Schlankheitsterror und Gewichtsdiskriminierung – Impulsreferat – Zeltstadt der Frauen

ARGE Dicke Weiber LogoIm Rahmen der Zeltstadt der Frauen am 12. Mai 2012 auf der Wiener Ringstraße lud die ARGE Dicke Weiber zu einer Diskussionsrunde. Als Gesprächseinstieg hatten wir folgendes Impulsreferat vorbereitet.

Ankündigung

Schlankheitsterror und Gewichtsdiskriminierung

Eine Diskussionsrunde mit Aktivistinnen der ARGE Dicke Weiber

Der Schlankheitsterror ist unerträglich geworden! Schlank zu sein bedeutet heutzutage nicht mehr nur einem Schönheitsideal zu entsprechen, sondern es gilt auch als Grundvoraussetzung für die eigene Gesundheit – sowohl die körperliche als auch die psychische. Daraus folgt, dass dicke Körperformen immer mehr pathologisiert und ganz bewusst stigmatisiert werden. Welche Auswirkungen diese Körpernormierung inbesondere auf Frauen hat, unter welchen Lebensbedingungen dicke Frauen leben müssen und was jede Frau dagegen tun kann, darüber wollen wir diskutieren.

Impulsreferat

Willkommen zur Diskussionsrunde „Schlankheitsterror und Gewichtsdiskriminierung“ der ARGE Dicke Weiber. Für die, die uns nicht kennen oder auch nur vom Hörensagen, möchte ich uns erst mal vorstellen.

Wir sind eine feministische Initiative dicker Frauen gegen Gewichtsdiskriminierung und Schlankheitsterror – für Vielfalt und positive Selbstbilder. 2009 ins Leben gerufen, ist die Gruppe heute überraschend klein. Wir verstehen uns als autonomer Zusammenschluss dicker Frauen unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Lebenszusammenhängen.


Damit aus meinem Impulsreferat nicht gleich ein Manifest wird, möchte ich nur kurz auf unsere Inhalte eingehen.

Schönheitsideale, Body-Mass-Index, Diäten und die Pathologisierung des dicken Körpers sind Angriffe auf die Vielfältigkeit und die Gesundheit von Frauen. Sie dienen der Aufrechterhaltung patriarchaler Vorstellungen von Weiblichkeit (Stichwort: »das schwache Geschlecht«), sie entsolidarisieren Frauen (Stichwort: »Schönheitswettbewerbe«) und sind Disziplinierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen um Herrschaftsverhältnisse zu stützen.Jetzt mal weg mit dem Selbsthass und Zwängen, denn wir sind davon überzeugt, dass jede Frau das Recht hat, in ihrem einzigartigen Körper in Schönheit und Unversehrtheit zu leben!

Gruppentreffen jeden zweiten und vierten Freitag des Monats im Autonomen FrauenLesbenMädchenZentrum.

Unsere Tätigkeiten möchte ich anhand von drei Säulen beschreiben. Selfempowerment, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit.

1) Selfempowerment: Austausch, Erfahrungen, gemeinsame Aktivitäten, die dicke Frauen eigentlich nicht machen (dürfen), wie z.B. Essen gehen, Tanzen, Schwimmen, etc?

2) Bildung: politische Bildung, Hinterfragen von Medienberichten, Erarbeiten von Inhalten

3) Öffentlichkeitsarbeit: Unter anderem diese Veranstaltung, Interviews, Demos

Am 6. Mai war internationaler Anti-Diät-Tag. Zeitgleich verlautbart der ORF „Österreich speckt ab“. Ein Blick auf die Titelblätter hiesiger Frauenzeitschriften verrät, dass die Vorbereitungen für die Bikinifigur nie früh genug beginnen können. Genauso ist für uns eigentlich jeder Tag Anti-Diät-Tag.

Warum ist das eigentlich so?

Diäten funktionieren einfach nicht. Wir haben sie alle ausprobiert. Manche von uns haben jahrelange gar jahrzentelange Diätkarrieren hinter sich. Wir haben nicht nur am eigenen Leib erfahren, wie schwierig es ist überhaupt abzunehmen, wir wissen auch, dass die Kilos schneller wieder drauf sind, als man schauen kann. Das wird allgemein als Jojo-Effekt bezeichnet. Die Konsequenz ist nicht, sich selbst die Schuld am scheitern der Diät zu geben, sondern die eigentlichen Mängel der Diät zu erkennen. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Nebenwirkungen, die die verschiedenen Diäten haben können.

Wir haben erkannt, dass jeder Körper ein guter Körper ist und möchten diese Botschaft weiter verbreiten, denn dicke Frauen haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Sie wären maßlos, faul, träge, dumm, dreckig, willensschwach, hässlich, etc

Manchen Menschen fühlen sich schon bei unserem alleinigen Anblick dazu provoziert uns auf offener Straße zu beschimpfen.

In Wirklichkeit kennt das Dicken-bashing kein Ende. Sind wir krank, liegt das meistens am Gewicht. Gerne werden in den Medien, aber auch in der Wissenschaft Ursache mit statistischem Zusammenhang verwechselt. Bei der ganzen Zahlenschummelei fragt frau sich, sollte es wirklich jemandem um die Gesundheit gehen, so wäre die Aufforderung, lebt gesünder und nicht werdet dünner!

Es wird so getan, als gäbe es eine gesellschaftliche Verpflichtung gesund zu sein. Dabei ist der Einfluss auf die eigene Gesundheit relativ gering.

Auch die angebliche Explosion der Gesundheitskosten wird uns in die Schuhe geschoben. Vergleicht man die Ausgaben aber mit dem Bruttoinlandsprodukt, sind sie in Wirklichkeit kaum gestiegen in den letzten 10 Jahren und von 2009 auf 2010 sogar leicht gefallen. Woher kommt die „Explosion“? Davon, dass die Einkommensschere (Arm-Reich) auseinandergeht.

Argumentationen gegen Dicke werden oft an Hand des BMIs durchgeführt. Mit der BMI-Skala werden Körper sinnfrei nach ihrer Höhe im Vergleich zur Fläche bewertet. Die willkürliche Einteilung in Unter-, Normal-, Übergewicht erfolgt in praktischen 5er oder 10er Schritten. Nicht nur, dass dabei nicht auf die tatsächliche Physiologie des Körpers geachtet wird, werden Menschen anhand dieser Skala für krank erklärt ohne darauf Rücksicht zu nehmen, wie es wirklich um die Gesundheit der Menschen in den jeweiligen Kategorien aussieht. Wir sagen, Dicksein ist keine Krankheit!

Aber, wir wollen uns nicht nur beschweren, wir wollen auch maßlos sein und zwar in unseren Forderungen.

Wir fordern revolutionär zu sein.

Mit dem eigenen Körper Frieden schließen. Sich gut finden, so wie man/frau ist. Essen, so, wie es einer gut tut. Ohne sich dafür zu schämen.

Wir fordern den Sport für dicke Frauen zurück und zwar nicht als Mittel zur Körpernormierung, sondern weil es Spaß macht. Es gibt unterschiedlichste Zugänge zum Sport. Das Entstehen eines Körperbewusstseins, wirklich in den Körper hinein fühlen, die Zeit zum Nachdenken oder auch zum Meditieren nutzen, sich danach gut fühlen, wie nach einem Orgasmus oder, und das wäre mein wichtigster Aspekt am Sport, die „Selbstermächtigung“.

Was daran wichtig ist, Wir wollen öffentlich Sport treiben können.

Bei dem ganzen Gerede um Essen und Sport, akzeptieren wir keine Einteilung in gute und schlechte Dicke.

Leitsätze:

Dicksein ist nichts Schlechtes sondern Teil der Vielfalt.

Jeder Körper ist ein guter Körper.

Es gibt bis heute keine langfristig funktionierende Methode um abzunehmen!

Wir lehnen Diäten ab.

Wir lehnen Übergewichtschirurgie ab.

Gewicht und Essen hängen nicht miteinander zusammen.

Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen.

Gewicht und Gesundheit hängen nicht miteinander zusammen.

Einfach mal in die Runde fragen:

Gibt es ein zu dick?

Was kann ich tun?

Einfach mal Üben, vielleicht dabei in den Spiegel schauen und laut sagen, wie andere Leute aussehen, geht mich nichts an. Das ist nicht nur auf Körperformen, sondern zum Beispiel auch auf Kleidung oder andere Äußerlichkeiten gemünzt.

Was sind keine Komplimente?

Hast du abgenommen? Du bist ja gar nicht dick/fett/whatever!

Bernadett Wilhelm

13 Gedanken zu “Schlankheitsterror und Gewichtsdiskriminierung – Impulsreferat – Zeltstadt der Frauen

  1. Zwischen Schlank und Fett, oder richtig dick besteht ein fundamentaler Unterschied. Eine füllige Frau, aber auch Männer, brauchen sich nicht um Schönheitsideale, die ohnehin historisch im laufenden Wandel sind, zu kümmern. Andererseits ist es nun mal so, dass der Körper wahrgenommen wird und die optische Erscheinung wesentlich zur Attraktivität beiträgt. Wäre dem nicht so, gäbe es Begriffe wie ’schön‘ der ‚häßlich‘ nicht. In dem Kontext dürfen sich richtig fette Leute nicht darüber wundern, wenn man ihnen aus dem Weg geht. Ihre Erscheinung ist nicht angenehm. Mir persönlich fallen junge, richtig dicke Frauen, die im Bikini über den Strand watscheln, unangenehm auf.

    • „Gewicht und Essen hängen nicht miteinander zusammen.“

      Und warum verhungern Menschen?

      „Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen.“

      Waum gibts bei Olympia keinen einzigen übergewichtigen Marathonläufer?

    • Mir persönlich fallen Menschen die glauben, entscheiden zu dürfen wer Bikinis tragen darf und wem aus dem Weg gegangen wird, negativ auf. Ihre Einstellung ist nicht angenehm.

  2. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Jede Menge Lesestoff, frisch aus den feministischen Blogs

  3. „Gibt es ein zu dick?“

    Wenn man keine fünf Treppenstufen mehr steigen kann, ohne zu schnaufen anzufangen, und nach einem kurzen Spaziergang zum Supermarkt schon völlig ausser Atem ist, dann denk ich schon, dass das die eigene Lebensqualität sehr stark beeinflusst. Ob das „zu viel“ ist, muss natürlich jeder selbst entscheiden.

    Geht mich nämlich nichts an. Ich für meinen Teil bin gerne Körperlich einigermaßen fit (und das hat nichts mit nem schönheitsideal zu tun), aber das bin halt ich, nicht jemand anderes. Und da muss ich mich dann auch nicht einmischen, wenn ich so jemanden sehe.

    Allerdings frage ich mich nach dem lesen dieses Textes, was Aussagen wie diese sollen:

    „Es gibt bis heute keine langfristig funktionierende Methode um abzunehmen!“

    Sorry, das ist völliger Blödsinn, und ich hab keine Ahnung, wie du darauf kommst. Nur bringen da halt Diäten nichts, sondern eine Umstellung alter und Einführung neuer Gewohnheiten. Mehr Kalorien verbrennen, als man einnimmt, und dann, wenn man erreicht hat, was man erreichen wollte, das Level halten. Tägliche Spaziergänge oder kurze Intervalltrainingssessions (falls man nicht viel Zeit hat) reichen aus, um die aufgenommene Energie auszunutzen. Falls man sich wirklich nicht nur Fast Food, Fertiggerichte und Süßigkeiten reinballert. Nur sieht man nicht bei jedem schon nach zwei Wochen Auffällige Ergebnisse. Die kommen langsam, aber bleiben.

    Diese „Leitsätze“ kommen (für mich) auch scheinbar völlig aus dem nichts:

    „Gewicht und Essen hängen nicht miteinander zusammen.

    Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen.“

    Kannst du erklären, wie du darauf kommst? Wer mehr Isst, als er verbraucht (Bewegung), nimmt an Gewicht zu. Die aufgenommene Energie wird nicht verbraucht und dann in den Fettzellen „gespeichert“. Ebenso nimmt das Muskelgewicht zu, wenn man trainiert und ausreichend Proteine aufnimmt. Zumindest verstehe ich es so und habe es bei mir so erlebt und auch bei anderen gesehen.

    Würde mich mal Interessieren, wie du auf diese beiden aussagen kommst.

      • Lieber Tobias,
        auch die lieben Frauen, der ARGE Dicke Weiber (die sicher alle samt und nicht nur die Schreiberin hinter diesem Artikel stehen), haben einem Sommerferien bzw. Urlaub. Zweitens nur weil man für seine Antwort etwas länger braucht und sich seine Worte gründlich überlegen will um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen heißt das nicht das man nicht kritikfähig ist.

        Ich würde hier jedem, der/bzw. die der Überzeugung sind es gebe so etwas wie die „richtige Ernährung“ (und noch dazu die für alle gleich ist) und die „richtige Fitness“ (wo jeder sich damit wohler fühlt und natürlich auch länger lebt) gerne folgende Lektüren empfehlen:

        Udo Pollmer, Susanne Warmuth (1.Auflage 2009, bzw. jede folgende): Lexikon der populären Ernährungsirrtümer. Missverständnisse, Fehlinterpretationen und Halbwahrheiten von Alkohol bis Zucker

        und

        Udo Pollmer, Gunter Frank, Susanne Warmuth: (1.Auflage April 2005, bzw. jede folgende): Lexikon der Fitneß-Irrtümer. Missverständnisse, Fehlinterpretationen und Halbwahrheiten von Aerobic bis Zerrung.

        Hier schreiben die Autoren und die Autorin genauestens und leicht verständlich die wahren wissenschaftlichen Fakten zum Thema Ernährung und zum Thema Fitness.

        Und sind dabei alle der Überzeugung das wir alle Individuen sind, die individuelle Bedürfnisse haben und die individuell ihr Leben gestalten sollten wie es einem/einer jedem/jeden Spaß macht und wie jeder und jede selbst sich in seinem/ihrem Körper und seinem/ihrem eigenen Leben wohl fühlt.

        Jede Verurteilung wie: „es gibt ja Methoden die helfen abzunehmen“, mag für den ein oder anderen stimmen, treffen aber nicht auf alle zu – wir alle haben völlig unterschiedliche Stoffwechselsysteme und völlig unterschiedliche Körper, wir sind nicht alle gleich – wir sind alle völlig unterschiedliche Individuen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Doch ein Bedürfnis ist uns allen sicher gleich: wir wollen alle respektiert und mit Würde behandelt werden. Und jemanden anderen zu verurteilen nur weil er ein Gewicht hat, dass über meine Vorstellung und über meine eigene Sehgewohnheit hinausreicht, und diesem jemand auch noch zu verspotten, zu belehren und zu verachten nimmt Würde und Lebensqualität. Niemand weiß über die Lebensumstände des anderen wirklich Bescheid und hat somit auch nicht zu spekulieren.

        Es geht darum Menschen sich wohlfühlen zu lassen, ihnen nicht das Wohlgefühl abzusprechen oder gar durch Spott und Bosheit dieses Wohlgefühl zu zerstören.

        Es geht darum Denkgewohnheiten, Sehgewohnheiten aufzubrechen und das Blickfeld zu erweitern.

        Ist es wirklich wichtig ob Bewegung und Gewicht bzw. Essen und Gewicht zusammenhängen? Und wenn ja für wen? Denn wenn Gewicht gleich welches in Ordnung ist wieso bedarf es dann noch „angebliche Methoden zum Abnehmen“? Wieso muss es denn zusammenhängen? Und was hilft es zu behaupten es hänge zusammen? Fühlt sich dadurch irgendwer besser??

        Ich bin dick, ich wiege über 150kg, und andere bezeichnen mich als adipös, fettleibig, krank, ess-gestört. Ich lehne solche Bezeichnungen ab. Ich lebe mit mir, ich lebe mit meinem Gewicht und ich lebe sehr gut damit – einzig und allein will ich nicht mehr DISKRIMINIERT WERDEN, ich will nicht mehr verspottet und verachtet werden und ich will nicht mehr belehrt werden und jetzt versetzen Sie sich in meine Lage, wenn sie diskriminiert, verspottet, verachtet, belehrt werden würden, wegen allem und jedem könnten Sie sich dann noch wohlfühlen?? Ist es also nicht vielmehr diese Diskriminierung, diese Vorverurteilung, die uns Lebensqualität nimmt und unser Wohlfühlen???

        Ich bin für die körperliche Vielfalt und ich trete dafür ein. Ich trete dafür ein, das Menschen wie ich nicht mehr diskriminiert, verspottet, verachtet und belehrt werden und somit setze ich mich dafür ein dass wir uns als Menschen so wie wir sind wieder wohlfühlen können in unseren Körpern. Und ich denke, dass ist ein ganz wichtiges Ziel und zwar egal welches Gewicht man auf die Waage bringt. Und was tun Sie für Ihre Mitmenschen und sich selbst? Was tun Sie für das Wohlgefühl Ihrer Mitmenschen und Ihr eigenes?

        Mit dicken Grüßen,
        Malena

    • Vollkommener Blödsinn. Siebzehn Mal probiert, siebzehn Mal gescheitert. Hauptsächlich Gemüse und täglich Fitnessstudio. Irgendwann wurde der Hunger jedes Mal unerträglich. Die tägliche Fitness mache ich immer noch, aber esse zusätzlich Getreideprodukte, sonst würde ich es nicht aushalten. Die Leute hackten ständig auf mir herum. Als ich schlank war, hackten sie weiter, indem sie behaupteten, ich hätte eine Magersucht. Jetzt bin ich vollkommen demotiviert. Nie wieder Diät!!! Ich hätte gar nicht damit anfangen sollen!

      • Mir wird angezeigt, du hättest auf meinen Kommentar reagiert. Ich verstehe nur nicht, warum. Weil du ja auf nix von dem, was ich geschrieben habe eingehst und dein Kommentar eigentlich nichts mit meinem zu tun hat.

        Falschen Antwortbutton geklickt?

  4. Hallo liebe ARGE dicke Weiber,

    durch eine Freundin bin ich auf Ihre Website gestoßen, und ich verfolge mit großem Interesse Ihre Arbeit.
    Ich beschäftige mich schon seit ich denken kann mit meinem Gewicht und habe meine Probleme damit- eben durch Diskriminierung in der Familie, Schule, Medien und überhaupt. Deshalb schätze ich Ihre Arbeit sehr und finde es gut, dass Sie sich dem Schlankheitsterror entgegenstellen.
    Mir sind beim Lesen Ihrer Beiträge dennoch einige Fragen in den Sinn gekommen.

    1. Sie sagen in Ihrem Impulsreferat,

    „Gewicht und Essen hängen nicht miteinander zusammen.
    Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen.
    Gewicht und Gesundheit hängen nicht miteinander zusammen.“

    Aber ist es nicht eine empirisch bewiesene Tatsache, dass diese Faktoren zumindest zusammen hängen? Ich möchte nicht behaupten, dass jeder Mensch, der beispielsweise Sport treibt, um abzunehmen, auch tatsächlich Gewicht verliert, und es Menschen gibt, die beispielsweise sehr viel essen, ohne dabei zuzunehmen. Aber die Tatsache, dass Übergewicht (in den meisten Fällen) aus zu viel Essen und zu wenig Bewegung und einer evt. bestehenden genetischen Veranlagung resultiert, ist meiner Ansicht nach ununmstritten. Ebenso die Tatsache, dass zu hohes genau wie ein zu niedriges (!) Gewicht schlichtweg ungesund für Knochen, Organe usw. sind. Deshalb wüsste ich gerne, auf welche Quellen Sie sich bei diesen Aussagen beziehen. Es kann ja durchaus sein, dass einem Otto Normalverbraucher wie mir andere Erklärungen als die der Schulmedizin unbekannt sind.

    2. „Gibt es ein ‚zu dick‘ “

    Ich denke (ähnlich wie einer der Kommentare zum Artikel) dass es dies sehr wohl gibt. Ab einem (individuelll verschiedenen) Gewicht treten unweigerlich gesundheitliche Beschwerden auf (Schmerzen, Gelenkbeschwerden, schlechte sportliche Ausdauer, Bluthochdruck usw.)
    Ist somit extremes Übergewicht nicht ein etwas gefährlicher „Lifestyle“?

    3. Anschließend an den 2. Punkt möchte ich noch anmerken, dass ich leider sagen muss, dass ich finde, dass Sie an manchen Punkten übers Ziel hinausschießen. Die Grenze verläuft meiner Ansicht nach da, wo es in gefährlichen Maße um die Gesundheit geht. Einen Gegenpol zum Schlankeitswahn darzustellen, finde ich, wie oben erwähnt, absolut richtig und lobenswert, jedoch das Gegenteil in einem solchen Maße zu propagieren finde ich, wie gesagt, ineffizient und nicht der Problemlösung dienlich. Foren, die Magersucht verherrlichen, stehen auf dem Index und sind verboten. Passen Sie bitte auf, nicht in diese Schiene zu rutschen. Damit wäre Ihre Arbeit zunichte und mit Ihr auch all die positiven Aspekte.

    Ich würde mich freuen, wenn Sie mir antworten könnten (ich weiß nicht, wie Ihre Kapazitäten sind).

    Mit freundlcihen Grüßen,

    Koboldkatze

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