»Dick« ist kein Schimpfwort

Tagung der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung anlässlich des Internationalen Anti-Diät-Tags 2012

Pressemitteilung: Berlin, den 2. Mai 2012

Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung Tagung

Begrüßung durch die Vorsitzende Stephanie von Liebenstein

»’Dick‘ ist kein Schimpfwort« – unter diesem Motto stand die diesjährige Tagung der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung. ExpertInnen verschiedener Fachrichtungen, Interessierte und Vereinsmitglieder trafen sich am 28. April 2012 in der Hauptstadt, um über die Folgen der Diskriminierung von dicken Menschen für die Gesellschaft und den Einzelnen zu diskutieren. Anlass war der Internationale Anti-Diät-Tag am 6. Mai. Dieser will ein Zeichen setzen gegen den Schlankheitswahn und wirbt für die Würdigung der Vielfalt von natürlichen Gewichtsunterschieden.

Vortragende aus Wissenschaft und Gesundheitswesen beleuchteten verschiedene Aspekte der Thematik. So stellte der Bremer Soziologe Friedrich Schorb die Fat-Acceptance-Bewegung in den USA vor und bewertete die politischen Strategien der Bekämpfung des sogenannten »Übergewichts« in Europa. Die Pflegewissenschaftlerin und Psychotherapeutin Sabine G. Fischer sprach über Gewichtsdiskriminierung im Gesundheitswesen sowie über die kritische Situation der Betroffenen in der Adipositas-Chirurgie. Der Lübecker Adipositas-Spezialist Prof. Dr. Achim Peters erläuterte sein Konzept des »Egoistischen Gehirns« und betonte insbesondere die gesundheitlichen Folgen des aus der Gewichtsdiskriminierung resultierenden sozialen Stresses.

Die Vorsitzende der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung, Stephanie von Liebenstein, zeigte sich erfreut über das gewachsene gesellschaftliche Bewusstsein für die Problematik. Auch in Deutschland werde die Frage der gesellschaftlichen Inklusion hochgewichtiger Menschen inzwischen auf hohem Niveau diskutiert. So konnten für den Beirat des Vereins weitere namhafte ExpertInnen gewonnen werden. Zu Ihnen gehören beispielsweise der Leiter der DFG-Forschergruppe »Selfish Brain« Prof. Dr. Achim Peters, die TV-Moderatorin Tine Wittler, der Wissenschaftsautor Thilo Spahl und der Ernährungspsychologe Prof. Dr. Christoph Klotter. »Sie alle zeigen: Gewichtsdiskriminierung ist keine Bagatelle«, so Stephanie von Liebenstein.

Allerdings bleibe noch viel zu tun. »Dicke Menschen werden noch immer viel zu häufig von Beamtenkarrieren ausgeschlossen, gemobbt und von medizinischem Personal mit Ekel behandelt. In den Medien tauchen sie fast ausschließlich als Sündenböcke für die Probleme des Gesundheitswesens und der Volkswirtschaft auf. Die Arbeit unseres Vereins trägt dazu bei, dass dicke Menschen ein willkommener Teil der Vielfalt unserer Gesellschaft werden.«

Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V.
Postfach 192063 · 14009 Berlin · 0049 (0)151 22843828
info@gewichtsdiskriminierung.de · www.gewichtsdiskriminierung.de

Foto: © Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung

Ein Gedanke zu “»Dick« ist kein Schimpfwort

  1. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Hauptsache Anti Anti – die Blogschau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s