Dicke Kleidung: Lascana

geschrieben von Anita Drexler

Unterwäsche kauft man zwar nicht allzu oft,  aber wenn, muss sie besser passen als normale Kleidung. Im Übergrößenbereich kann das in physischen Geschäften ziemlich mühselig werden, also muss mal wieder das Internet herhalten.

Bei einer Recherche, die den Suchbegriff „Pagenhosen“ beinhaltete, bin ich auf Lascana gestoßen – und fand das Einkaufserlebnis gar nicht so schlecht. Gleich vorweg: Es handelt sich dabei um KEINEN reinen Plussize-Anbieter. Allerdings verfügt er über ein breites Angebot an klassischer Unterwäsche über Badekleidung bis hin zu Nachtwäsche. Es handelt sich dabei um ein Label mit Multi-Brand-Konzept, daher um einen Anbieter, der verschiedene Marken im Sortiment hat und zur OTTO-Gruppe gehört. In Deutschland schon seit 2006 und auch mit physischen Geschäften am Markt, startete man Mai 2015 einen Online-Shop für Kund_innen aus Österreich.

Das Unterwäschesegment war für mich das Hauptargument, bei Lascana einzukaufen. Die Auswahl ist gut, der Anbieter listet BHs mit Unterbrustumfang bis 120 und bis Cup F und auch ungewöhnliche Größen wie 95 AA kann man hier kaufen. Weiterer Vorteil: Selbst Produkte in „Randgrößen“ sehen meistens gut aus. Im Bereich Slips/Strings/Panties hat mich gefreut, dass auch Produkte in größeren Größen, sowie weniger beliebte Kategorien wie Panties in verschiedenen Stilen angeboten werden. Der Produktbereich „Unterwäsche“ wird bis Größe 58 geführt –  das ist mehr, als üblich ist, jedoch ist für Übergrößen jenseits der 60 leider einmal mehr nichts dabei.

Bademoden wären sicher ein weiterer Grund, eine Bestellung zu wagen, wobei ich mit einer Sache sehr unglücklich bin. Während Tankinis und Badeanzüge bis Größe 54 bzw. 58 reichen bzw. bis zu den Körbchengrößen E/F, ist bei Bikinis schon bei Kleidergröße 52 Schluss. Eigentlich ist das nicht nachvollziehbar, denn Hersteller, die entsprechende Größen produzieren, gibt es. Nachtwäsche und Homewear werden bis Größe 58 geführt; die Designs reichen hier von niedlich bis klassisch. Nichts Außergewöhnliches, aber für den Hausgebrauch durchaus in Ordnung.

Die Verarbeitung der Produkte ist dabei sehr unterschiedlich. Neben Erzeugnissen für die Hausmarke finden sich auch solche namhafte Anbieter wie Schiesser, Sloggy oder Mey, wobei für mich die größte Überraschung war, dass ich mit den Produkten der Hausmarke bzw. No-Name-Artikeln deutlich besser gefahren bin als mit dem Großteil der Markenprodukte.

Preislich bewegt man sich bei Lascana innerhalb einer recht weiten Spanne – von eher günstig bis zum mittleren Preissegment ist alles vertreten.

Die Versandkosten entfallen regulär ab einem Bestellwert von €75, darunter zahlt man €5,95.- wobei es immer wieder Aktionen gibt, in deren Rahmen diese Regelung aufgeweicht wird. Die Versandgeschwindigkeit ist durchschnittlich schnell, retournieren musste ich bisher noch nichts.

Wenig erfreulich, neben der Problematik mit den großen Übergrößen, fand ich den Umstand, dass ich seit meiner ersten Bestellung nach so gut wie jedem Besuch der Seite unaufgefordert Werbematerial von OTTO zugesendet bekomme. Zwar lässt sich das sicher irgendwie abstellen, aber lästig ist es allemal.

Ein weiterer Punkt, über den man vielleicht nachdenken sollte, sind die Fotomodelle. Während lobenswerterweise auch nicht-kaukasische Models für die Shootings verwendet wurden, konnte ich niemanden finden, der nicht jung und sehr schlank war. Natürlich ist klar, dass gerade bei Katalogshootings auch immer ganz praktische Überlegungen dahinter stehen: Wer kostet wenig, wer ist verfügbar, wer repräsentiert am ehesten die Zielgruppe, ohne zu sehr von der Kleidung abzulenken, wer passt überall rein und kann daher am vielfältigsten verwendet werden. Trotzdem wäre es begrüßenswert, würde man es schaffen, Vielfalt besser abzubilden. Das fängt bei Hautfarbe an und geht über verschiedene Körpertypen, bis hin zu Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Auch wenn es auf den ersten Blick nichts als Nachteile und Kontroversen zu bringen scheint: Inklusivität macht die Gesellschaft besser und im Kleinen kann man beginnen, Zeichen zu setzen. Das gilt natürlich nicht nur für die OTTO-Gruppe und ihre Ableger, aber als eines der größten Versandhäuser weltweit hätte man vermutlich die Ressourcen, dahingehend zumindest mehr zu versuchen.

Zusammengefasst gesagt:

Pro: leistbar, ansprechende Designs, breites Spektrum an Produkten, bei Unterwäsche und Nachtwäsche zumindest bis Größe 58 gute Auswahl

Contra: Größensegment gerade im Bademoden-Bereich nicht ausreichend, zumindest vereinzelt große Übergrößen wären wünschenswert, Präsentation könnte inklusiver sein

Kaufempfehlung für: Unterwäsche und Nachtwäsche – für Konfektionsgrößen bis 58

 

Zur österreichischen Seite kommt man hier.

 

 

 

 

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