Gewicht und Bewegung ?

ARGE Dicke Weiber Positionspapier

Eines unserer laufenden Projekte ist die Arbeit an einem Positionspapier. Dazu zählt auch die Beschäftigung mit der Frage: 

Warum ist die ARGE Dicke Weiber folgender Überzeugung „Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen“?

Beim Thema Gewicht und Bewegung müssen wir die eigenen, inneren Vorurteile und Tabus brechen – um uns offen und frei dem Thema zu nähern. Diese Befreiung von jeglichen assoziativen Verknüpfungen die bisher zwischen Gewicht und Bewegung hergestellt wurden – ermöglicht uns Schuldzuweisungen, Scham und Selbsthass zu stoppen.

Das Vorurteil „BEWEGUNG = GewichtsREDUKTION“ ist selbst unter Ärzten weit verbreitet. Unser Erfahrungswissen zeigt, dass GewichtsREDUKTION und BEWEGUNG nichts miteinander zu tun haben. Um mit diesem Vorurteil zu brechen hat die ARGE Dicke Weiber beschlossen: GEWICHT und BEWEGUNG in einem ersten Schritt zu trennen.

In einem zweiten Schritt und aufgrund dieser Diskussion haben wir uns dem wesentlichen Zusammenhang von Gewicht und Bewegung ohne Vorurteile gewidmet. Bewegungen mit einem höheren Gewicht oder anderem Körpervolumen sehen anders aus, als das was unseren Sehgewohnheiten  vertraut und alltäglich ist. Die Bewegungsabläufe dicker Körper werden aufgrund mangelnder Sehgewohnheit auch ganz anders bewertet als die dünner Körper. Hinzu kommt, dass Dicken prinzipiell abgesprochen wird beweglich/sportlich zu sein und sie mit Spott und Hohn rechnen müssen falls sie doch Bewegung/Sport betreiben.

Ab einem gewissen Gewicht sind verschiedene Bewegungen nur mehr eingeschränkt möglich bzw. gar nicht mehr. Hier überschneidet sich die Dickenbewegung mit der Behindertenbewegung und steht ein für barrierefreies und selbstbestimmtes Leben – Leben mit persönlicher Assistenz. Denn selbst mit schwersten körperlichen Einschränkungen ist ein menschwürdiges und glückliches Leben möglich.

Der Bewegungsbegriff ist heutzutage aber sehr eng gefasst und steht für Sport und „Fitness“. Damit einher geht oft der Zwang zur Bewegung mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger in Richtung Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Diese Form von Bewegung (der Sport) wird eingesetzt um moralische Urteile über Menschen zu fällen und ihnen Schuld- und Schamgefühle einzureden. Hierbei hat Glück wer wirklich Spaß am Sport hat aber Spaß am Sport ist nicht der eigentliche Grund hier Sport zu betreiben. Sport soll, so der weitverbreitete Irrglaube, zur Gewichtsreduktion führen. Die ARGE Dicke Weiber ist der Überzeugung, dass jeglicher Grund für Bewegung die eigene Freude daran sein sollte. Jede/r hat unterschiedliche Bewegungsbedürfnisse.

Neben dem gleichzeitigen, gesellschaftlichen Zwang zum Sport als angebliches Mittel zur Gewichtsreduktion werden Dicke vom Sport mittels mangelnder oder gänzlich fehlender Sportbekleidung und Sportgeräte (die für hohes Gewicht geeignet sind) ausgeschlossen. Auch der Spott und Hohn, der Dicke trifft sobald sie sich bewegen also schwimmen, tanzen, etc. grenzt Dicke aus. Dieser Widerspruch: einerseits Sport zu betreiben um angeblich Dünn zu werden und andererseits Dicke aber von der Möglichkeit Sport zu betreiben auszuschließen – erhöht den Druck, die Scham, die Schuldgefühle bei dicken Menschen. Dieser Widerspruch ist gewollt um gut an Dicken verdienen zu können.

Um den moralischen Druck, der auf uns ausgeübt wird aufzuheben müssen wir uns erlauben auch faul sein zu dürfen. Jegliche Bewertung unserer eigenen Faulheit muss aufhören. Es gilt sich selber zu befreien von jeglichen Vorwürfen – frau ist wie sie ist – und sie kann auch faul sein und es genießen!

Wir nehmen uns das Recht auch faul sein zu dürfen und das gut zu finden. Wir nehmen uns das Recht uns nur dann zu bewegen wenn wir es wollen – selbst wenn es „ungesund“ ist. Kurz gesagt: „Wir dürfen Faultiere sein!“

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