Nicht schlank durch Bewegung – Eine Antwort

Eigentlich wollten wir »nur« auf den Kommentar von Koboldkatze reagieren, aber wir finden, Malenas Antwort ist einen eigenen Blogbeitrag wert.

Liebe Koboldkatze,

wie viele andere auch, hälst du die durch die Medien verbreiteten Halbwahrheiten über den Zusammenhang von Gewicht, Essen, Bewegung und Gesundheit für empirisch einwandfrei bewiesene Tatsachen – hier muss ich dich leider enttäuschen: wissenschaftlich einwandfrei bewiesen ist nichts davon. Genaueres kannst du gerne in folgenden Büchern nachlesen:

Weiters stützen wir unsere Aussagen auch auf eigene Erfahrungen: So erzählt Magda von der ARGE Dicke Weiber zum Beispiel immer Folgendes:

»Ich bin ein Musterbeispiel für Nicht-schlank-sein-durch-Bewegung.

Vor einigen Jahren unternahm ich eine mehrtätige Wanderung von Hütte zu Hütte, mit 8 kg-Rucksack. Die tägliche Gehzeit betrug zwischen 5 und 8 Stunden, mit beträchtlichen Höhenunterschieden pro Tagesetappe. Untertags kamen wir zu keiner Hütte, erst am Abend gab es dann ein ausgiebiges Abendessen. Die Tour war sehr schön, aber auch anstrengend und ich dachte, da müsste ich doch ein paar Kilo abgenommen haben. Nix wars damit, ich glaube ich habe damals sogar 40 dkg zugenommen.

Solche Hatscher mache ich heute nicht mehr, aber Tageswanderungen mit 6 Stunden reiner Gehzeit und 600 Höhenmetern hinauf und hinunter unternehme ich auch heute noch. Es versteht sich von selbst, dass ich dabei nicht abnehme.«

Sätze wie:

»Gewicht und Essen hängen nicht miteinander zusammen.
Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen.
Gewicht und Gesundheit hängen nicht miteinander zusammen.«

dienen aber nicht nur dazu um auf eventuelle Halbwahrheiten hinzuweisen, sie dienen vor allem dazu uns von jeglicher Schuldzuweisung und Ursachenforschung zu befreien. Behauptungen wie »Essen und Gewicht sowie Essen und Bewegung hängen zusammen« bewirken Selbstvorwürfe sowie Fremdvorwürfe: Schließlich wäre frau ja nicht dick, wenn frau doch weniger gegessen hätte oder essen würde bzw. frau wäre nicht dick, wenn frau sich »gesund« oder »richtig« ernährt hätte bzw. ernähren würde und schließlich wäre frau auch nicht dick, wenn frau sich mehr bewegt hätte oder mehr bewegen würde.

Solche Schuldzuweisungen machen krank – sie machen Angst und erzeugen Druck, Selbsthass und den Zwang sich anpassen zu müssen. Solche Aussagen verurteilen und sind verurteilend. Sie erzeugen ein Gefühl von »Falschsein«, ein Gefühl von »Faulsein« und »Schlechtsein«. Die ARGE Dicke Weiber setzt sich für radikale Selbstliebe ein – dafür, dass Dicksein nichts Schlechtes ist. Doch Aussagen wie eine »falsche Lebensweise«, die »falsche Ernährung« wären »Schuld« daran, dass frau dick ist – und frau müsse doch einfach ihre »falsche Lebensweise« ändern um dünn zu sein und »richtig und gut zu sein« – erzeugen den Eindruck Dicksein sei schlecht, Dicksein sei falsch. Und das heißt auch frau wäre nur solange in Ordnung solange sie an ihrem Dicksein arbeitet und wieder dünn sein will. Doch wir sind der Überzeugung:

Jede dicke Frau ist so wie sie ist richtig und gut, denn Dicksein ist nichts Schlechtes.

Wir sind nicht automatisch faul, nicht automatisch schuldig. Es gibt faule Dünne und faule Dicke, es gibt bewegliche Dünne und bewegliche Dicke, es gibt unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Körper, unterschiedliche Lebensweisen.

Um diese Vielfalt zu würdigen und dicke Menschen zu befreien, auch von ihrer eigenen Selbstgeißelung und Selbstbestrafung, ihrem Selbsthass (schließlich, wenn solche Sätze zutreffen würden, hätten sie ja Schuld daran, dass sie dick sind) – müssen wir beginnen Gewicht zu trennen von Essen, Gewicht zu trennen von Bewegung und Gewicht zu trennen von Gesundheit.

Das Thema Gesundheit bedarf allerdings einer eigenen Auseinandersetzung, denn einerseits: auch ein kranker Körper ist ein guter Körper und andererseits: wir alle werden eines Tages sterben. Manche sterben früher und manche später, dabei scheint es aber unwichtig wie »gesund« der Einzelne gelebt hat. Denn es sterben vollkommen »gesunde« Menschen tagtäglich bei Unfällen, in Kriegen oder durch plötzlich auftretende, unerklärbare Todesursachen. Jeder Körper wird im Laufe seines Lebens abgenutzt bis er irgendwann stirbt. Und auch mit einem eventuellen »kranken« Körper lässt es sich gut leben. Weiters ist Gesundheit keine Angelegenheit der Öffentlichkeit – ob ich als Individuum gesund bin oder nicht, ist meine Sache. Und ob ich mich gesund halten will oder nicht, ist auch meine Sache. Es ist meine Sache, ob ich rauche, ob ich Sport betreibe, ob ich Alkohol trinke, ob ich mich »gesund« oder »ungesund« ernähre – ob ich mich an Ratschläge halte oder nicht – solange ich damit keinem anderen schade. Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung.

Doch nach all den Einwänden noch eine Frage: »Was heißt gesund?«

Nachfolgend ein Auszug aus unserem Beitrag für das Missy Magazine:

»Mir als dicke Frau wird oft zugeschrieben ich sei nicht gesund, weil ich nicht so schnell gehen kann wie andere, weil ich nicht so viele Treppen steigen kann wie andere, weil ich nicht so hoch klettern kann wie andere, weil ich nicht so tanzen kann wie andere. Hier sieht man schon, dass man meine Gesundheit an der »Gesundheit« anderer misst – man vergleicht mich, meinen Körper, seine Möglichkeiten mit den Körpern anderer und behauptet, wäre ich anders würde ich das auch können was dieser spezifische Körper kann. Ich behaupte, das ist Blödsinn! Nur weil ich dünn wäre könnte ich auch nicht so schnell gehen wie diese Person oder so hoch klettern wie diese Person (insbesondere da ich Höhenangst habe – und jetzt will man mir doch nicht auch noch einreden ich hätte keine Höhenangst, wenn ich dünn wäre, oder?) Nur weil ich dünn wäre könnte ich auch nicht genauso tanzen. Es ist keine Eigenschaft des Dünnseins gut tanzen zu können, keine Eigenschaft des Dünnseins schnell gehen zu können, keine Eigenschaft des Dünnseins hoch klettern zu können. Wenn man dünn ist, ist man einfach nur dünn und wenn man dick ist, ist man einfach nur dick – es gibt nicht noch irgendwelche impliziten Eigenschaften, die sich hinter diesen Eigenschaften verstecken.

Ginge es tatsächlich um meine Gesundheit, würde man nicht von mir verlangen abzunehmen – denn das Gewicht, dass ich abnehmen müsste um so dünn zu sein wie diese Person wäre nicht mehr gesund – die Diät, die ich dann mein Leben lang machen müsste, würde sämtliche Organe in Mitleidenschaft ziehen, die übermäßige Bewegung, mit der ich nie mehr aufhören dürfte, würde in wenigen Jahren meine Gelenke angreifen, und meine Psyche – würde es mir wirklich gut tun jeden Tag meines Lebens auf alles zu verzichten? Und das Schlimme – es gäbe nicht einmal eine Garantie, denn Körper können sich gewöhnen, sie können ihren Stoffwechsel umstellen und ich mag dann zwar viele Kilos verlieren, wäre aber nie so dünn wie man mich haben wollte – soll ich mich wirklich verbiegen? Soll ich meine Gesundheit dafür aufgeben? Was ist Gesundheit? Und heißt Gesundheit wirklich »dünn« sein um jeden Preis?

Mein Körper ist wundervoll und Gesundheit ist für mich ein Wohlgefühl. Ich fühle mich wohl im eigenen Körper, mit mir selbst. Ich bin eine dicke Frau, aber ich bin nicht krank, ich fühle mich nicht danach. Dicksein tut nicht weh – wie man auf Dicke reagiert, wie man Dicke behandelt tut weh. Der Stress und der Hass auf den eigenen Körper tun weh – und zu diesen wird man regelrecht von den Medien, der Gesellschaft, gezwungen. Den Auslöser einer Krankheit nennt man meist Virus und der wird meist behandelt. Ich denke hier ist es ähnlich, wir müssen nicht das Dicksein behandeln um gesund zu werden und gesund zu bleiben, sondern alle Menschen die sich dickenfeindlich verhalten – die Gesellschaft selbst die mittels Medien Dickenfeindlichkeit postuliert – gehört behandelt.

Ich bin dick und gesund. Ich bin dick und bewege mich. Ich bin nicht immer gesund, manchmal bin ich dick und habe eine Erkältung, habe Husten, habe Halsweh, habe Kopfweh – aber ich habe das nicht weil ich dick bin. Ich finde aber auch, dass Körper krank sein dürfen. Jeder Körper ist ein guter Körper.«

Gibt es also ein »zu dick«?

Die ARGE Dicke Weiber sagt »Nein!«. Denn wir sind davon überzeugt, dass Grenzen bei der Gewichtsklasse nur zu Angst, Druck und Stress führen. Wir sind davon überzeugt, dass genau dieser Stress, dieser Druck und diese Angst vor dem Dicksein krank machen und Essstörungen hervorrufen können – unabhängig vom Gewicht. Ein Leben in Angst zu führen, ständig unter dem Druck zu stehen nicht zunehmen zu dürfen, oder besser noch abnehmen zu müssen (und zwar um jeden Preis) und der Stress, den das alles auslöst, das ist gefährlich. Um sich, seinen Körper und im Endeffekt auch sein Leben mit Liebe und Freude zu erfüllen, müssen wir die Illusion einer Gewichtsgrenze aufgeben.

Wir umarmen die menschliche, körperliche Vielfalt. Wir stehen für Selbstliebe, Körperliebe, Spaß am Leben und lassen uns sicher nicht länger einschränken. Wir zwingen niemanden dünner oder dicker zu werden, noch finden wir das eine oder das andere besser – jeder Körper ist ein guter Körper.

Wir hoffen wir konnten dir zu deiner Zufriedenheit antworten und einiges aufklären. Wir sind der Überzeugung, dass wir Wichtiges leisten auch wenn manches nur mit Widerstand angenommen wird. Doch es gilt genau in diesem Bereich die Schranken zu brechen, die Widerstände zu sprengen und die Grenzen aufzulösen: denn es sind nur Grenzen in unseren Köpfen – die medial kreiert und verbreitet wurden um uns klein zu halten, uns mit Selbsthass zu geißeln und unsere Unzufriedenheit zu steigern, denn damit ist viel Geld zu machen.

Mit freundlichen und ganz dicken Grüßen
Malena für die ARGE Dicke Weiber

6 Gedanken zu “Nicht schlank durch Bewegung – Eine Antwort

  1. Super Artikel. Eure Worte im Gehörgang der Beratungsresistenten. Die Menschen sind verschieden, seit sie diesen Planeten bevölkern. Dass alle Dicke sich ungesund ernähren, halte ich persönlich für einen Mythos. Die von Ihnen erwähnten Bücher von Herrn Pollmer habe ich selbst gelesen und kann diese uneingeschränkt empfehlen.
    Auch lesenswert: „Die Lizenz zum Essen, Gewichtssorgen vergessen“ von Dr. Gunter Frank sowie „Dick, doof und arm: „Die große Lüge vom Übergewicht und wer von ihr profitiert“ von Friedrich Schorb.
    Übrigens, ich wohne in einem Gebiet, das geradezu zur Bewegung einlädt, viel Natur, Wander- und Radwege und was ich bei meinen Spaziergängen und Wanderungen sehe, sind nicht nur dünne Menschen, die sich bewegen, auch die Dicken schwingen sich aufs Rad, machen Nordic Walking, gehen wandern, einige joggen sogar usw. Soviel zur Pauschalisierung: Dicke bewegen sich zu wenig/gar nicht und essen zuviel…

    Tolle Seite, macht weiter so!

  2. Ich möchte mich herzlich für euren Artikel bedanken, und dass ihr euch die Mühe gemacht habt, mir so ausführlich zu antworten! Der Artikel hat viele meiner Fragen beantwortet und vorallem eure Ansichten nachvollziehbarer gemacht. Eure Argumente sind stichhaltig und wirklich gut durchdacht. Ein großes Lob an das ganze Team & alles Gute!

  3. Also ich habe zuvor eine Antwort verfasst, die ca 2000 Wörter lang war, jedoch hat da was mit eurem System wohl nicht so ganz geklappt.
    Also ein sehr kurzer Kommentar zu dem Thema korrelation zwischen Essen Dick sein und Sport.
    Betrachten wir den Körper mal wie eine Maschine. Wir verrichten eine gewisse Arbeit, über einen gewissen Zeitraum (egal ob dies jetzt Schlafen, stehen, gehen, laufen, schwimmen… etc. ist). Diese Leistung die der Körper aufbringt braucht natürlich auch Energie. Woher beziehen wir die Energie? Korrekt aus Nahrungsmitteln. Nun kommt es jedoch manchmal vor, dass es nicht möglich ist, mit der aufgenommenen Nahrung die Energie aufzubringen die nötig ist, um eine gewisse Tätigkeit auszuführen. Was passiert dann? Der Körper holt sich die Energie von wo anders und zwar aus unseren Fettreserven. Es besteht also ein Energiedefizit, dass mit unseren Fettreserven beglichen wird. Dies bedeutet, dass der Körper Fett abbaut und zu verwertbarer Energie umwandelt. Dies passiert jedoch nur, wenn man weniger Nahrung zu sich nimmt, als der Körper für eine gewisse Tätigkeit benötigen würde. Wenn es über längere Zeit ein Energiedefizit gibt, so bezieht der Körper auch über längere Zeit Zusatzenergie aus den Fettreserven, die somit geringer werden, was dazu führt, dass man abnimmt. Dies ist keine Halbwissenschaftliche These sondern einfachste THERMODYNAMIK. Wenn man jetzt jedoch mehr Nahrung und somit auch mehr Energie aufnimmt, als man eingentlich braucht, so speichert der Körper diese zusätzliche Energie in Form von Fettreserven und man wird dicker. (Genetische Deffekte außen vorgelassen)

    Was den Fall von „Magda“ und der Bergwanderung betrifft, so kann ich nur eins sagen, Sie ist eindeutig NICHT das „Musterbeispiel für Nicht-schlank-sein-durch-Bewegung“. Magda erwartete sich nach einer mehrtägigen Wanderung einen Gewichtsverlust von mehrere Kilos. Dies ist jedoch schlechtweg absurd. Ein Kilogramm Fett besteht aus cirka 7000 Kilokalorien (KCal). Dies bedeutet dass Magda pro Tag ein Energiedefizit von 3500 KCal haben müsste um jeden zweiten Tag ein Kilo abzunehmen, was im Endeffekt schir unmöglich ist für den Menschlichen Körper.
    Das Magda nur am Abend was aß war auch nicht sonderlich klug, da der Körper in den Überlebensmodus schaltet, wenn er mehrere Stunden körperlicher Betätigung ohne Nahrungsaufnahme ausgesetzt ist. Somit versucht der Körper, wenn er Nahrung bekommt diese sogut wie möglich zu „hamstern“ und die Nahrung in Fett umzuwandeln.

    • „Das Nichtwissen in der Mesizin ist so unendlich wie das Weltall“ hatte einmal ein berühmter Mediziner gesagt, jedoch weiß ich nicht mehr welcher es war. Dieser Satz gilt heute mehr denn je. Die Ursache für Adipositas ist noch nicht gefunden und pauschale Urteile führen nicht dazu, diese zu finden; sondern nur eine urteilsfreie Suche nach den Ursachen.
      Die obengenannte Rechnung stimmt für Menschen deren Stoffwechsel korrekt funktioniert. Dass es auch anders sein kann zeigt mein Beispiel:
      Ich bin 61 Jahre alt und wiege heute viel mehr als man empfiehlt. Vor 3 Jahren habe ich herausgefunden weshalb ich zu den Dicken gehöre. Seither bin ich nicht dünner als zuvor jedoch ein anderer Mensch, denn viele Eigenschaften, die man den Dicken zuschreibt sind verschwunden.
      Damals las ich einen Artikel imdem ein Arzt den Verdacht äußerte, dass Eine Fruchtzuckerstoffwechselstörung für eine Anzahl von Symptomen verantwortlich sei, u. a. für Adipositas, sowie für schnelle Erschöpfbarkeit und Atemnot unter Belastung – Symptome die man ja dem Dicksein zuordnet. Er nannte damals noch einige weitere die bei mir auch zutrafen. Ein Teil der Symptome hatte ich auch schon in der Kindheit (etwas pummelig, aber nicht dick ) und auch nach der Pupertät (schlank). Auffällig, auch in „dicken Zeiten“ war aber, dass manche der leicht erkennbaren Symptome wie die Erschöpfbarkeit oder die Atemnot gelegentlich nicht vorhanden waren, obwohl das Gewicht ja dasselbe war.
      Nach einer Woche ohne Obst und wenig Gemüse fühlte ich mich deutlich agiler. Aber erst nach 3 Monaten hatte ich wirklich das Gefühl fit zu sein.
      Interessant zu wissen wäre, dass ich ein halbes Jahr zuvor richtig krank war und zwar an einer Erkrankung wie man sie gemeinhin bei Diabetikern kennt, ohne dass ich an Diabetes leide. Tatsache war, dass ich im Herbst viele Apfelsorten auf Geschmack und Verwendbarkeit getestet hatte, wobei ich durchschnittlich 4 – 5 Äpfeln pro Tag in unterschiedlicher Form aß ( natürlich anstatt und nicht zusätzlich zu den sonstigen Mahlzeiten).
      Die Erkrankung zeigt, dass ich den Fruchtzucker nicht verarbeitet sondern im Körper angelagert hatte. Desweiteren zeigten die Symptome, dass der Fruchtzucker den normalen Abbau von Glukose in Verbingung mit Insulin gestört hatten, indem die Muskulatur nicht mit Energie versorgt wurde (Unterzuckersymptome und ein starre Muskulatur = steife Bewegungsmuster ähnlich Parkinson).
      Es ist damit anzunehmen, dass die aufgenommenen Kohlehydrate aus Stärke direkt den Fettaufbau förderten, weil irgendein Rezeptor im Körper meldete es sei ausreichend „Frucht“-zucker vorhanden, obwohl dieser nicht verwertet werden konnte. Es ist anzunehmen, dass durch den gestörten Stoffwechsel auch kein Fettabbau möglich ist und nur dann, wenn kein Fruchtzucker mehr im Körper vorhanden ist. Es ist auch denkbar, dass der Körper dauernd auf Sparmodus fährt.
      Die Energieunterversorgung der Muskulatur erklärt auch die schnelle Erschöpfbarkeit, denn das Herz ist ein Muskel und die Lunge wird von Muskeln bewegt.
      In der Herstellung fast aller vorproduzierter Lebensmittel ist Fruchtzucker enthalten, selbst da wo kein Zucker notwendig wäre z. B. im Kartoffelsalat. Ich selbst vermute, dass Aroma- und Würzzutaten in Verbingung mit Fruchtzucker (Fructosesirup) leichter zu dosieren sind. Fructosesirup wird billig aus Mais gewonnen.
      Da auch Gemüse Fruchtzucker enthalten kann, ernähre ich mich heute „ungesund“, wenn man die gängige Meinung als Maß nimmt: kein Obst, wenig und ausgewähltes Gemüse. Der Schwerpunkt liegt auf Kohlehydrate in Form von Stärke, die die Verträglichkeit von unbemerkt aufgenommene Fructose und deren Abbau etwas fördern (dies gilt als bewiesen und trifft auch auf mich zu). Außerdem viele Milchprodukte und Fleisch.
      Ein Negativbeispiel für industrielle Produkte steht meine Erfahrung aus dem letzten Jahr:
      Im Winter mag ich kein Wasser trinken sondern lieber etwas gesüßtes. So trank ich bevorzugt eine Limonade die angeblich keinen zugesetzten Zucker enthalten soll. Der Kohlehydratanteil war angegeben als 0,3 g auf 100ml, d. h. 3 g auf 1l, ungefähr meine Tagesdosis. 3g pro Tag schienen mir nicht zu schlimm.
      Tatsächlich war ich in körperlicher Hinsicht nicht wirklich fit, machte mir aber auch keine weiteren Gedanken. Ja ich trank die Limonade über den Winter hinaus bis zum Sommer. Ich hatte auch wieder etwas zugenommen.
      Dann aber gab es die ersten Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung. Ich suchte den Übeltäter und fand ihn in besagter Limonade. Heute 3 Monate später fühle ich mich wieder vom Fruchtzucker befreit.

    • Dusker meint: ….Betrachten wir den Körper mal wie eine Maschine. ….

      Das kapitalistische Patriarchat/das kartesianische Weltbild/wie auch immer ich dieses überkommene zynische Paradigma sonst nennen will betrachtet Körper als Maschinen. Der Körper ist aber keine Maschine, sondern Teil eines Lebewesens. Und ein Lebewesen besitzt Meinungen, Gefühle, eine Agenda und unbewusste Impulse, die den Körper steuern, und auch dessen Form. Ausserdem ist jeder Körper genetisch anders beeinflusst. Jeder Körper reagiert auch anders auf Umweltfaktoren. Also ist der Maschinenvergleich überkommen.

      Aber wenn man schon bei Energierechnungen ist: Es kostet eindeutig weniger Energie wenn frau den Schönheits- und Fitnesszwang hinterfragt – wozu sollen wir eigentlich „schön“ und „fit“ sein und was bedeuten diese Begriffe überhaupt? – als zu versuchen den Körper einer gesellschaflich festgelegten Norm anzupassen.

  4. Ich trainiere täglich 40 Minuten oder mehr auf dem Hometrainer, weil ich aus Gewohnheit nicht mehr anders kann, sonst wird mir schlecht. Ich esse sehr viel Gemüse. Ich bin 60 Jahre und wurde mit 8 Jahren zum ersten Mal wegen meines Gewichts verspottet. Mit 16 Jahren wog ich 70 Kilo und alle meckerten über mein Gewicht. Jetzt plötzlich soll 74 mein Zielgewicht sein – laut Ärztin. Meine 17 Diäten hatten alle denselben Verlauf: Abnahme – riesiges Glück – Heißhunger – Wiederzunahme – Gemecker der anderen – riesiges Unglück. Soll ich vielleicht noch eine achtzehnte Diät machen und das alles noch einmal erleben? Bei einer meiner Diäten erreichte ich 58 Kilo und bei einer weiteren 53. Das hieß Kleidergröße 38. Wozu habe ich mir das alles angetan? Wozu habe ich mit allen diesen Diäten überhaupt angefangen? Jetzt bin ich sechzig Jahre, habe 78 Kilo und alle Mühe war vergeblich. Hätte ich es erst gar nicht versucht, wäre es viel besser gewesen.

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