Aus dem dicken Leben

/aus dem Dickenleben

geschrieben von Magda Scheiblbrandner

Schauplatz ist das Gänsehäufel (ein großes Wiener Freibad), am Oststrand im FKK-Bereich. Der Strandbereich ist vom Rest der Alten Donau durch ein Stahlseil getrennt, mensch sollte nicht darüber hinaus schwimmen. Im unteren FKK-Bereich ist ein Gummiponton zum Sonnenbaden verankert. Der Abstand zwischen Ponton und Stahlseil beträgt etwa 3 m. Frau schwimmt zwischen Ponton und Stahlseil, in einigen Metern Entfernung schaukeln zwei Jünglinge auf den Stahlseil. Der eine Jüngling sagt im Schnöselton zum anderen: “Da draussen (im Rest des Gänsehäufels) ist ja der Pupperlstrand, aber da herinnen ist es eine Katastrophe”. Frau hat das gehört und überlegt, ob sie umkehren und einen Umweg schwimmen soll, um den Schnöseln auszuweichen. ‘Ach was’, denkt sie dann, ‘ich bin sowieso Katastrophe’ (ältlich, dicklich, verbirgt ihre stark kurzsichtigen Augen hinter dicken Brillengläsern – was braucht es mehr) und schwimmt an den Jünglingen vorbei. Demjenigen, der diese Bemerkung gemacht hatte, schien das dann etwas peinlich zu sein.

 

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