht. Der Adler, das ist schiere Kraft gepaart mit schierer Beherrschung – der geflügelte, blitzschnell zuschlagende Tod. (…) Und kurz darauf sieht die Schildkröte, wie die Welt unter ihr ins Bodenlose entschwindet. Sie sieht sie zum allerersten Mal nicht nur aus einem Zoll Entfernung sondern aus einer Höhe von fünfhundert Fuß, und sie denkt erstaunt: Was ist mir der Adler doch für ein wunderbarer Freund! Dann lässt der Adler los. Und fast immer stürzt die Schildkröte in den Tod. Jeder weiß, wieso die Schildkröte sich so verhält. Schwerkraft ist eine Gewohnheit, die man nur sehr schwer ablegen kann. Niemand weiß, warum der Adler sich so verhält. So eine Schildkröte gibt zwar eine leckere Mahlzeit ab, aber zieht man den zu betreibenden Aufwand in Betracht, kann man sich so gut wie allem anderen wesentlich bequemer ernähren. Es liegt einfach daran, dass Adler großen Spaß daran haben, Schildkröten zu schikanieren. Natürlich ist dem Adler nicht bewusst, dass er sich damit an einer sehr brutalen Methode der natürlichen Auslese beteiligt. Eines Tages werden Schildkröten fliegen lernen.

Terry Pratchett (Einfach göttlich, Taschenbuchausgabe Mai 2016, S.5f)