Eure Blicke

Ich gehe durch die Straßen,
eure Blicke treffen mich,
sie starren auf meine dicken Beine,
das wackelnde Fett,
sie starren auf meinen Bauch,
die volle Fülle,
sie starren auf meine hängenden Brüste,
die weiche Masse,
sie starren auf mein Kinn,
mit samt seiner Umrahmung,
sie treffen meine Augen und blicken weg,
als hätten sie etwas verbotenes gemacht,
als wäre es ihnen unangenehm,
sie gehen an mir vorbei,
sie rempeln mich oder ducken sich,
sie wissen nicht so recht,
ich nehme so viel Platz…

und ich begegne euren Blicken,
und sie treffen mich,
und dennoch nehme ich mir den Platz,
ich mache mich nicht klein,
ich weine nicht und ich stoppe den eigenen inneren Dialog,
ich höre nicht hin auf den Hass, der in manchen eurer Blicke ruht,
ich begegne euren Blicken,
und gehe weiter, atme weiter,
ich habe Platz in all meiner Fülle,
und ich nehme ihn mir,
ich stehe zu mir,
manchmal stehe ich allein…

manchmal da ist es echt hart euren Blicken zu begegnen,
da brauche ich jemanden der mich erinnert,
der mich erinnert, dass ich ein Mensch bin und kein Ding,
also bin ich heute für alle anderen,
diese Erinnerung, damit sie es für mich sein können,
wenn ich sie brauche,
ich begegne euren Blicken,
wandle hoch erhobenen Hauptes meines Weges,
und nehme den Platz ein, der mir zu steht,
und ich alleine bestimme wieviel das ist,
denn ich bin ein Mensch in voller Pracht,
und ich begegne euren Blicken mit Würde und Respekt,
begegne eurem Hass mit Mitgefühl und Nachsicht,
und ich nehme lachend meinen Platz ein….

verfasst von Malena Glück

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