Über uns

Unser Selbstverständnis
Unser Name
FAQ – Häufige Fragen

Unser Selbstverständnis

Im Mai 2009 rief Patricia Wendling zur Gründung einer »Feministischen Aktionsgruppe dicker Frauen« auf. Die Zeit war reif, um aus der Isolation der eigenen Betroffenheit herauszutreten und sich mit anderen dicken Frauen zu verbünden. Denn Tatsache ist, dass die gesellschaftliche Diskriminierung dicker Frauen und Mädchen unaufhaltsam zunimmt. Ob Job-Kündigungen, Vernachlässigungsvorwürfe, Gesundheitsvorschriften, Abnehmcamps, Magenband Operationen, Kleidergrößennorm, Schönheitsidealpropaganda, Scham und Hemmungen oder fehlende (Vor-)Bilder – das Leben von und mit dicken Frauen ist mittlerweile massiven Beeinträchtigungen ausgesetzt und das Selbstwertgefühl aller Frauen und Mädchen wird dadurch tiefgreifend zerstört. Das ist strukturelle Gewalt!

Nach zwei Treffen mit durchschnittlich drei Anwesenden, stieg die Zahl im September auf 12 dicke Frauen, die Lust hatten, eine solche Gruppe zu gründen und sich gemeinsam zu wehren. Im November 2009 gaben wir uns den Namen »ARGE Dicke Weiber«.

Wir sind eine autonome, feministische Initiative dicker Frauen, Lesben und Hexen. Wir sind unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Lebenszusammenhängen und setzen uns aktiv gegen Gewichtsdiskriminierung und Schlankheitsterror, für Vielfalt und positive Selbstbilder ein. Wir verstehen die Normierung von Frauen und Frauenkörpern – sowohl von sozialer als auch von medizinischer Seite – als Sexismus. Schönheitsideale, Body-Mass-Index, Diäten und Diätmittel, »Schönheits«operationen und die Pathologisierung des dicken Körpers sind Angriffe auf die Vielfältigkeit und die Gesundheit von Frauen. Sie dienen der Aufrechterhaltung patriarchaler Vorstellungen von Weiblichkeit (Stichwort: »das schwache Geschlecht«), sie entsolidarisieren Frauen (Stichwort: »Schönheitswettbewerbe«) und sind Disziplinierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen um Herrschaftsverhältnisse zu stützen. Als Feministinnen wollen wir uns von diesem Zwang befreien, denn wir sind davon überzeugt, dass jede Frau das Recht hat, in ihrem einzigartigen Körper in Schönheit und Unversehrtheit zu leben!

Neben unserem Gruppentreffen jeden zweiten und vierten Freitag des Monats im Autonomen FrauenLesbenMädchenZentrum Wien, bei dem wir uns über persönliche Erfahrungen austauschen, uns gegenseitig stärken und uns politisch mit dem Thema auseinandersetzen, weisen wir auch öffentlich auf die vielfältige Diskriminierung hin und machen kreative Projekte. So organisieren wir zum Beispiel Veranstaltungen, schreiben Texte, sammeln positives Bildmaterial wie Fotos und Filme, sind bei Frauendemos präsent, vernetzen uns mit anderen Fat Liberation Organisationen und vieles mehr. Unsere selbstorganisierte D.I.Y. Initiative ist das, was jede Einzelne, die mitgestaltet, aus ihr macht.

Jede dicke Frau ist herzlich willkommen!

Feministische Grüße
die ARGE(n) Dicke(n) Weiber


Unser Name

ARGE Dicke Weiber – das ist  zunächst in der Bedeutung als ARbeitsGEmeinschaft dicker Weiber zu verstehen, als Gemeinschaft zur Erarbeitung von Strategien, wie wir gegen den Schlankheitsterror vorgehen können.

ARGE Dicke Weiber – aber auch im weiteren Sinn zu verstehen, wie ARG(e) dicke Weiber sind: Das Schönheitsideal ist »dürre Gratn« und diese dicken Weiber erlauben sich ganz einfach, dick zu sein.

ARGE Dicke Weiber – weiters in der Bedeutung, wie ARG(e) dicke Weiber behandelt werden: Jeder von uns wurde jahrelang oder jahrzehntelang eingehämmert, dick zu sein ist hässlich, ungesund, Dicke sind charakterschwach, Dicke können sich nicht beherrschen. Dick zu sein ist abzulehnen, damit müssten auch Dicke abgelehnt werden.

Schlanke und Dicke werden gleichermaßen konditioniert, um nicht zu sagen einer (Schlankheits)Gehirnwäsche unterzogen. Wir müssen erst einmal durch diese Konditionierung hindurch, um gegen den Schlankheitsterror anzugehen. Denn: SchlankheitsfanatikerInnen glauben, es gehöre zu ihren Grundrechten, Dicke wegen ihres Dickseins maßzuregeln.


FAQ – Häufige Fragen

1. Ich wiege XY Kilo und trage Kleidergröße XY. Bin ich dick genug für die ARGE Dicke Weiber?

Ja! Wenn du dich selbst als dick begreifst und das Thema »Dick-Sein« dein Leben geprägt hat.

2. Ich bin dick und will abnehmen. Ist die ARGE Dicke Weiber das Richtige für mich?

Ja! Wenn du Lust auf einen Perspektivenwechsel hast. Wir glauben nämlich, dass es völlig in Ordnung ist, dick zu sein und unterstützen uns gegenseitig, uns so zu lieben, wie wir sind.
Nein! Wenn du eine Selbsthilfegruppe zum gemeinsamen Abnehmen suchst. Darauf haben wir leider keine Lust.

3. Ich bin selbst keine dicke Frau, möchte mich aber mit der ARGE Dicke Weiber solidarisieren.

  • Darf ich zu euren Treffen kommen?

    Nein! Bei unseren Gruppentreffen geht es unter anderem auch um Self-Empowerment und da stört die Anwesenheit von Frauen, die selbst nicht betroffen sind. Männer sind generell nicht willkommen!
  • Wie kann ich euch sonst unterstützen?

    sage nein zu dickenfeindlichen Äußerungen und Strukturen,
    besuche unsere öffentlichen Veranstaltungen,
    organisiere selbst eine dickenfreundliche Veranstaltung und lade uns ein,
    mache Werbung für die ARGE Dicke Weiber,
    spende Geld oder deine künstlerische Arbeit,
    übersetze unsere Texte in deine Muttersprache,
    sei mit mindestens einer dicken Frau befreundet,
    werde Fan(in) auf Facebook und kommentiere unsere Beiträge,
    usw.

4. Warum sind die ARGE Dicke Weiber Treffen nicht offen für dünne, schlanke, mollige Frauen?

Wir sind davon überzeugt, dass jeder Körper ein guter Körper ist und dass körperliche Vielfalt generell eine Bereicherung darstellt! Allerdings sind dicke Frauen mit unterschiedlichen Lebensbedingungen konfrontiert als Frauen, deren Maße und BMI im vorgegebenen Rahmen liegen. Darüberhinaus wird das Wort »dick« in unserer Gesellschaft ja meist als Beleidigung empfunden und viele Frauen haben ein Problem damit sich selbst als dick zu bezeichnen. Dieser Schritt, zu sich selbst zu sagen »Ich bin dick und werde es vermutlich immer bleiben und das ist gut so.« ist ein wesentlicher Schritt zur Selbstliebe und zur Befreiung aus dem Schlankheitsterror und auch notwendig für Dicken-Aktivismus. Dabei geht es weniger um tatsächliche Maße oder Kategorien, sondern mehr um eine Einstellung, nämlich darum, Dicksein an und für sich als ok zu begreifen.

5. Ich bin Expertin für Ernährung und Fitness und möchte euch gerne beim Schlank & Fit werden unterstützen. Darf ich zu euren Treffen kommen und euch meine Angebote vorstellen?

Nein! Bitte lies nochmal genau unsere Texte und alle empfohlenen Bücher. Wir sind dick und das ist gut so!

6. Ich bin Ärztin / Masseurin / Psychotherapeutin / Modedesignerin / usw. und möchte die ARGE Dicke Weiber öffentlich mit meinem Namen unterstützen. Weil es für mich selbstverständlich ist, dicke Frauen zu respektieren und weil meine Praxis / mein Geschäft dickenfreundlich ausgestattet ist. Ist das möglich?

Ja! Wir freuen uns auf deine Unterstützungserklärung.

Für Presse- oder sonstige Interviewanfragen siehe Presse
Für alle anderen Fragen, schreibe uns bitte ein Email

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