Risiken und Langzeitfolgen einer Magenbypass Operation

Der vierte Text zum ARGE Dicke Weiber Themenschwerpunkt »Übergewichtschirurgie«.

Bei der Magenbypass-Operation wird eine kleine Magentasche gebildet, die direkt mit dem Dünndarm verbunden wird. Der restliche Magen, der Zwölffingerdarm und ein Teil des oberen Dünndarmes sind damit ausgeschaltet, das heißt, die Nahrung gelangt sofort unter Umgehung des Magens in den Dünndarm. Da der Magen und der Zwölffingerdarm mit Klammernähten abgeklammert werden, kann weder ein Kontrastmittel in diese Teile des Magens gelangen (kein Röntgen möglich) noch eine endoskopische Untersuchung und Behandlungen stattfinden. Somit lassen sich im abgeklammerten Magenbereich keine Geschwüre oder andere Krankheiten feststellen und behandeln. Der blind verschlossene Magen kann durch Magenspiegelung in der Regel nicht mehr eingesehen werden, ausser mit einer kleinen Operation.

Gefährlich sind auch Probleme durch Lecks im Bereich der Klammernahtreihen. An den Klammernähten und im Bereich der Verbindungsstelle von Magen und Dünndarm kann es zu Blutungen kommen oder es können Schwachstellen auftreten. Dabei kann es zum Austritt von Magen-Darminhalt und in weiterer Folge zu einer Bauchfellentzündung kommen. Auch Schleimhautentzündungen, Geschwüre an den Verbindungsstellen sowie Infektionen und Abszess Bildungen in der Bauchhöhle sind wahrscheinlich und führen zu Folgeoperationen. Darüber hinaus müssen langfristig säurereduzierende Medikamente zum Schutz der Schleimhaut vor allem im Bereich der Nahtverbindung Magen/Dünndarm eingenommen werden. Die Verbindung zwischen Magen und Dünndarm kann sich nach mehreren Wochen bis Monaten so weit verengen das selbst Flüssigkeiten nicht mehr durchkommen. Die Verengungen müssen mittels mehrmaliger Magenspiegelung gedehnt werden. Selten können sich beide Magenteile wieder miteinander verbinden.

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Was passiert bei den einzelnen Verfahren der Adipositaschirurgie?

Der dritte Text zum ARGE Dicke Weiber Themenschwerpunkt »Übergewichtschirurgie«.

Dieser Artikel soll als Kurzüberblick dienen, auf die Komplikationen und Langzeitfolgen der verschiedenen Verfahren werden wir noch gesondert eingehen.

Magenballon

Der Magenballon wird ohne Operation mittels Speiseröhre in den Magen eingeführt und dort mit Wasser und Luft gefüllt. Der Fremdkörper soll die Nahrungsaufnahme für maximal sechs Monate regulieren und auf eine chirurgische Maßnahme vorbereiten.

Da das Material mit der Zeit spröde wird, kann es bei einem unbemerkten Abgang zu einem Darmverschluss (Ileus) kommen.

Magenband

Das Magenband ist ein körperfremdes Implantat aus Silikon und wird ringförmig um den obersten Teil des Magens platziert. Über ein Schlauchsystem steht das Magenband mit einem «Reservoir»-System in Verbindung, welches unter die Haut implantiert wird. Es muss immer wieder eingestellt werden und kann zu verschiedenen Komplikationen führen, die dann eine Entfernung notwendig machen. Meist wird ein Magenband nach einigen Jahren umgebaut zu einem Schlauchmagen oder einem Magenbypass.

Komplikationen sind: Infektionen und Verwachsungen am Magen, eine sackförmige Erweiterung der Speiseröhre, Leckagen des Schlauchsystems, das Verrutschen des Magenbandes, Vormagenerweiterungen auch Pouch-Dilatation genannt (Intoleranz für feste und im späteren Verlauf auch für flüssige Kost), Probleme im Bereich des Ports (Infektionen, Verrutschen/Drehen der Portkammer, Abreißen des Schlauches etc., gefährliche Blutvergiftung), gehäuftes Erbrechen.

Außerdem sollte Aspirin nicht mehr eingenommen werden (zu große Nahrungsbrocken oder Medikamente reizen die Magenschleimhäute).

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Adipositaschirurgie – Was ist das?

Adipositaschirurgie – Übergewichtschirurgie – Bariatrische Chirurgie

Ein Überblick von Malena Glück

Unter Adipositaschirurgie werden verschiedene medizinische Eingriffe zusammengefasst, die mittels chirurgischer Veränderung des »gesunden« Magen-Darmtraktes zur »Bekämpfung« (»Heilung«) von »Übergewicht« beitragen sollen. Dabei dient die chirurgische Maßnahme lediglich als Hilfestellung um die medizinisch empfohlene »Ernährungsumstellung« auch ein Leben lang durchzuhalten. Zu den zahlreichen Operationsverfahren zählen derzeit vorrangig: Magenband, Schlauchmagen, Magenbypass (Roux-Y-Magen-Bypass) und biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch (BPD-DS).

Die Adipositaschirurgie bedient sich dabei eines großen Vorurteils gegenüber Dicken: »Dicke essen viel zu viel bzw. sind einfach sehr gute Nahrungsverwerter«, denn das einzige was die chirurgischen Eingriffe wirklich bewirken ist, die Nahrungszufuhr massiv zu begrenzen. Eine solche begrenzte Nahrungszufuhr wird Restriktion genannt. Es gibt auch chirurgische Maßnahmen, dazu zählt vor allem die biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch (BPD-DS) und teilweise der Magenbypass, die nicht nur die Nahrungszufuhr sondern auch die Verwertung der Nahrung also die Nahrungsinhaltstoffaufnahme beschränken, dies wird dann Malabsorption bzw. Malresorption genannt.

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Gegen Übergewichtschirurgie

ARGE Dicke Weiber Positionspapier

Eines unserer laufenden Projekte ist die Arbeit an einem Positionspapier. Hier ist der erste Text zum großen Thema »Übergewichtschirurgie«.

Warum ist die ARGE Dicke Weiber gegen Übergewichtschirurgie?

Übergewichtschirurgie ist ein Experimentieren am Körper, das schwerwiegende Folgen für Gesundheit und Lebensqualität mit sich führt, die eine lebenslange medizinische Nachbetreuung erforderlich machen. Getarnt als endgültige und einfache Heilsversprechung und unter dem Druck ärztlicher Empfehlungen werden Dicke überall dazu aufgefordert. Dabei handelt es sich um eine ähnliche Geschäftemacherei wie bei Schönheitschirurgie, Gebärmutterentfernungen und Kaiserschnitten.

Es wird weder gesagt welche Lebenseinschränkungen frau nach so einer Operation erwarten kann noch, dass frau trotzdem dick bleiben oder nach anfänglichem Abnehmen wieder dicker werden kann. Es wird nicht aufgeklärt darüber, dass frau sich ständig mit Essen befassen muss (vor allem mit dem, was frau noch essen kann und in welcher Form, vor allem wie viel) – die gesamte Denkweise wird dann zunehmend eingenommen von diesem Thema (Dünn bleiben, Essen). Ebenso wenig wird darüber informiert, dass, wenn frau abnimmt die überzählige Haut operativ entfernt werden sollte, da ansonsten unter den Hautlappen Ekzeme, Pilze, etc.  entstehen können, die ebenfalls einer lebenslangen Behandlung bedürfen. Eine solche Hautreduktion muss selbst bezahlt werden und ist ebenso riskant wie eine Magenverkleinerung. Weitere Ausführungen zu den gesundheitlichen Gefahren von Übergewichtschirurgie findet ihr in unserem eigenen Artikel.

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