Dicke Kleidung: Amateur Fashion

geschrieben von Anita Drexler

Amateur Fashion ist eines jener jungen, unabhängigen Modelabels mit Geschäft, wie man sie heute in Österreichs größeren Städten immer öfter findet. Meistens haben Ausflüge in solche Läden für mich ernüchternd geendet. Da die Geschäfte plus Werkstätten oft von Einzelpersonen oder kleinen Kollektiven geführt werden und man dort qualitativ hochwertige Stücke und innovative Designs zum leistbaren Preis anbieten möchte, werden nicht selten nur wenige Größen geführt – das Angebot endet oft schon bei Kleidergröße 42.

Amateur Fashion ist anders. Der Laden liegt am Anfang der Reindorfgasse im 15. Wiener Gemeindebezirk und ist ein Kollektiv aus Café, Fahrradgeschäft und Modegeschäft, wobei letzteres gefühlt den Großteil der Ladenfläche ausfüllt.

Das Ladenlokal ist durch breite Schaufensterfronten an gleich zwei Seiten lichtdurchflutet – die Mode wird auf Stangen entlang der Schaufenster und auf einer weiteren Reihe zentral im Raum präsentiert.

Die Kollektionen sind jung, urban und modern. Ein guter Anteil der Ware ist in gedeckten Farben gehalten: schwarz, grau, olive, oft auch weiß. Dazu gesellen sich je nach Saison und Inspirationsquelle auch immer wieder bedruckte Stücke, denen man das Handwerk ansieht, das dahinter steckt. Schrilles wird man kaum finden, die Linie ist eher cool und reduziert. Bei Amateur Fashion setzt man auf klare Farben, klare Linien und großzügige, urbane Schnitte. Besonders hervorzuheben sind die gute Qualität der verwendeten Stoffe und die sehr schöne Verarbeitung. Die Stücke werden in der hauseigenen Nähwerkstatt angefertigt, auch Änderungen sind daher schnell und unkompliziert möglich.

Ein großer Teil der Linie wird in Einheitsgröße ausgeführt – die auch wirklich so bemessen ist, dass man als Plussize im unteren bis mittleren Bereich (so bis Größe 50) immer wieder etwas finden kann. Es gibt aber auch konfektionierte Ware, die, und das hat mich überzeugt, wirklich in verschiedenen Größen zu finden ist. So habe ich bei meinem ersten Besuch im Laden tatsächlich eine Hose in Größe 56 gleichberechtigt neben kleineren Größen an der Stange hängen sehen und war begeistert. Wird man im Geschäft nicht fündig, ist es möglich, sich auf Bestellung sein Lieblingsstück auch in einer größeren Größe fertigen zu lassen, was laut Besitzerin bis in die großen Übergrößen hinein machbar sei.

Die Raumgestaltung bei Amateur Fashion unterstreicht diese großzügige Philosophie. Gänge und Kabinen sind schön geräumig, auch mit einem fülligen Körper kann man sich durchs Geschäft bewegen, ohne Gefahr zu laufen etwas umzuwerfen.

Preislich bewegt man sich leider im oberen mittleren Preissegment, was auf Grund der Struktur des Geschäftes zwar nachvollziehbar ist, aber Menschen mit kleinem Geldbeutel halt trotzdem nicht hilft. Für besondere Teile kann man sich aber auch dann mal hinwagen, weil es erstens auch Teile unter €100.- gibt und weil man Geschäfte mit einer positiven Einstellung zu Plussize einfach unterstützen sollte.

Teile der Kollektion findet man im Internet auf DaWanda. Änderungen kosten extra.

Zusammengefasst gesagt:

Pro: Einheitsgrößen, Änderungen möglich, Plussize auf Wunsch möglich, schöne Designs, tolle Verarbeitung

Contra: Einheitsgrößen, man muss suchen, Stangenware wenn, nur im unteren Plussize-Segment, Preis

Kaufempfehlung für: Alltag, Büro

 

Ein Gedanke zu “Dicke Kleidung: Amateur Fashion

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